PT-141
PT-141 (Bremelanotid) ist ein zyklisches Peptid. Eine Dosisfindungsstudie fand bei prämenopausalen Frauen mit weiblichen Sexualfunktionsstörungen Verbesserungen mehrerer selbstberichteter Werte; die spätere Produktinformation berichtet keinen signifikanten Unterschied bei der Zahl befriedigender sexueller Ereignisse. Eine Libidosteigerung bei gesunden Menschen oder Männern ist nicht belegt.
Auch bekannt als: Bremelanotid, Bremelanotide, PT 141
Vad det är
PT-141, auch Bremelanotid genannt, ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid aus der Klasse der Melanocortin-Rezeptoragonisten. Das US-Arzneimittel Vyleesi enthält Bremelanotid zur subkutanen Anwendung bei prämenopausalen Frauen mit erworbener, generalisierter Störung des sexuellen Verlangens, die erheblichen Leidensdruck oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten verursacht.
Hur det fungerar
Melanocortin-Rezeptoren
Bremelanotid aktiviert mehrere Melanocortin-Rezeptortypen. Laut Produktinformation sind bei therapeutischer Dosierung besonders MC1R und MC4R relevant. Welche Rezeptorwirkung die klinische Wirkung bei Frauen verursacht, ist unbekannt; eine direkte Zielbindung im menschlichen Hypothalamus wurde nicht gezeigt.
Pigmentierung und Aufnahme anderer Arzneien
Die Aktivierung von MC1R an Melanozyten kann die Melaninbildung steigern und damit eine Dunkelfärbung von Haut und Schleimhäuten erklären. Bremelanotid kann außerdem die Magenentleerung verlangsamen und dadurch die Aufnahme gleichzeitig eingenommener Arzneimittel verändern.
Nach subkutaner Anwendung erreicht die Plasmakonzentration laut Produktinformation nach etwa einer Stunde ihr Maximum; die mittlere terminale Halbwertszeit beträgt etwa 2,7 Stunden. Diese Blutwerte belegen weder eine Konzentration im Gehirn noch eine Schwelle für eine sexuelle Reaktion.
Die Rezeptoraktivierung macht eine Wirkung auf zentrale Signalwege plausibel. Sie beweist nicht, dass MC4R-Aktivierung im menschlichen Gehirn die klinische Wirkung verursacht. Dafür müssten Zielbindung und klinische Reaktion beim Menschen gemeinsam geprüft werden.
Vad studierna visar
In einer Dosisfindungsstudie über zwölf Wochen lagen Wirksamkeitsdaten von 327 prämenopausalen Frauen mit verschiedenen weiblichen Sexualfunktionsstörungen vor. Für die zusammengefassten Gruppen mit 1,25 und 1,75 mg stieg die Zahl als befriedigend bewerteter sexueller Ereignisse im Mittel um 0,7 pro Monat, unter Placebo um 0,2. Der Gesamtwert zur Sexualfunktion stieg um 3,6 gegenüber 1,9 Punkten; der Distresswert sank um 11,1 gegenüber 6,8 Punkten. Für 0,75 mg wurde bei den berichteten Wirksamkeitsergebnissen kein Unterschied zu Placebo gefunden. Die gemeinsame Auswertung erlaubt keine getrennte Effektgröße für 1,25 und 1,75 mg; weitere Moderatoren sind im Abstract nicht ausgewiesen.
In zwei späteren Phase-III-Studien wurde 1,75 mg bei Bedarf über 24 Wochen bei prämenopausalen Frauen mit erworbener, generalisierter Störung des sexuellen Verlangens untersucht. Insgesamt wurden 1.267 Frauen randomisiert. Die Produktinformation berichtet für die Zahl befriedigender sexueller Ereignisse keinen signifikanten Unterschied zu Placebo. Für diesen Endpunkt ist dort keine Moderatoranalyse beschrieben; individuelle Reaktionsmuster lassen sich daraus nicht beurteilen.
