Vitamin B1 (Thiamin)

Thiamin ist ein wasserlösliches Vitamin, das als Cofaktor am Energiestoffwechsel beteiligt ist. Eine ausreichende Zufuhr beugt Mangel vor; ein zusätzlicher Nutzen für Kraft oder Muskelaufbau bei ausreichend versorgten Menschen ist nicht gezeigt.

Auch bekannt als: Vitamin B1, Thiamin, Thiamine

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Was es ist

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Der Körper speichert nur wenig davon; deshalb muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Vollkornprodukte, Samen, Hülsenfrüchte und Muskelfleisch sind Thiaminquellen.

Ein schwerer Mangel kann die Nervenfunktion und den Kohlenhydratstoffwechsel beeinträchtigen. Zum Krankheitsbild Beriberi gehören unter anderem Muskel- und Herzschwäche sowie Ödeme.

Wie es wirkt

Cofaktor im Stoffwechsel

Thiamindiphosphat ist die biologisch aktive Form von Vitamin B1. Eine mechanistische Übersichtsarbeit beschreibt es als Cofaktor von Enzymen mit wichtigen Aufgaben im Zellstoffwechsel.

Energiegewinnung und Nervensystem

Die DGE beschreibt Thiamin als beteiligt an der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten und Proteinen sowie an der Reizweiterleitung im Nervensystem.

Diese Funktionen erklären, weshalb ein Mangel schadet. Aus der Cofaktorfunktion folgt jedoch nicht, dass zusätzliches Thiamin bei bereits ausreichender Versorgung mehr Kraft oder Muskelwachstum bewirkt.

Was die Studien zeigen

In einer placebokontrollierten Studie mit 16 männlichen Athleten wurden nach drei Tagen mit 100 mg Thiamin täglich kurz nach einem Ergometertest weniger subjektive Ermüdungsbeschwerden berichtet. In der Gruppe mit normalem Thiaminstatus fiel zudem der Blutzuckeranstieg nach Belastung geringer aus.

Die Studie war klein und kurz; eine unabhängige Wiederholung ist aus den vorliegenden Quellen nicht bekannt. Das Abstract berichtet keine Verbesserung von Kraft, Muskelwachstum oder objektiver Trainingsleistung. Ob ausreichend versorgte Kraftsportler von zusätzlichem Thiamin profitieren, bleibt offen. Dafür müsste eine kontrollierte Studie den Ausgangsstatus erfassen und anschließend solche Trainingsendpunkte messen.

Dosierung

  • Alltägliche Zufuhr: Für Erwachsene von 25 bis unter 65 Jahren nennt die DGE 1,2 mg Thiamin pro Tag für Männer und 1,0 mg für Frauen. Das sind Referenzwerte für die Zufuhr, keine untersuchten Dosen zur Leistungssteigerung.
  • Versorgung über Lebensmittel: Vollkornprodukte, Samen, Hülsenfrüchte und Muskelfleisch liefern Thiamin. Wer einen Mangel vermutet, sollte die Ursache klären lassen, statt aus dem Referenzwert eine Behandlungsdosis abzuleiten.
  • Supplemente für das Training: Die kurze Athletenstudie liefert keine belastbare Dosisempfehlung für Kraft oder Muskelwachstum.

Nebenwirkungen

Hohe orale Zufuhr: Überschüssiges Thiamin wird über den Urin ausgeschieden; bei höheren Aufnahmen sinkt der Anteil, der im Darm aufgenommen wird. Wegen fehlender Berichte über Nebenwirkungen wurde kein tolerierbarer oberer Zufuhrwert festgelegt. Das belegt keine langfristige Sicherheit beliebig hoher Dosen. Eine verlässliche Risikoschwelle ist nicht bekannt; hohe Dosen ohne konkreten Anlass sind deshalb nicht begründet.

Furosemid: Das harntreibende Arzneimittel wird mit niedrigeren Thiaminkonzentrationen durch Verluste über den Urin in Verbindung gebracht. Die vorliegenden Angaben schlüsseln Ausgangsstatus, Dosis und Behandlungsdauer nicht auf; wie stark der Zusammenhang im Einzelfall ist, bleibt unklar. Bei regelmäßiger Einnahme sollte der Thiaminstatus mit der behandelnden Fachperson besprochen werden. Ob eine vorbeugende Supplementierung klinisch hilft, ist nicht geklärt.

Fluorouracil: Unter der Behandlung wurden Fälle von Beriberi oder Wernicke-Enzephalopathie berichtet. Ein veränderter Thiaminstoffwechsel ist als mögliche Erklärung beschrieben, aber weder eine Häufigkeit noch eine sichere Ursache ist damit belegt. Bei Verdacht auf einen Mangel ist eine ärztliche Abklärung erforderlich; eine vorbeugende Dosis lässt sich aus diesen Fallberichten nicht ableiten.

Einordnung

Für die Gesundheit zählt eine ausreichende Thiaminzufuhr, besonders wenn Krankheiten die Zufuhr, Aufnahme oder Verwertung beeinträchtigen. Die DGE nennt chronischen Alkoholmissbrauch als einen solchen Zusammenhang.

Für Kraft oder Muskelwachstum bei ausreichend versorgten Kraftsportlern ist ein Zusatznutzen durch Thiaminpräparate nicht gezeigt. Auch eine pauschal höhere Supplementdosis bei kohlenhydratreicher Ernährung oder Alkoholkonsum und eine verlässlich ansprechende Untergruppe für Trainingsendpunkte sind nicht belegt.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Thiamin (Vitamin B₁). Referenzwerte; Ableitung Stand 2015. Quelle öffnen
  2. NIH Office of Dietary Supplements. Thiamin: Health Professional Fact Sheet. Aktualisiert 9. Februar 2023. Quelle öffnen
  3. Prajapati S et al. Frontiers in the enzymology of thiamin diphosphate-dependent enzymes. Curr Opin Struct Biol. 2022. PubMed
  4. Suzuki M et al. Effects of thiamine supplementation on exercise-induced fatigue. Metab Brain Dis. 1996. PubMed

Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Systemen erstellt. Mehr dazu