AST (GOT)

AST (GOT) ist ein nicht leberspezifischer Enzymmarker aus mehreren Geweben. Muskelkontext, Hämolyse und seltene Makro-AST können den Befund beeinflussen. Der Einzelwert und der AST/ALT-Quotient beweisen keine Ursache.

Auch bekannt als: Aspartat-Aminotransferase, GOT, De-Ritis-Quotient

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Was AST (GOT) misst

AST, auch GOT genannt, ist ein intrazelluläres Enzym. Ein Labortestkatalog beschreibt eine Lokalisation im Zytoplasma und in den Mitochondrien sowie in mehreren menschlichen Geweben, darunter Leber, Skelettmuskel, Herzmuskel und Niere. AST ist deshalb kein leberspezifischer Marker. Ein erhöhter Serumwert erlaubt für sich genommen keine sichere Zuordnung zur Leber.

Wie ein Referenzbereich zu lesen ist

Ein konkreter AST-Referenzbereich gehört zum jeweiligen Laborverfahren. Ein Labortestkatalog ist keine Vergleichs- oder Interventionsstudie und erlaubt keine Übertragung eines einzelnen Zahlenbeispiels auf alle Labore oder Personen. Für die Befundbesprechung ist deshalb der Referenzbereich auf dem eigenen Laborbericht maßgeblich.

Was bei Bodybuildern beobachtet wurde

Eine kleine vergleichende Humanstudie untersuchte 15 steroidnutzende Bodybuilder, 10 Bodybuilder ohne Steroide, 49 Hepatitispatienten und 592 Medizinstudierende. In beiden Bodybuildergruppen waren Kreatinkinase (CK), AST und Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht, während die Gamma-Glutamyltransferase (GGT) normal blieb. Bei Hepatitispatienten waren AST, ALT und GGT erhöht; nur dort wurde eine Korrelation zwischen Aminotransferasen und GGT berichtet.

Das Muster ist mit einer Muskelbeteiligung als mögliche Erklärung vereinbar, beweist sie jedoch nicht. Die Studie war klein und beobachtend, die Steroidregime waren selbst gewählt, und Trainingslast sowie Messzeitpunkt wurden nicht standardisiert. Normale GGT wurde dabei nicht als diagnostischer Ausschlusstest gegen eine Lebererkrankung validiert.

Was der AST/ALT-Quotient beitragen kann

Der AST/ALT-Quotient, auch De-Ritis-Quotient genannt, ist ein Kontextmarker und keine eigenständige Diagnose. Eine narrative klinisch-biochemische Übersichtsarbeit beschreibt ihn als abhängig von Ursache und Zeitpunkt. Als mögliche Erklärung nennt sie unterschiedliche Halbwertszeiten im Serum, etwa 18 Stunden für AST und 36 Stunden für ALT.

Deshalb sind einfache Schwellenregeln nicht belastbar: Bei akuter Virushepatitis kann AST über ALT liegen; nach mehreren Tagen alkoholischer Hepatitis kann ALT über AST liegen. Auch eine Muskelverletzung kann überwiegend AST erhöhen. Ein allgemein akzeptierter gesunder Referenzbereich für den Quotienten fehlt. Der Quotient allein beweist daher weder Alkohol-, Muskel- noch Leberursprung.

Welche Laborartefakte und seltenen Ursachen dazugehören

Hämolyse kann AST-Messungen analytisch verfälschen. In einer In-vitro-Interferenzstudie wurden für AST falsch hohe Werte ab einer Hämoglobinkonzentration von über 1,5 g/L im untersuchten Verfahren beschrieben. Dieser Schwellenwert ist verfahrensabhängig. Die Studie zeigt nicht, dass langes Stauen bei jeder Routineblutentnahme zuverlässig eine solche AST-Erhöhung auslöst.

Eine weitere seltene Differenzialdiagnose ist Makro-AST. Ein Fallbericht beschreibt eine 44-jährige Frau mit isolierter AST-Erhöhung über 14 Jahre, unauffälligen übrigen Leberwerten, unauffälligem Ultraschall und zwei unauffälligen Leberbiopsien. Eine zusätzliche Laboranalyse identifizierte Makro-AST als Ursache. Dieser Einzelfall belegt keine Häufigkeit, zeigt aber, warum „isoliert erhöht“ nicht automatisch „Muskel oder Hämolyse“ bedeutet.

Was sich praktisch für den Kraftsport ableiten lässt

Für Kraftsportler ist ein erhöhtes AST daher zunächst ein Befund zur weiteren Einordnung, kein Beweis für eine Leber- oder Muskelerkrankung. Das in der kleinen Bodybuilderstudie beobachtete Muster mit erhöhtem CK, AST und ALT bei normalem GGT kann eine Muskelbeteiligung stützen, trennt die Ursachen aber nicht sicher. Der De-Ritis-Quotient sollte wegen seiner Zeit- und Ursachenabhängigkeit nicht mit einer festen Diagnosegleichung verwechselt werden.

Belastungszeitpunkt, weitere Laborwerte und Persistenz sind für die Interpretation relevant. Die Quellen definieren aber weder eine trainingsspezifische AST/ALT-Schwelle noch eine verlässliche Trainingsdosis oder Zeit bis zur Normalisierung. Solche Zahlen lassen sich aus dem Befund nicht seriös ableiten.

Wann eine weitere Abklärung sinnvoll ist

Eine anhaltende isolierte AST-Erhöhung sollte nicht pauschal als Muskel- oder Hämolysefolge abgetan werden. Der Fallbericht zu Makro-AST zeigt eine seltene Differenzialdiagnose, erlaubt aber keine Häufigkeitsschätzung.

Auch eine gemeinsame Erhöhung von AST, ALT und GGT ist ein Muster, keine alleinige Diagnose. Die Hepatitisvergleichsgruppe der Bodybuilderstudie zeigte zwar dieses Muster, doch die Studie validierte keine allgemeine Trennregel. Für eine belastbare Einordnung müssen deshalb Referenzbereich, Messverfahren, zeitlicher Abstand zur Belastung und klinischer Kontext zusammen betrachtet werden; eine einzelne AST/ALT-Schwelle ersetzt das nicht.

Quellen

  1. Botros M et al. The de ritis ratio: the test of time. Clin Biochem Rev. 2013. PubMed
  2. Newcastle Hospitals Laboratories. Aspartate aminotransferase, serum. Seite aktualisiert am 07.07.2026. Quelle öffnen
  3. Mbagaya W et al. Persistently raised aspartate aminotransferase (AST) due to macro-AST in a rheumatology clinic. Diagnosis (Berl). 2015. PubMed
  4. Dickerman RD et al. Anabolic steroid-induced hepatotoxicity: is it overstated?. Clin J Sport Med. 1999. PubMed
  5. Sonntag O. Haemolysis as an interference factor in clinical chemistry. J Clin Chem Clin Biochem. 1986. PubMed

Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Systemen erstellt. Mehr dazu