Silymarin

Flavonolignan-Gemisch aus den Samen der Mariendistel, das die Leberzelle über Membran, Radikalfang und Sternzellen schützen soll. Bei nichtalkoholischer Fettleber sprechen die Daten dafür, bei Anwendern anaboler Steroide ist es nie gemessen worden.

Auch bekannt als: Mariendistel, Silymarin, Silibinin, Milk Thistle

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Vad det är

Silymarin ist kein einzelner Stoff, sondern ein Gemisch aus den Samen der Mariendistel. Es besteht überwiegend aus Flavonolignanen, also Molekülen, die aus einem Flavonoid und einem Ligninbaustein zusammengesetzt sind. Der mengenmäßig wichtigste Bestandteil ist Silybin, oft auch Silibinin genannt, daneben stehen Silychristin, Silydianin und Isosilybin. Was auf einer Dose als Silymarin steht, ist eine Extraktfraktion, deren Zusammensetzung sich je nach Herkunft und Verfahren unterscheidet.

Das ist keine botanische Nebensächlichkeit. Vergleicht man zwei Studien mit unterschiedlichen Präparaten, vergleicht man streng genommen zwei verschiedene Gemische. Standardisiert wird üblicherweise auf den Silymarinanteil im Extrakt, nicht auf das Verhältnis der Einzelstoffe darin.

Der Haken bei der Aufnahme

Silybin wird aus dem Darm schlecht aufgenommen und in der Darmwand und Leber rasch an Glucuronsäure und Sulfat gekoppelt und ausgeschieden. Deshalb gibt es Zubereitungen, die das umgehen sollen. Eine Überkreuzstudie an 23 gesunden Freiwilligen verglich 45 mg Silybin als Phosphatidylcholin-Komplex in einer Weichkapsel gegen 70 mg herkömmliches Silymarin als Tablette: Die Silybinspiegel im Blut lagen nach der Komplexform deutlich höher, obwohl die Kapsel weniger Wirkstoff enthielt. Die Autoren halten ausdrücklich fest, dass daraus noch keine klinische Überlegenheit folgt.

Der übliche Hinweis, Silymarin sei kaum verfügbar und deshalb wirkungslos, greift zu kurz. Er stimmt für den Blutspiegel und sagt nichts über die Leber, denn alles, was aus dem Darm kommt, läuft über die Pfortader zuerst dorthin. Ein Stoff, der die Leber nie verlässt, hat einen niedrigen Blutspiegel und trotzdem hohe Konzentrationen am Zielorgan. Gemessen ist von dieser Überlegung nichts, sie erklärt nur, warum die Blutspiegel allein die Frage nicht entscheiden.

Hur det fungerar

Membran, Radikale, Sternzellen

Die vorgeschlagenen Mechanismen sind drei. Silybin lagert sich in die Zellmembran der Leberzelle ein und soll sie gegen Stoffe abdichten, die von außen hineinwollen. Es fängt freie Radikale ab und hebt in Zellversuchen und Tiermodellen den Glutathionvorrat der Leberzelle. Und es dämpft die Aktivierung der Sternzellen, jener Zellen, die im Rahmen einer Dauerschädigung Bindegewebe einlagern und damit die Vernarbung antreiben.

Der Transporter, an dem es klinisch bewiesen ist

Es gibt eine Anwendung, in der die Membranwirkung nicht bloß plausibel ist, sondern die Grundlage einer Behandlung: die Vergiftung mit dem Knollenblätterpilz. Dessen Gift Amanitin gelangt über Transporter in die Leberzelle und blockiert dort die RNA-Polymerase. Silibinin wird in dieser Lage intravenös gegeben, um das Gift von diesen Transportern zu verdrängen. Dass es sich um eine Notfallbehandlung mit einer intravenösen Zubereitung handelt, ist der entscheidende Unterschied zur Kapsel aus dem Regal.

Ein überzeugender Mechanismus sagt voraus, dass etwas passieren könnte. Ob es passiert, sagt er nicht. Genau an dieser Stelle trennen sich bei Silymarin die Geister, denn die Mechanismen sind seit Jahrzehnten bekannt und die Ergebnisse am Patienten sind es bis heute nicht.

Vad studierna visar

Leberwerte bei bestehender Lebererkrankung. Eine Übersichtsarbeit mit Metaanalyse über kontrollierte Studien an Patienten mit Lebererkrankungen fand für GAMLA och AST statistisch nachweisbare, der Größe nach aber bedeutungslose Senkungen, und für Gamma-GT gar keine Veränderung. Die Autoren halten selbst fest, dass die eingeschlossenen Arbeiten stark streuten und methodisch schwach waren.

