Selank
Selank ist ein Heptapeptid mit einem begrenzten klinischen Signal bei Angststörungen und präklinischen Hinweisen auf mögliche Wirkmechanismen. Eine belastbare Wirksamkeit, Humandosis und Langzeitsicherheit sind nicht bestimmt; Befunde zur Grundform lassen sich nicht auf N-Acetyl-Selank übertragen.
Auch bekannt als: Селанк
Vad det är
Selank ist ein Heptapeptid mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro. Diese Sequenz beschreibt die untersuchte Selank-Grundform.
Die Bezeichnung „N-Acetyl-Selank“ oder „NA-Selank“ deutet auf eine chemisch veränderte Form hin. Die ausgewählten Untersuchungen bestimmen weder die genaue Struktur eines so bezeichneten Produkts noch dessen Stabilität, Aufnahme, Wirkung oder Sicherheit. Befunde zur Selank-Grundform gelten deshalb nicht automatisch für N-Acetyl-Selank.
In einer präklinischen Untersuchung des Peptidabbaus wurden TKPRP, TKP, RP und GP als wichtige Abbauprodukte der Selank-Grundform beschrieben. Die Arbeit untersuchte auch intranasal verabreichtes Selank in Hirngewebe, liefert im Abstract aber keine verwertbaren menschlichen Konzentrationsverläufe.
Hur det fungerar
GABA-bezogene Bindung
In einem Versuch an isolierten Gehirnzellmembranen beeinflusste Selank die Bindung von markiertem GABA in der Richtung einer positiven allosterischen Modulation. Spezies, Testkonzentrationen und quantitative Bindungswerte werden im Abstract nicht genannt.
Im selben Membranversuch waren die kombinierten Effekte mit untersuchten Arzneistoffen nicht einfach additiv: Selank konnte die Modulation durch Diazepam und Olanzapin blockieren. Daraus lässt sich keine Richtung einer Wechselwirkung beim Menschen vorhersagen.
Enkephalinabbau
In einem Plasmaassay hemmte Selank den enzymatischen Abbau von Enkephalin konzentrationsabhängig. Die berichtete IC50 betrug 15 µM. Bei Beobachtungen an Patienten war das Muster von Leu-Enkephalin-Halbwertszeit und abbauender Enzymaktivität bei generalisierter Angststörung verändert, bei Panikstörung und Agoraphobie jedoch nicht in derselben Weise. Patientenzahlen und quantitative Gruppenunterschiede werden im Abstract nicht angegeben.
Der Plasmaassay zeigt eine biochemische Möglichkeit. Ohne menschliche Expositionswerte bleibt offen, ob nach einer Anwendung 15 µM am relevanten Ort erreicht werden. Ein Biomarkerunterschied zwischen Diagnosegruppen beweist zudem nicht, dass die Hemmung des Enkephalinabbaus eine Angstlinderung vermittelt.
Vad studierna visar
Patienten mit Angststörungen
Eine Studie verglich Selank mit Phenazepam bei 60 Patienten mit phobischen Angst- und somatoformen Störungen. Der Abstract berichtet ausgeprägte angstlösende und milde nootrope Effekte sowie eine verbesserte Lebensqualität. Er beschreibt außerdem eine angstlösende Wirkung bis eine Woche nach der letzten Selank-Gabe.
Dosis, Aufnahmeweg, Behandlungsdauer, Gruppengrößen, Zuteilung und Verblindung sind im Abstract nicht beschrieben. Ein Placeboarm und eine quantitative Effektgröße werden nicht berichtet. Die Studie erlaubt daher weder eine belastbare Schätzung der Wirkung gegenüber Placebo noch den Nachweis einer Gleichwertigkeit mit Phenazepam. Der berichtete Symptomverlauf ist auch kein Nachweis einer einwöchigen Selank-Halbwertszeit.
Akutes Hirnsignal ohne Angstendpunkt
Bei 52 gesunden Erwachsenen wurde die funktionelle Hirnkonnektivität vor sowie 5 und 20 Minuten nach einer Injektion von Selank, Semax oder Placebo gemessen. Berichtet wurden Unterschiede zwischen der rechten Amygdala und mehreren temporalen und parahippocampalen Regionen. Angstsymptome oder ein Behandlungserfolg wurden nicht gemessen; Dosis und Gruppengrößen fehlen im Abstract.
Stammabhängiger Befund im Mausmodell
In einem Mausversuch mit intranasaler oder intraperitonealer Gabe von 300 µg/kg täglich über fünf Tage wurden angstbezogene und als nootrop bezeichnete Verhaltenseffekte bei BALB/c-Mäusen berichtet, bei C57BL/6-Mäusen dagegen nicht. Die Stämme unterschieden sich bereits im Ausgangsverhalten. Gruppengrößen und quantitative Verhaltenseffekte fehlen im Abstract.
Der Mausstamm wurde als möglicher Einflussfaktor geprüft; eine entsprechende menschliche Untergruppe ist damit nicht belegt. Für Selank wurde in den ausgewählten Arbeiten keine klar berichtete placebokontrollierte Humanstudie mit validiertem Angstendpunkt und auswertbarer Effektgröße gefunden.