Eine ältere placebokontrollierte Untersuchung prüfte PT-141 als Nasenspray bei gesunden Männern und Viagra-responsiven Männern mit erektiler Dysfunktion. Bei intranasalen Dosen über 7 mg wurde eine Erektionsreaktion gegenüber Placebo statistisch nachgewiesen. Erektion misst nicht sexuelles Verlangen; die nasale Dosis lässt sich auch nicht ungeprüft auf das subkutane Produkt übertragen.
Die untersuchten klinischen Endpunkte beruhen überwiegend auf Selbstauskünften. Eine kontrollierte Studie zur Libidosteigerung bei gesunden Menschen, Männern oder für Leistungszwecke ist im Evidenzpaket nicht belegt. Ein direkter klinischer Vergleich mit PDE5-Hemmern zum sexuellen Verlangen fehlt ebenfalls.
Dosering
- Zugelassene Anwendung: Die US-Produktinformation empfiehlt 1,75 mg subkutan mindestens 45 Minuten vor der erwarteten sexuellen Aktivität.
- Häufigkeit: Höchstens eine Dosis innerhalb von 24 Stunden; mehr als acht Dosen pro Monat werden nicht empfohlen. Häufigere Anwendung erhöht das Risiko einer Hyperpigmentierung.
Biverkningar
Übelkeit: Der genaue Auslöser ist anhand der ausgewählten Quellen nicht geklärt. In den klinischen Sicherheitsdaten berichteten 40,0 % unter Bremelanotid und 1,3 % unter Placebo Übelkeit. Die Produktinformation nennt keine aus diesen Zahlen ableitbare Vorbeugung; bei belastender Übelkeit ist die weitere Anwendung zu prüfen.
Flush und Kopfschmerz: Ihre genaue Entstehung ist in den ausgewählten Quellen nicht geklärt. Die Produktinformation nennt für Flush 20,3 % gegenüber 0,3 % unter Placebo und für Kopfschmerz 11,3 % gegenüber 1,9 %. Insgesamt brachen 18 % unter Bremelanotid und 2 % unter Placebo wegen Nebenwirkungen ab. Bei belastenden Beschwerden ist die weitere Anwendung abzuwägen; eine belegte Vorbeugung geht aus diesen Daten nicht hervor. Beide Beschwerden waren auch in den zwei Phase-III-Studien häufiger als unter Placebo.
Blutdruck und Puls: Bremelanotid erhöht vorübergehend den Blutdruck und senkt die Herzfrequenz. In einer randomisierten Studie mit 397 prämenopausalen Frauen mit normalem oder kontrolliertem erhöhtem Blutdruck lag der systolische Druck nach 1,25 mg um 2,4 beziehungsweise 3,0 mmHg und nach 1,75 mg um 3,1 beziehungsweise 3,2 mmHg über Placebo. Gemessen wurde nach zwei Dosen im Abstand von 24 Stunden; die Spitzenanstiege dauerten gewöhnlich weniger als 15 Minuten. Bei 1,75 mg sank der Puls um 4,6 bis 4,7 Schläge pro Minute. Die Untersuchung deckt unkontrollierten Bluthochdruck und bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht ab; eine belegte Gegenmaßnahme ergibt sich aus ihr nicht.
Darstellung: Punktvergleich auf einer gemeinsamen, bei null beginnenden Achse in mmHg für zwei Dosierungen; je eine Reihe für die erste und zweite Gabe. Daten: Veränderung gegenüber Placebo im Zeitraum 0 bis 4 Stunden nach Gabe: 1,25 mg, erste Gabe +2,4 mmHg, zweite Gabe +3,0 mmHg; 1,75 mg, erste Gabe +3,1 mmHg, zweite Gabe +3,2 mmHg. Die Gaben lagen 24 Stunden auseinander. Fundstellen: s7, PubMed-Abstract, Abschnitt „Results“, systolischer ambulanter Blutdruck nach zwei Dosen. Hinweise: Randomisierte Studie mit 397 prämenopausalen Frauen mit normalem oder kontrolliertem erhöhtem Blutdruck; keine Aussage über unkontrollierte Hypertonie oder langfristige Herz-Kreislauf-Ereignisse. Die Punkte sind akute Messwerte, keine Dosisempfehlung.
