Raloxifen
Raloxifen ist ein selektiver Estrogenrezeptor-Modulator. Für Gynäkomastie gibt es nur begrenzte Belege aus pubertären Populationen; eine Wirkung bei erwachsenen Männern oder als PCT ist nicht gezeigt.
Auch bekannt als: Raloxifene, Evista, Raloxifen
Vad det är
Raloxifen ist ein selektiver Estrogenrezeptor-Modulator, kurz SERM, aus der Benzothiophen-Klasse. Ein SERM verändert Estrogensignale je nach Gewebe unterschiedlich. Deshalb sind eine Wirkung an der Brust, Veränderungen der Hormonwerte und eine Wirkung am Knochen getrennte Fragen.
Hur det fungerar
Hormonregelkreis
Die antiestrogene Wirkung am Hypothalamus kann die Ausschüttung von Gonadotropinen erhöhen. Bei Männern mit idiopathischer Oligozoospermie wurden unter Raloxifen tatsächlich höhere Gonadotropinwerte beobachtet.
Ein Anstieg von LH oder FSH ist ein Laborbefund. Er zeigt nicht, dass sich die körpereigene Testosteronproduktion nach dem Absetzen anaboler Steroide klinisch erholt.
Brust und Knochen
Eine Abschwächung des Estrogensignals im Brustgewebe macht eine Abnahme von Drüsengewebe plausibel. Ob Raloxifen bei erwachsenen Männern bereits lange bestehendes Gewebe zurückbildet, lässt sich daraus nicht ableiten. Am Knochen wurde unter bestimmten Bedingungen eine Veränderung der Knochendichte gemessen; daraus folgt noch kein nachgewiesener Schutz vor Frakturen bei Männern.
Vad studierna visar
Eine systematische Übersicht zur pubertären Gynäkomastie schloss 24 Publikationen zu medikamentösen Behandlungen ein. Nur zwei davon untersuchten Raloxifen. Die Autoren bewerteten die pharmakologische Evidenz insgesamt als unzureichend; erwachsene Männer waren von der Übersicht ausgeschlossen.
Die Leitlinie der European Academy of Andrology empfiehlt SERMs nicht allgemein zur Behandlung einer Gynäkomastie. Bei lang bestehender Gynäkomastie, die sich nicht zurückbildet, nennt sie eine Operation als mögliche Behandlung. Das ist keine Raloxifen-spezifische Prüfung.
In einer vergleichenden Studie mit 284 Männern mit idiopathischer Oligozoospermie erhielten 91 Raloxifen in einer Dosis von 60 mg täglich. Die Gonadotropine stiegen unter den untersuchten SERM-Behandlungen; unter Raloxifen war der Anstieg weniger ausgeprägt als unter Tamoxifen oder Toremifen. Quantitative Hormonänderungen sind im Abstract nicht angegeben. Eine PCT oder Erholung nach Anabolikagebrauch wurde nicht untersucht.
In einer randomisierten, offenen Studie mit 48 Männern unter GnRH-Agonist-Therapie wegen Prostatakrebs nahm die Knochendichte der Gesamthüfte nach zwölf Monaten mit 60 mg Raloxifen täglich um 1,1 % zu und ohne Raloxifen um 2,6 % ab. An der Lendenwirbelsäule betrugen die Veränderungen plus 1,0 % und minus 1,0 %; dieser Gruppenunterschied war statistisch nicht signifikant. Eine Suche nach Moderatoren wird nicht berichtet, und Frakturen waren kein berichteter Endpunkt.
Darstellung: Zwei Gruppen von Balken für Gesamthüfte und Lendenwirbelsäule. Je Gruppe Raloxifen und keine Raloxifenbehandlung auf einer gemeinsamen Achse für die prozentuale Änderung nach zwölf Monaten, mit sichtbarer Nulllinie. Daten: Gesamthüfte: Raloxifen +1,1 %, ohne Raloxifen −2,6 %, Gruppenunterschied P < 0,001. Lendenwirbelsäule: Raloxifen +1,0 %, ohne Raloxifen −1,0 %, Gruppenunterschied P = 0,07. Insgesamt 48 Männer; Gruppengrößen nicht berichtet. Raloxifen 60 mg täglich. Fundstellen: s13, Abstract, Ergebnisse zur mittels DXA gemessenen Knochendichte von Gesamthüfte und Lendenwirbelsäule. Hinweise: Beide Messorte auf derselben Prozentskala darstellen. Die Signifikanz der Hüftmessung und den nicht signifikanten Wirbelsäulenbefund getrennt kennzeichnen. Knochendichte ist ein Surrogatendpunkt; die Männer hatten Prostatakrebs und erhielten einen GnRH-Agonisten.
