L-Tryptophan

Essenzielle Aminosäure und Vorstufe von Serotonin. Für einzelne Schlafmaße gibt es positive Befunde; kleine Sportstudien liefern uneinheitliche Ergebnisse, und Daten zum Krafttraining fehlen.

Auch bekannt als: L-Tryptophan, Tryptophan, 5-HTP-Vorstufe

Wissen Bodybuilding Bible

Was es ist

L-Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure und ein Ausgangsstoff für Serotonin. Eine vergleichende Übersicht beschreibt, dass bei Säugetieren ein größerer Anteil des Tryptophans in den Kynureninweg eingeht als in die Serotoninsynthese.

Wie es wirkt

Serotoninsynthese

Nach der vergleichenden Übersicht kann die Verfügbarkeit von Tryptophan die Serotoninsynthese besonders in Nervenzellen der Raphe begrenzen. Das beschreibt einen Mechanismus, aber noch keine Schlafwirkung einer eingenommenen Dosis.

Transport ins Gehirn

Tryptophan konkurriert beim Transport ins Gehirn mit anderen großen neutralen Aminosäuren. Eine Veränderung ihres Verhältnisses könnte daher den Transport beeinflussen. Wie viel Tryptophan nach einer üblichen Supplementdosis tatsächlich ins menschliche Gehirn gelangt, zeigt die Übersicht nicht.

Die Empfehlung, Tryptophan zusammen mit Kohlenhydraten einzunehmen, folgt aus dieser Transporthypothese. Eine direkte Messung der Gehirnaufnahme nach gemeinsamer Kohlenhydratzufuhr liegt in den geprüften Quellen nicht vor.

Was die Studien zeigen

Eine Metaanalyse wertete vier Artikel quantitativ aus. In ihrer Analyse nach Tagesdosis betrug die Wachzeit nach dem Einschlafen bei weniger als 1 g Tryptophan 56,55 Minuten und bei mindestens 1 g 28,91 Minuten (P = 0,001). Das ist kein ausgewiesener randomisierter Direktvergleich der Dosen. Für andere untersuchte Schlafkomponenten fand die Metaanalyse keinen Effekt; weitere Moderatoren sind im Abstract nicht ausgewiesen.

Wachzeit nach dem Einschlafen nach Dosisgruppe

Darstellung: Zwei Balken auf einer bei null beginnenden Minutenachse, einer für weniger als 1 g Tryptophan täglich und einer für mindestens 1 g täglich. Daten: Weniger als 1 g: 56,55 Minuten; mindestens 1 g: 28,91 Minuten; Vergleich P = 0,001. Fundstellen: Quelle s2, PubMed-Abstract, Dosisgruppenanalyse der Metaanalyse; vier Artikel wurden quantitativ ausgewertet. Hinweise: Die Dosisgruppen stammen aus unterschiedlichen Studienbedingungen. Keinen randomisierten Direktvergleich, keine Dosis-Wirkungs-Kurve und keinen optimalen Schwellenwert darstellen.

Wachzeit nach dem Einschlafen in zwei Dosisgruppen der Metaanalyse. Die Gruppierung zeigt nicht, wie stark eine Dosiserhöhung bei derselben Person wirkt.

In einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie erhielten 98 nach 5-HTTLPR-Genotyp ausgewählte Personen jeweils eine Woche lang Placebo und 1 g Tryptophan täglich. Unter Tryptophan verbesserten sich die aktigraphisch gemessene Schlafeffizienz und die Wachzeit nach dem Einschlafen unabhängig vom untersuchten Genotyp. Die subjektive Schlafqualität verbesserte sich nur in der Gruppe mit S-Allel marginal.

Bei 20 jungen Sportlern waren in einem doppelblinden Radfahrversuch einzelne Leistungswerte unter Tryptophan höher als unter Placebo, darunter die zurückgelegte Distanz im abschließenden 20-Minuten-Abschnitt. Der Abstract nennt keine Tryptophandosis. In einer anderen randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie mit zehn ausdauertrainierten Männern unterschied sich die Zeit bis zur Erschöpfung beim Radfahren zwischen den Bedingungen nicht. Tryptophan wurde über ein Getränk mit 3 g pro Liter gegeben; die getrunkene Gesamtmenge ist nicht angegeben. Eine stärkere Gehirnaufnahme wurde nur modellbasiert geschätzt. Weitere Moderatoren sind im Abstract nicht ausgewiesen.

