Melanotan II

Melanotan II ist ein zyklisches α-MSH-Analogon. Kleine Humanstudien zeigen kurzfristig Pigmentierung und Erektionen; langfristiger Nutzen und Risiken sind nicht ausreichend untersucht.

Auch bekannt als: MT-2, MT-II, Melanotan 2

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Vad det är

Melanotan II, kurz MT-II, ist ein zyklisches Analogon des Melanozyten-stimulierenden Hormons α-MSH. In einer kleinen Pilotstudie wurde nach Injektionen eine Zunahme der Hautpigmentierung untersucht. MT-II aktiviert in einem Zellassay den geklonten menschlichen Melanocortinrezeptor MC1R.

Hur det fungerar

MC1R und Pigmentierung

Im Zellversuch band MT-II an den menschlichen MC1R und steigerte die Bildung des Signalstoffs cAMP. Die gemessenen Werte betrugen 0,57 ± 0,08 nM für die Bindungs-IC50 und 0,20 ± 0,05 nM für die cAMP-EC50. Die Pigmentzunahme in der Pilotstudie passt zu diesem Mechanismus.

Die Zellwerte lassen sich ohne Daten zur erreichten MT-II-Konzentration beim Menschen nicht mit einer Injektionsdosis abgleichen. Weder der Rezeptorassay noch die beobachtete Pigmentierung belegen einen Schutz vor UV-Schäden.

Erektion und sexuelles Verlangen

Nach MT-II-Injektionen wurden in zwei kleinen kontrollierten Studien Erektionen gemessen beziehungsweise berichtet. Welche Rezeptorwirkung diesen Befund beim Menschen verursacht, wurde mit diesen Studien nicht isoliert. Ein höheres subjektives sexuelles Verlangen wurde nur während einer kurzen Beobachtungsphase untersucht.

Vad studierna visar

In einer einfach verblindeten, placebokontrollierten Pilotstudie mit drei gesunden Männern wurde die Pigmentierung eine Woche nach Ende der zweiwöchigen Behandlung gemessen. Sie hatte bei zwei Teilnehmern zugenommen. Eine verlässliche Ansprechrate oder Dosis-Wirkungs-Beziehung lässt sich daraus nicht ableiten; Hauttyp und andere mögliche Moderatoren wurden nicht belastbar geprüft.

In einer doppelblinden Crossoverstudie mit zehn Männern mit psychogener erektiler Dysfunktion entwickelten acht unter MT-II eine klinisch erkennbare Erektion. Die mittlere Dauer einer Eichelrigidität über 80 Prozent betrug 38,0 Minuten unter MT-II und 3,0 Minuten unter Placebo. Gemessen wurde während sechs Stunden nach der Injektion, nicht über eine längere Behandlung.

Eine weitere doppelblinde Crossoverstudie untersuchte zehn Männer mit erektiler Dysfunktion und organischen Risikofaktoren. Erektionen wurden nach 12 von 19 MT-II-Injektionen und nach einer von 21 Placebo-Injektionen berichtet. Das sind Injektionen, keine Anteile verschiedener Männer. Die mittlere Dauer einer Eichelrigidität über 80 Prozent betrug 45,3 gegenüber 1,9 Minuten. Das subjektive sexuelle Verlangen war nach MT-II höher, eine numerische Effektgröße dafür nennt der Abstract nicht.

Eichelrigidität nach MT-II und Placebo

Darstellung: Zwei getrennte Gruppen von Balkenpaaren auf einer gemeinsamen Achse von 0 bis 50 Minuten: psychogene erektile Dysfunktion und erektile Dysfunktion mit organischen Risikofaktoren. Je Gruppe MT-II und Placebo vergleichen. Daten: Mittlere Dauer einer Eichelrigidität über 80 Prozent: psychogene erektile Dysfunktion, MT-II 38,0 Minuten, Placebo 3,0 Minuten; organische Risikofaktoren, MT-II 45,3 Minuten, Placebo 1,9 Minuten. Jeweils zehn Männer, akute Beobachtung über sechs Stunden. Fundstellen: s2, Evidenzmatrix, Endpunkt und Effektgröße der Crossoverstudie zu psychogener erektiler Dysfunktion; s3, Evidenzmatrix, Endpunkt und Effektgröße der Crossoverstudie mit organischen Risikofaktoren. Hinweise: Die Gruppen stammen aus verschiedenen Studien mit unterschiedlichen Populationen. Innerhalb jeder Studie lässt sich MT-II mit Placebo vergleichen; ein direkter Vergleich der beiden MT-II-Werte belegt keinen Unterschied zwischen den Populationen.

Mittlere Dauer einer Eichelrigidität über 80 Prozent in zwei kleinen Crossoverstudien mit jeweils zehn Männern. Die Studien untersuchten unterschiedliche Populationen.

Die Studien zeigen kurzfristige Antworten in sehr kleinen Gruppen. Ob Pigmentierung, Erektion oder sexuelles Verlangen bei wiederholter Anwendung anhalten und wer besonders anspricht, bleibt offen. Dafür wären längere kontrollierte Studien mit vorab festgelegten Endpunkten und Prüfungen von Hauttyp, Ausgangsbefund und Dosis nötig.