Fettleber. Eine neuere Metaanalyse über 26 kontrollierte Studien mit 2375 Patienten mit nichtalkoholischer Fettleber kommt zu einem deutlich anderen Bild: ALT um 12,4 Einheiten pro Liter niedriger, AST um 11,0, dazu niedrigere Werte für Gesamtcholesterin, Triglyzeride und LDL, ein niedrigerer Nüchterninsulinwert und ein höheres HDL. In den Arbeiten mit Gewebeprobe war die Verfettung der Leber unter Silymarin häufiger zurückgegangen, mit einem Chancenverhältnis von 3,25.

Zwei Metaanalysen, zwei Größenordnungen. Der Unterschied liegt nicht am Stoff, sondern an der Frage: Die erste mittelt über Lebererkrankungen verschiedener Ursache, die zweite betrachtet nur die Fettleber, bei der ein Teil des Effekts über Blutfette und Insulinempfindlichkeit laufen kann. Wer eine einzelne Zahl sucht, findet hier keine. Wer wissen will, wofür es etwas taugt, liest die zweite.

Vorbeugend gegen einen bekannten Leberschädiger. Das ist die für den Kraftsport interessanteste Frage, und sie ist am Menschen genau einmal sauber gestellt worden, allerdings mit einem anderen Auslöser. Fünf randomisierte Studien mit zusammen 1198 Patienten gaben Silymarin oder Placebo begleitend zu einer Tuberkulosebehandlung, die für ihre Leberschäden bekannt ist. Nach vier Wochen war das Risiko eines arzneimittelbedingten Leberschadens unter Silymarin auf ein Drittel gesenkt (Risikoverhältnis 0,33, Vertrauensbereich 0,15 bis 0,75), und die Transaminasen lagen niedriger, allerdings in kleinen Effektgrößen um 0,15. Nebenwirkungen traten so häufig auf wie unter Placebo.

Und bei Steroiden? Eine kontrollierte Humanstudie zu Silymarin bei Anwendern anaboler Steroide gibt es nicht. Die Suche danach ist kein Versehen, sondern liefert dieses Ergebnis. Was es gibt, ist eine Arbeit an 40 männlichen Wistarratten, die über acht Wochen schwimmen mussten und dabei 2 mg Methandienon je Kilogramm täglich oral bekamen, ein Teil davon zusätzlich 20 mg Silymarin je Kilogramm. Im Lebergewebe unterschieden sich die Silymarin-Tiere in mehreren histologischen Maßen von den unbehandelten Steroidtieren. Das ist ein Nagerbefund mit einer Dosis, die auf den Menschen umgerechnet weit über dem liegt, was eine Kapsel liefert, und er trägt keine Dosisempfehlung.

Trägt der Mechanismus, müsste er sich an den Transaminasen und am Bilirubin von Anwendern oraler Präparate zeigen, gemessen über einen Zyklus, gegen Placebo. Diese Messung fehlt. Bis sie vorliegt, stützt sich die verbreitete Empfehlung auf eine Analogie: dass ein Mittel, das den Leberschaden unter Tuberkulosemedikamenten senkt, es auch unter 17-alpha-alkylierten Steroiden tut. Die Analogie ist schwächer, als sie klingt, weil die Schadensmuster verschieden sind: Tuberkulosemedikamente schädigen überwiegend die Leberzelle selbst, orale Steroide behindern vor allem den Gallenfluss. Für den zweiten Fall ist TUDCA der Stoff mit dem passenderen Mechanismus, siehe auch Lever.

Dosering

  • Übliche Präparate liefern 200 bis 400 mg Silymarin täglich, auf zwei bis drei Gaben verteilt. Eine Dosisfindung für gesunde Anwender gibt es nicht, die Zahl stammt aus der Anwendung bei Lebererkrankungen
  • Auf den Silymarinanteil achten, nicht auf die Gesamtmenge Pulver. Ein Extrakt ohne Angabe des standardisierten Anteils ist nicht bewertbar
  • Der Phosphatidylcholin-Komplex erreicht bei kleinerer Wirkstoffmenge höhere Blutspiegel. Ob das klinisch etwas ändert, ist offen, und er kostet mehr
  • Zu einer Mahlzeit mit etwas Fett, das entspricht der Zubereitungsform der besser verfügbaren Präparate
  • In der Szene üblich ist die Einnahme über den ganzen Zyklus. Untersucht ist weder diese Dauer noch ein Zeitpunkt

Biverkningar

Magen und Darm. Berichtet werden weicher Stuhl, Blähungen und Übelkeit, meist zu Beginn. Ein Mechanismus dafür ist nicht belegt, naheliegend ist eine milde galletreibende Wirkung, die den Stuhl weicher macht. In der Metaanalyse zur Tuberkulosebehandlung traten unerwünschte Ereignisse unter Silymarin genauso häufig auf wie unter Placebo, bei 585 behandelten Patienten. Vad man kan göra: zu einer Mahlzeit nehmen und die Tagesmenge auf zwei bis drei Gaben verteilen. Hält es an, ist ein anderes Extraktpräparat den Versuch wert, weil die Begleitstoffe sich unterscheiden.