Fokale Hyperpigmentierung: Über MC1R kann die Melaninbildung zunehmen. Bei bis zu acht Dosen monatlich wurde eine fokale Hyperpigmentierung laut Produktinformation bei 1 % der Behandelten beobachtet. Nach acht aufeinanderfolgenden täglichen Dosen waren es in einer gesonderten Untersuchung 38 %; bei acht weiteren täglichen Dosen kamen bei 14 % zusätzliche Fälle hinzu. Dunklere Haut und häufige Anwendung erhöhten das Risiko. Eine vollständige Rückbildung wurde nicht bei allen Betroffenen bestätigt. Bei neuen Pigmentflecken sollte die Anwendung ärztlich besprochen und ein Absetzen erwogen werden. Eine Sicherheitsübersicht bestätigt die starke Abhängigkeit von der Dosierhäufigkeit, nennt im Abstract aber nicht die Größe der täglich behandelten Gruppe.
Wechselwirkungen: Die verlangsamte Magenentleerung kann die Aufnahme oraler Begleitmedikation verändern. Besonders für oral eingenommenes Naltrexon warnt die Produktinformation vor verminderter systemischer Exposition und rät bei dessen Anwendung zur Behandlung einer Alkohol- oder Opioidabhängigkeit von der gemeinsamen Gabe ab. Auch bei Arzneien, die rasch wirken müssen, sollte die gleichzeitige Anwendung geprüft werden; für beliebige orale Mittel ist eine klinisch relevante Abschwächung nicht belegt. Eine Sicherheitsübersicht berichtet zudem niedrigere Plasmakonzentrationen von Indometacin und Naltrexon, ohne im Abstract die Größenordnung anzugeben.
Klassificering
Die Dosisfindungsstudie fand bei prämenopausalen Frauen mit weiblichen Sexualfunktionsstörungen Verbesserungen mehrerer selbstberichteter Werte. Die Produktinformation berichtet für die späteren Phase-III-Studien keinen signifikanten Unterschied bei befriedigenden sexuellen Ereignissen. Häufige Nebenwirkungen gehören zur Behandlungsentscheidung.
Für gesunde Anwender, Männer und eine allgemeine „Libidosteigerung“ lässt sich aus diesen Daten keine verlässliche Wirkung oder Dosierung ableiten. Die Identität, Reinheit und Sicherheit nicht zugelassener PT-141-Produkte sind durch die ausgewählten Quellen nicht geprüft. Offen bleibt, ob eine nachweisbare Rezeptorwirkung bei diesen Gruppen überhaupt zu mehr sexuellem Verlangen führt.
Källor
- Clayton AH et al. Bremelanotide for female sexual dysfunctions in premenopausal women: a randomized, placebo-controlled dose-finding trial. Womens Health (Lond). 2016. PubMed
- Kingsberg SA et al. Bremelanotide for the Treatment of Hypoactive Sexual Desire Disorder: Two Randomized Phase 3 Trials. Obstet Gynecol. 2019. PubMed
- VYLEESI (bremelanotide) U.S. Prescribing Information. DailyMed, revised March 2024. Öppna källan
- Diamond LE et al. Double-blind, placebo-controlled evaluation of the safety, pharmacokinetic properties and pharmacodynamic effects of intranasal PT-141, a melanocortin receptor agonist, in healthy males and patients with mild-to-moderate erectile dysfunction. Int J Impot Res. 2004. PubMed
- White WB et al. Usefulness of ambulatory blood pressure monitoring to assess the melanocortin receptor agonist bremelanotide. J Hypertens. 2017. PubMed
- Clayton AH et al. Safety Profile of Bremelanotide Across the Clinical Development Program. J Womens Health (Larchmt). 2022. PubMed
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