Dosering

  • Für Pigmentierung: Die Pilotstudie begann subkutan mit 0,01 mg/kg und steigerte die Dosis in Schritten von 0,005 mg/kg bis 0,025 beziehungsweise 0,03 mg/kg. Bei drei Teilnehmern ist das keine geprüfte Dosierungsempfehlung.
  • Für Erektionen: In der Studie zu psychogener erektiler Dysfunktion wurden 0,025 mg/kg untersucht; der Applikationsweg ist im Abstract nicht angegeben. In der Studie mit organischen Risikofaktoren wurden jeweils 0,025 mg/kg subkutan verabreicht.
  • Für wiederholte Anwendung: Eine klinisch abgesicherte Dosis, ein Dosierungsintervall und eine belastbare Dosis-Wirkungs-Kurve liegen aus den ausgewählten Humanstudien nicht vor.

Biverkningar

Übelkeit und weitere akute Beschwerden

Der Mechanismus der Übelkeit wurde in den Humanstudien nicht isoliert. In der Pilotstudie wurde bei den meisten untersuchten Dosisstufen leichte Übelkeit berichtet; bei einer von zwei Personen unter 0,03 mg/kg traten Schläfrigkeit und Müdigkeit auf. In der Studie mit organischen Risikofaktoren war schwere Übelkeit mit vier von 19 MT-II-Injektionen verbunden. Diese Zahl beschreibt Injektionen, nicht den Anteil betroffener Männer. In der Studie zu psychogener erektiler Dysfunktion wurden außerdem Dehnen oder Gähnen und verminderter Appetit häufiger als unter Placebo berichtet; die Beschwerden erforderten dort keine Behandlung. Wer solche Beschwerden entwickelt, sollte weitere Injektionen unterlassen und sie medizinisch abklären lassen. Eine durch Studien gesicherte Gegenmaßnahme oder risikoarme Dosis lässt sich aus diesen kleinen Versuchen nicht bestimmen.

Anhaltende Erektion

Die in den Studien beobachtete erektile Wirkung kann auch zum Sicherheitsproblem werden. Ein Fallbericht beschreibt einen akuten ischämischen Priapismus nach subkutaner MT-II-Injektion, der operativ behandelt werden musste. Der Bericht liefert weder eine Häufigkeit noch eine sichere Aussage über individuelle Risikofaktoren. Eine anhaltende schmerzhafte Erektion erfordert sofortige medizinische Abklärung; für eine vorbeugende Begleitmaßnahme gibt es in den ausgewählten Quellen keine belastbare Untersuchung.

Veränderungen von Muttermalen

Eine verstärkte Pigmentierung macht Veränderungen pigmentierter Hautstellen plausibel. Ein Review zu unregulierter Anwendung von Melanotan I und II beschreibt veränderte Muttermale, neue dysplastische Nävi und vier Melanom-Fallberichte. UV-Exposition und weitere Störfaktoren erschweren die Zuordnung zu MT-II. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Melanomen ist damit nicht bewiesen; eine Häufigkeit lässt sich aus Fallberichten nicht berechnen. Auffällige neue oder veränderte Hautstellen sollten medizinisch beurteilt werden. Ob Absetzen das Risiko verändert oder spätere Veränderungen verhindert, ist nicht untersucht.

Klassificering

MT-II kann in kleinen kontrollierten Humanstudien kurzfristig Pigmentierung und Erektionen auslösen. Für einen dauerhaften kosmetischen Nutzen, eine allgemeine Libidosteigerung oder UV-Schutz reicht diese Evidenz nicht. Zugleich sind Übelkeit und einzelne schwere Ereignisse beschrieben, ohne dass ihr Risiko bei wiederholter Anwendung beziffert werden könnte.

Es fehlen belastbare Humanstudien zur langfristigen Anwendung, zu individuellen Ansprechern, zu Wechselwirkungen und zur Pharmakokinetik von MT-II. Besonders für kosmetische Anwendung bleibt damit offen, ob ein kurzfristiger Pigmenteffekt einem klinischen Nutzen gegenübersteht und wie sich wiederholte Injektionen auf die Sicherheit auswirken.

Källor

  1. Dorr RT et al. Evaluation of melanotan-II, a superpotent cyclic melanotropic peptide in a pilot phase-I clinical study. Life Sci. 1996. PubMed
  2. Wessells H et al. Synthetic melanotropic peptide initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction: double-blind, placebo controlled crossover study. J Urol. 1998. PubMed
  3. Wessells H et al. Effect of an alpha-melanocyte stimulating hormone analog on penile erection and sexual desire in men with organic erectile dysfunction. Urology. 2000. PubMed
  4. Haskell-Luevano C et al. Binding and cAMP studies of melanotropin peptides with the cloned human peripheral melanocortin receptor, hMC1R. Biochem Biophys Res Commun. 1994. PubMed
  5. Habbema L et al. Risks of unregulated use of alpha-melanocyte-stimulating hormone analogues: a review. Int J Dermatol. 2017. PubMed
  6. Mallory CW et al. Melanotan Tanning Injection: A Rare Cause of Priapism. Sex Med. 2021. PubMed

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