Die beiden kleinen Sportstudien prüften unterschiedliche Radfahrprotokolle und liefern kein einheitliches Ergebnis. Ob Tryptophan Kraft, Muskelaufbau oder die Leistung beim Krafttraining verändert, bleibt offen. Dafür müssten kontrollierte Studien diese Endpunkte direkt messen.

Dosierung

  • Für Schlaf: Bei 1 g täglich über eine Woche verbesserten sich in einer Crossover-Studie zwei objektive Schlafmaße. Die Metaanalyse fand für die Gruppe ab 1 g eine kürzere Wachzeit nach dem Einschlafen, prüfte aber keine individuelle Zieldosis im direkten Dosisvergleich.
  • Mit Kohlenhydraten: Eine zusätzliche Kohlenhydratportion lässt sich aus den geprüften Quellen nicht als Maßnahme für bessere Gehirnaufnahme oder besseren Schlaf empfehlen.
  • Für Sport: Aus den unterschiedlichen Radfahrversuchen lässt sich keine wirksame Tagesdosis für Ausdauer- oder Krafttraining bestimmen.

Nebenwirkungen

Wechselwirkung mit SSRIs: Eine klinische Übersicht beschreibt eine mögliche pharmakodynamische Wechselwirkung bei gleichzeitiger Gabe von Tryptophan und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Sie nennt weder eine Häufigkeit noch eine Dosis, ab der ein Serotoninsyndrom-ähnlicher Zustand zu erwarten wäre. In einem achtwöchigen Zusatzversuch mit 30 Menschen mit Major Depression unter Fluoxetin wurde kein Serotoninsyndrom beobachtet. Die kleine Stichprobe schließt ein seltenes Risiko nicht aus. Wer einen SSRI einnimmt, sollte die Kombination vorab medizinisch prüfen lassen; eine sichere Kombinationsdosis ist aus diesen Arbeiten nicht ableitbar.

Schläfrigkeit am Tag: Im Fluoxetin-Zusatzversuch wurde bei 4 g Tryptophan täglich Schläfrigkeit am Tag berichtet. Ein genauer Mechanismus und die Häufigkeit sind daraus nicht zu bestimmen. Tritt Schläfrigkeit auf, sollte die Einnahme medizinisch überprüft werden; eine geprüfte Gegenmaßnahme nennt die Studie nicht.

Das Risiko seltener oder langfristiger Nebenwirkungen lässt sich mit diesen Arbeiten nicht beziffern. Belastbare Langzeitdaten zu heutigen Produkten fehlen.

Einordnung

Für einzelne Schlafmaße sprechen eine kleine quantitative Metaanalyse und eine kontrollierte Crossover-Studie. Offen bleibt, welche Dosis im direkten Vergleich am besten abschneidet und wie deutlich ein möglicher Unterschied im Alltag spürbar ist. Für Sport gibt es einen positiven Befund aus einem intermittierenden Radfahrprotokoll und einen Nullbefund zur Zeit bis zur Erschöpfung in einem anderen Protokoll. Für Krafttraining fehlen direkte Daten.

Ein plausibler Weg zur Serotoninsynthese sagt einen möglichen Effekt voraus. Er belegt für sich genommen weder eine verlässliche Wirkung auf den gesamten Schlaf noch eine allgemeine Wirkung auf Stimmung oder sportliche Leistung.

Quellen

  1. Sutanto CN et al. The impact of tryptophan supplementation on sleep quality: a systematic review, meta-analysis, and meta-regression. Nutr Rev. 2022. PubMed
  2. Höglund E et al. Tryptophan Metabolic Pathways and Brain Serotonergic Activity: A Comparative Review. Front Endocrinol (Lausanne). 2019. PubMed
  3. van Hall G et al. Ingestion of branched-chain amino acids and tryptophan during sustained exercise in man: failure to affect performance. J Physiol. 1995. PubMed
  4. Mitchell PB. Drug interactions of clinical significance with selective serotonin reuptake inhibitors. Drug Saf. 1997. PubMed
  5. van Dalfsen JH et al. The serotonin transporter gene-linked polymorphic region (5-HTTLPR) and the sleep-promoting effects of tryptophan: A randomized placebo-controlled crossover study. J Psychopharmacol. 2019. PubMed
  6. Javierre C et al. L-tryptophan supplementation can decrease fatigue perception during an aerobic exercise with supramaximal intercalated anaerobic bouts in young healthy men. Int J Neurosci. 2010. PubMed
  7. Levitan RD et al. Preliminary randomized double-blind placebo-controlled trial of tryptophan combined with fluoxetine to treat major depressive disorder: antidepressant and hypnotic effects. J Psychiatry Neurosci. 2000. PubMed

Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Systemen erstellt. Mehr dazu