Allergie gegen Korbblütler. Die Mariendistel gehört zu den Korbblütlern, wie Beifuß, Kamille und Ambrosia. Wer auf diese Familie allergisch reagiert, kann auch auf den Extrakt reagieren, mit Hautausschlag bis hin zu schwereren Reaktionen. Das ist ein Klasseneffekt der Pflanzenfamilie und hängt nicht an der Dosis. Vad man kan göra: Bei bekannter Korbblütlerallergie nicht nehmen. Bei unbekannter Vorgeschichte mit einer niedrigen Dosis anfangen und auf Hautreaktionen achten.

Wechselwirkung über die Leberenzyme. Silymarin hemmt im Reagenzglas mehrere Enzyme des Fremdstoffabbaus und die Glucuronidierung. Daraus folgt die theoretische Möglichkeit, dass gleichzeitig eingenommene Arzneistoffe langsamer abgebaut werden und höher ansteigen. In den üblichen Dosen ist eine klinisch bedeutsame Wechselwirkung beim Menschen nicht regelmäßig beobachtet worden, und die Befunde stammen überwiegend aus Zellsystemen mit Konzentrationen, die eine Kapsel im Blut nicht erreicht. Die Sorge ist damit schwach belegt, aber nicht ausgeräumt. Vad man kan göra: Wer Arzneimittel mit engem Wirkbereich nimmt, etwa Gerinnungshemmer, Immunsuppressiva oder Antiepileptika, bespricht die Zugabe ärztlich. Für alle anderen folgt daraus nichts.

Blutzucker. In der Fettleber-Metaanalyse sanken unter Silymarin Nüchterninsulin und Insulinresistenzmaß. Das ist bei Fettleber erwünscht, es ist aber zugleich der Hinweis, dass der Stoff in den Zuckerstoffwechsel eingreift. Wer blutzuckersenkende Mittel nimmt, könnte zusätzlich absinken. Vad man kan göra: Bei Insulin oder Sulfonylharnstoffen in den ersten Wochen häufiger messen. Ohne solche Medikamente ist nichts zu tun.

Klassificering

Silymarin ist ein gut verträgliches, billiges Extraktgemisch mit einem Mechanismus, der seit Jahrzehnten beschrieben ist, und mit Ergebnissen, die davon deutlich abfallen. Bei nichtalkoholischer Fettleber sprechen die Daten für einen Nutzen, der über Leberwerte hinausgeht und bis ins Gewebebild reicht. Wer eine Fettleber hat, hat damit den besten Grund, es zu nehmen.

Für den Zweck, zu dem es im Kraftsport gekauft wird, nämlich die Leber während eines Zyklus oraler Präparate zu schützen, gibt es keine Messung am Menschen. Es gibt eine Rattenarbeit und eine Analogie aus der Tuberkulosebehandlung, und die Analogie passt beim Schadensmuster nicht sauber. Das macht die Einnahme nicht sinnlos, aber es macht sie zu einer Wette auf einen Mechanismus, nicht zu einer belegten Vorsorge.

Was Silymarin sicher nicht leistet: Es macht ein orales Präparat nicht unbedenklich, und ein normaler Leberwert unter Silymarin ist kein Beweis, dass nichts passiert. Wer orale Präparate nimmt, misst die Leberwerte, begrenzt die Dauer und die Dosis, und behandelt jedes Begleitmittel als das, was es ist: eine Ergänzung ohne Nachweis, nicht als Freibrief.

Källor

  1. Wadhwa K et al. Mechanistic Insights into the Pharmacological Significance of Silymarin. Molecules. 2022. PubMed
  2. de Avelar CR et al. Effect of silymarin on biochemical indicators in patients with liver disease: Systematic review with meta-analysis. World J Gastroenterol. 2017. PubMed
  3. Li S et al. Administration of silymarin in NAFLD/NASH: A systematic review and meta-analysis. Ann Hepatol. 2024. PubMed
  4. Tao L et al. Prophylactic Therapy of Silymarin (Milk Thistle) on Antituberculosis Drug-Induced Liver Injury: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Can J Gastroenterol Hepatol. 2019. PubMed
  5. Mendez-Sanchez N et al. Superior silybin bioavailability of silybin-phosphatidylcholine complex in oily-medium soft-gel capsules versus conventional silymarin tablets in healthy volunteers. BMC Pharmacol Toxicol. 2019. PubMed
  6. Radovanovic D et al. Hepatoprotective effects of silymarin in androgenic-anabolic steroid-induced liver damage. Med Pregl. 2003. PubMed
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