Kreatinkinase (CK)
Kreatinkinase ist ein Enzym des Phosphokreatin-Systems und ein unspezifischer Marker für Muskelbelastung oder Muskelschaden. Nach ungewohnter exzentrischer Belastung kann CK zeitverzögert deutlich ansteigen; ein einzelner Wert beweist weder die Ursache noch den Gewebeursprung.
Was Kreatinkinase misst
Eine biochemische Übersichtsarbeit beschreibt Kreatinkinase (CK) als Enzym des Phosphokreatin-Systems. CK katalysiert reversibel die Reaktion von Kreatin und ATP zu Phosphokreatin und ADP. Phosphokreatin dient dabei als schnell verfügbares Reservoir energiereicher Phosphate, aus dem ATP bei hohem, intermittierendem Energiebedarf nachgebildet werden kann.
Dieselbe Übersichtsarbeit ordnet CK klinisch als Marker für Erkrankungen des Herz- und Skelettmuskels ein. Der Wert ist jedoch nicht automatisch gewebespezifisch und belegt bei einer einzelnen Erhöhung weder den Ursprungsort noch die Ursache.
Für Kraftsportler ist das entscheidend: Ein hoher CK-Wert kann nach einer ungewohnten Belastung auftreten. Das konkrete Belastungsprotokoll und seine Grenzen werden im nächsten Abschnitt beschrieben.
Wie sich CK nach exzentrischer oder konzentrischer Belastung verändert
Eine kontrollierte Humanstudie untersuchte 16 junge weibliche College-Studentinnen. Acht absolvierten eine exzentrische und acht eine konzentrische Belastung. Das Protokoll bestand aus drei Sätzen mit jeweils 35 isokinetischen Kontraktionen der Kniebeuger und Knieextensoren bei 80 % des konzentrischen Spitzendrehmoments. CK wurde vor der Belastung sowie 1, 24, 48 und 72 Stunden danach bestimmt.
Nach 72 Stunden lag der mittlere CK-Wert in der exzentrischen Gruppe bei 14 856 U/l, in der konzentrischen Gruppe bei 360 U/l. Auch der verzögerte Muskelkater war nach der exzentrischen Belastung stärker. Das zeigt eine deutliche, zeitabhängige Reaktion in diesem konkreten Protokoll. Es ist kein allgemeiner Referenzwert für jedes Krafttraining und keine direkte Studie mit trainierten Bodybuildern.
Die gleiche Studie fand trotz des CK-Anstiegs in keiner Gruppe einen signifikanten Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP). Ein erhöhter CK-Wert darf deshalb in diesem Versuchsaufbau nicht ohne Weiteres als Nachweis einer systemischen Entzündungsreaktion interpretiert werden. Der Nullbefund für CRP beantwortet allerdings nicht jede andere Frage zu Muskelschädigung, Entzündung oder Erholung.
Was CK bei erhöhten Leberwerten beitragen kann
Eine narrative klinische Übersichtsarbeit zu Bodybuilding und Aminotransferasen kommt zu dem Schluss, dass das Muster erhöhter Aminotransferasen allein nicht zuverlässig zwischen Leber- und Muskelschädigung unterscheidet. Andere Muskelenzyme können bei der Einordnung nützlich sein. Die Review berichtet jedoch keine gepoolte diagnostische Genauigkeit, mit der sich aus einzelnen Laborwerten ein muskulärer Ursprung sicher beweisen ließe.
CK kann in dieser Situation ein zusätzlicher Hinweis auf eine Muskelbeteiligung sein. Ein solcher Hinweis beweist aber nicht automatisch, woher erhöhte Aminotransferasen stammen. Für die konkrete Kombination aus normaler GGT und erhöhter CK fehlt eine direkte diagnostische Genauigkeitsanalyse.
Warum ein Trainingswert keinen allgemeinen Grenzwert liefert
Die Humanstudie liefert zwei Gruppenmittelwerte 72 Stunden nach einer spezifischen Einzelbelastung, keinen Referenzbereich für trainierte Kraftsportler. Die exzentrische Gruppe lag bei 14 856 U/l, die konzentrische bei 360 U/l. Das sind Ergebnisse dieses Protokolls und keine allgemeinen Grenzwerte.
Die Messung nach 72 Stunden zeigt, dass Zeitpunkt und Belastungsart die Einordnung beeinflussen können. Aus diesem Einzelprotokoll lässt sich kein allgemein gültiger Trainingsruhezeitraum vor einer CK- oder Leberwertmessung festlegen; diese Frage bleibt offen.
Wann eine Erhöhung abgeklärt werden sollte
Eine GRADE-basierte Leitlinie empfiehlt bei Erwachsenen mit persistierender oligo- oder asymptomatischer HyperCKämie eine Abklärung, wenn CK über dem 1,5-Fachen der oberen Normgrenze liegt. Zunächst sollen neurogene und nicht-neuromuskuläre Ursachen berücksichtigt beziehungsweise ausgeschlossen werden. Nach unauffälliger genetischer Untersuchung kann eine Muskelbiopsie unter anderem bei CK ab dem 3-Fachen der oberen Normgrenze, auffälligem Muskel-MRT, positiver Familienanamnese oder weiteren klinischen Kriterien erwogen werden.
Diese Empfehlung betrifft eine persistierende Erhöhung ohne klare akute Trainingsursache. Sie ist nicht als automatische Diagnosegrenze für einen einzelnen CK-Wert direkt nach ungewohntem Training gedacht. Die Leitlinie ist außerdem nicht sportartspezifisch, und mehrere Empfehlungen beruhen auf Konsens oder Expertenmeinung.
Was sich aus einem CK-Wert ableiten lässt
CK ist im Kraftsport vor allem ein Kontextmarker. Die kontrollierte Humanstudie erfasste eine akute Reaktion bis 72 Stunden nach einer Einzelbelastung, aber weder Muskelwachstum noch Kraftzuwachs oder Übertraining. Aus einem einzelnen CK-Wert lässt sich daher keines dieser langfristigen Ergebnisse verlässlich ableiten; eine robuste kontrollierte Langzeitvalidierung fehlt.
Ein einzelner Wert ersetzt deshalb weder die Einordnung von Belastungsart und Messzeitpunkt noch bei persistierender Erhöhung eine klinische Abklärung.
Quellen
- McLeish MJ et al. Relating structure to mechanism in creatine kinase. Crit Rev Biochem Mol Biol. 2005. PubMed
- Franklin ME et al. Effects of isokinetic soreness-inducing exercise on blood levels of C-reactive protein and creatine kinase. J Orthop Sports Phys Ther. 1992. PubMed
- Villavicencio Kim J et al. Body Building and Aminotransferase Elevations: A Review. J Clin Transl Hepatol. 2020. PubMed
- Kyriakides T et al. EAN 2024 Guideline on the Diagnostic Approach to Oligo/Asymptomatic HyperCKemia. Eur J Neurol. 2026. PubMed
Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Systemen erstellt. Mehr dazu