Dosering
- Behandlung von Angststörungen: Eine evidenzbasierte Humandosis lässt sich aus dem aktiven Vergleich nicht ableiten, weil Dosis, Aufnahmeweg und Behandlungsdauer im Abstract fehlen.
- Intranasale Anwendung: Die Mausdosis von 300 µg/kg täglich über fünf Tage ist keine Humandosis. Die präklinische Untersuchung der Verteilung im Hirngewebe liefert keine menschliche Bioverfügbarkeit oder belastbare Konzentrationswerte.
- Injektion: Die akute fMRT-Studie nennt keine Dosis und prüfte keinen therapeutischen Endpunkt. Daraus folgt kein Anwendungsschema.
- Plasmaassay: Die IC50 von 15 µM ist eine Testkonzentration, keine einzunehmende Menge.
- N-Acetyl-Selank: Für die gesondert bezeichnete Form liegt im ausgewählten Evidenzpaket keine Dosisfindung vor. Eine Dosis der Grundform kann nicht als gleichwertig übernommen werden.
Biverkningar
Verträglichkeit und Langzeitfolgen
Ein Selank-spezifischer Schadmechanismus und belastbare Häufigkeiten unerwünschter Ereignisse sind in den ausgewählten Arbeiten nicht bestimmt. Ob mögliche Beschwerden von Dosis, Aufnahmeweg oder Dauer abhängen, bleibt offen. Auch eine Grenze, ab der sich ein Risiko verlässlich erkennen ließe, ist nicht belegt. Bei Beschwerden ist medizinische Abklärung sinnvoll; eine nachgewiesen sichere Langzeitanwendung lässt sich aus den verfügbaren Befunden nicht ableiten.
Kombination mit zentral wirksamen Arzneistoffen
Im Membranversuch veränderte Selank die GABA-bezogene Bindungsmodulation durch Diazepam und Olanzapin. Weil Konzentrationen und klinische Folgen nicht bestimmt sind, ist unbekannt, ob und bei welcher Dosis eine entsprechende Wechselwirkung beim Menschen auftritt. Ein Messwert oder eine Gegenmaßnahme für eine solche Kombination ist nicht belegt. Wer zentral wirksame Arzneimittel einnimmt, sollte eine zusätzliche Anwendung medizinisch prüfen lassen.
Abhängigkeit und Entzug
Ein Mechanismus für Abhängigkeit oder Entzug unter Selank ist in den ausgewählten Arbeiten nicht nachgewiesen. Dosis- und Dauerabhängigkeit, Ereignisraten und ein möglicher Verlauf nach dem Absetzen sind unbekannt. Eine Entzugsfreiheit lässt sich daraus nicht ableiten. Für wiederholte Anwendung oder auftretende Beschwerden nach dem Absetzen gibt es keine belegte Selank-spezifische Gegenmaßnahme.
Klassificering
Für Patienten mit den untersuchten Angststörungen gibt es ein positives klinisches Signal aus einem unvollständig beschriebenen aktiven Vergleich. Das akute fMRT-Ergebnis zeigt eine messbare Veränderung der Hirnkonnektivität, beantwortet aber keine Frage zur Angstbehandlung. Für gesunde Menschen mit nootropem Ziel ist ein Nutzen nicht gezeigt.
Die Membran- und Plasmaversuche liefern prüfbare Wirkmodelle. Das stammabhängige Mausverhalten zeigt zugleich, dass ein biologischer Effekt nicht überall gleich ausfallen muss. Eine geschlossene Kausalkette von der Anwendung über eine erreichte Wirkstoffkonzentration bis zur Linderung menschlicher Angstsymptome fehlt.
Trägt einer der vorgeschlagenen Mechanismen klinisch, müsste eine randomisierte, verblindete und placebokontrollierte Studie bei klar definierter Angststörung eine Veränderung auf einer validierten Angstskala zeigen. Sie müsste Dosis, Exposition, unerwünschte Ereignisse und mögliche Unterschiede zwischen Patientengruppen zugleich erfassen. Für N-Acetyl-Selank wären Identität und Exposition der untersuchten Form zuerst gesondert zu bestimmen.
Källor
- Medvedev VE et al. A comparison of the anxiolytic effect and tolerability of selank and phenazepam in the treatment of anxiety disorders. Zh Nevrol Psikhiatr Im S S Korsakova. 2014. PubMed
- Panikratova YR et al. Functional Connectomic Approach to Studying Selank and Semax Effects. Dokl Biol Sci. 2020. PubMed
- Zolotarev IuA et al. Evenly tritium-labeled peptides and their in vivo and in vitro biodegradation. Bioorg Khim. 2006. PubMed
- Zozulya AA et al. The inhibitory effect of Selank on enkephalin-degrading enzymes as a possible mechanism of its anxiolytic activity. Bull Exp Biol Med. 2001. PubMed
- Vyunova TV et al. Peptide-based Anxiolytics: The Molecular Aspects of Heptapeptide Selank Biological Activity. Protein Pept Lett. 2018. PubMed
- Vasil'eva EV et al. COMPARISON OF PHARMACOLOGICAL EFFECTS OF HEPTAPEPTIDE SELANK AFTER INTRANASAL AND INTRAPERITONEAL ADMINISTRATION TO BALB/c AND C57BL/6 MICE.. Eksp Klin Farmakol. 2016. PubMed
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