Dosering
- Gynäkomastie: Aus der vorliegenden Evidenz lässt sich keine geprüfte Dosis für erwachsene Männer ableiten. Auch eine Dosis von 30 mg täglich ist hier nicht belegt.
- Hormonstudie: 60 mg täglich wurden bei Männern mit idiopathischer Oligozoospermie untersucht. Diese Studiendosis ist keine Dosierungsempfehlung für eine PCT.
- Knochenstudie: 60 mg täglich wurden bei Männern unter GnRH-Agonist-Therapie geprüft. Der Befund begründet keine Einnahmeempfehlung für gesunde Männer oder Sportler.
Biverkningar
Venöse Thromboembolien: Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene; die genaue Erklärung für den Risikoanstieg unter Raloxifen ist mit den hier ausgewerteten Studien nicht geklärt. In einer kontrollierten Studie an postmenopausalen Frauen mit Osteoporose war das Risiko unter Raloxifen erhöht. In einer achtjährigen Auswertung lag der Risikoschätzer ebenfalls höher, sein Konfidenzintervall schloss jedoch keinen Unterschied ein. Wie Dosis und individuelle Veranlagung das Risiko bei Männern verändern, ist nicht bestimmt. Vor einer Behandlung sollte das persönliche Thromboserisiko ärztlich geprüft und ein Verdacht auf eine Thrombose umgehend abgeklärt werden; eine belegte Gegenmaßnahme für Männer lässt sich aus diesen Studien nicht ableiten.
Hitzewallungen und Muskelkrämpfe: In der achtjährigen Auswertung waren beide Beschwerden bei postmenopausalen Frauen unter Raloxifen häufiger als unter Placebo. Der jeweilige Mechanismus, die Dosisabhängigkeit und die Häufigkeit bei Männern sind damit nicht geklärt. Für Männer lässt sich daraus weder ein Grenzwert zur Überwachung noch eine belegte Gegenmaßnahme ableiten. Treten Beschwerden während einer Behandlung auf, sollten sie ärztlich besprochen werden.
Klassificering
Raloxifen ist für Gynäkomastie eine pharmakologisch plausible Option mit begrenzten klinischen Belegen aus pubertären Populationen. Eine Überlegenheit gegenüber anderen SERMs, eine verlässliche Rückbildung lange bestehender oder anabolikabedingter Gynäkomastie und ein Nutzen als PCT sind nicht gezeigt.
Die entscheidende Prüfung wäre eine kontrollierte Studie an erwachsenen Männern, die Drüsengröße und Rückfälle nach dem Absetzen misst. Für eine PCT müsste zusätzlich die Erholung der körpereigenen Hormonproduktion nach dem Absetzen anaboler Steroide untersucht werden. Die bisher gemessenen Gonadotropinwerte beantworten diese Frage nicht.
Källor
- Berger O et al. Gynecomastia: A systematic review of pharmacological treatments. Front Pediatr. 2022. PubMed
- Kanakis GA et al. EAA clinical practice guidelines-gynecomastia evaluation and management. Andrology. 2019. PubMed
- Tsourdi E et al. The effect of selective estrogen receptor modulator administration on the hypothalamic-pituitary-testicular axis in men with idiopathic oligozoospermia. Fertil Steril. 2009. PubMed
- Smith MR et al. Raloxifene to prevent gonadotropin-releasing hormone agonist-induced bone loss in men with prostate cancer: a randomized controlled trial. J Clin Endocrinol Metab. 2004. PubMed
- Ettinger B et al. Reduction of vertebral fracture risk in postmenopausal women with osteoporosis treated with raloxifene: results from a 3-year randomized clinical trial. Multiple Outcomes of Raloxifene Evaluation (MORE) Investigators. JAMA. 1999. PubMed
- Martino S et al. Safety assessment of raloxifene over eight years in a clinical trial setting. Curr Med Res Opin. 2005. PubMed
Denna artikel har skapats med hjälp av AI-system. Läs mer