L-Glutamin
L-Glutamin ist eine Aminosäure. Für Muskelaufbau, Leistung und Infektionsschutz bei Athleten ist durch zusätzliche Einnahme kein allgemeiner Nutzen gezeigt.
Auch bekannt als: Glutamin, Glutamine, L-Glutamine
Vad det är
L-Glutamin ist eine Aminosäure. Als Nahrungsergänzung wird es für Muskelaufbau, Erholung, Darmbarriere und Immunsystem angeboten. Diese Ziele verlangen unterschiedliche Messungen: Ein Blutwert, ein Immunmarker und ein Zuwachs an Muskelmasse sind nicht austauschbar.
Hur det fungerar
Aufnahme nach enteraler Gabe
In einer Tracerstudie mit 14 gesunden Erwachsenen wurden bei nasogastraler Gabe 54 ± 4 Prozent des markierten Glutamins bei der ersten Passage im Splanchnikusgebiet zurückgehalten. Die Studie maß damit weder die Bioverfügbarkeit einer üblichen oralen Supplementdosis noch die Aufnahme in den Muskel.
Proteinstoffwechsel und Energiebereitstellung
Nach Radfahren stieg in einer akuten Studie ein Marker des Ganzkörper-Proteinabbaus während der späteren Erholung nur in der Kontrollbedingung. Ein möglicher Einfluss auf diesen Marker wäre noch kein Nachweis für Muskelzuwachs. Eine Metaanalyse berichtete nach Glutamindipeptid einen um durchschnittlich 0,51 mmol/l höheren Blutzucker nach Belastung. Daraus lässt sich keine schnellere Auffüllung des Muskelglykogens ableiten.
Die Tracerdaten und Stoffwechselmarker machen Wirkwege prüfbar. Ob zusätzliches Glutamin dadurch Kraft, Muskelmasse oder Erholung verbessert, muss an diesen Endpunkten gemessen werden.
Vad studierna visar
Eine systematische Übersicht erfasste 47 Studien mit erwachsenen Athleten und schloss 25 in Metaanalysen ein. Sie fand keinen allgemeinen Nutzen für aerobe Leistung oder Körperzusammensetzung; für diese Endpunkte berichtet der Abstract keine Moderatoranalyse. Das mittlere Körpergewicht lag unter Glutamin um 1,36 kg niedriger, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,16 bis 2,55 kg weniger. Das belegt weder Fettverlust noch eine Leistungssteigerung.
In einer akuten Studie mit jungen Männern änderte die Zugabe von 0,3 g Glutamin pro kg Körpergewicht zu Kohlenhydraten und essenziellen Aminosäuren nach 90 Minuten Radfahren weder die Muskelproteinsynthese noch die Muskelglykogenauffüllung während drei Stunden Erholung. Eine längerfristige Trainingsanpassung wurde dabei nicht geprüft; eine Moderatoranalyse wird nicht berichtet.
In einer placebokontrollierten Studie mit 24 Athleten unter hoher Trainingslast veränderte die tägliche Gabe von 10 g Glutamin einzelne Immunmarker. IgA, IgG und IgM unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen; Infektionen wurden nicht als Endpunkt gemessen. Eine reproduzierbare Respondergruppe wurde nicht untersucht. Die Metaanalyse fand insgesamt keinen Effekt auf die untersuchten Immunoutcomes. Sie nennt ein dosisabhängiges Signal bei Neutrophilen, doch das im Abstract berichtete Konfidenzintervall schließt null ein, während der angegebene p-Wert Signifikanz nahelegt. Das Signal ist deshalb vorsichtig zu lesen und belegt keinen Infektionsschutz.
Dosering
- Für Muskelaufbau: Eine wirksame Zusatzdosis lässt sich nicht angeben. Auch 0,3 g/kg Körpergewicht verbesserten im akuten Versuch mit Kohlenhydraten und essenziellen Aminosäuren die gemessene Muskelproteinsynthese nicht.
- Für Immunmarker: 10 g täglich wurden in einer kleinen Studie während hoher Trainingslast untersucht. Die Dosis ist keine belegte Empfehlung zur Vorbeugung von Infektionen.
- Höhere Dosen: Die Metaanalyse beschreibt bei mehr als 200 mg/kg Körpergewicht ein unsicheres Neutrophilensignal. Daraus folgt weder eine Zieldosis noch ein klinischer Vorteil.
Biverkningar
Die vier ausgewerteten Arbeiten klären nicht, durch welchen Mechanismus Glutamin bei üblichen Supplementdosen Beschwerden auslösen könnte, wie ein solches Risiko von Dosis oder Einnahmedauer abhängt und ab welchem Messwert es relevant wäre. Auch zur Langzeitverträglichkeit bei gesunden Kraftsportlern liefern sie keine belastbare Antwort. Eine belegte Gegenmaßnahme lässt sich daraus nicht ableiten.
Klassificering
Für erwachsene Athleten ist ein allgemeiner Zusatznutzen bei Muskelaufbau, aerober Leistung oder Infektionsschutz nicht gezeigt. Die kleinen Markerbefunde rechtfertigen keine Aussage über bessere Gesundheit oder Erholung.
Offen bleibt, ob eine klar definierte Gruppe bei hoher Trainingslast, Kaloriendefizit oder bestehenden Darmbeschwerden profitiert. Dafür müssten kontrollierte Studien wiederholt dieselbe Gruppe untersuchen und Kraft, Beschwerden oder Infektionen direkt messen. Die vorliegenden Arbeiten identifizieren eine solche Gruppe nicht.
Källor
- Ramezani Ahmadi A et al. The effect of glutamine supplementation on athletic performance, body composition, and immune function: A systematic review and a meta-analysis of clinical trials. Clin Nutr. 2019. PubMed
- Wilkinson SB et al. Addition of glutamine to essential amino acids and carbohydrate does not enhance anabolism in young human males following exercise. Appl Physiol Nutr Metab. 2006. PubMed
- Matthews DE et al. Splanchnic bed utilization of glutamine and glutamic acid in humans. Am J Physiol. 1993. PubMed
- Song QH et al. Glutamine supplementation and immune function during heavy load training. Int J Clin Pharmacol Ther. 2015. PubMed
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