Finasterid
Finasterid hemmt die Bildung von Dihydrotestosteron. Bei Männern mit androgenetischem Haarausfall verbessern sich Haarendpunkte; bei symptomatischer Prostatavergrößerung sinkt das Risiko für Harnverhalt und Operation. Sexuelle Nebenwirkungen sind möglich. Wie häufig Beschwerden nach dem Absetzen anhalten, ist ungeklärt.
Auch bekannt als: Propecia, Proscar, Finasteride, Fincar
De quoi s'agit-il ?
Finasterid ist ein Hemmstoff der 5α-Reduktase Typ II. Dieses Enzym wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) um. Untersucht wurde Finasterid unter anderem bei Männern mit androgenetischem Haarausfall und bei Männern mit symptomatischer, vergrößerter Prostata.
Comment ça marche
DHT in Kopfhaut und Blut
In einer placebokontrollierten Untersuchung erhielten acht Männer mit männlichem Haarausfall 28 Tage lang täglich 5 mg Finasterid. Die mittlere DHT-Konzentration in kahler Kopfhaut sank von 6,40 auf 3,62 pmol/g, im Serum von 1,36 auf 0,46 nmol/l. Das Serumtestosteron änderte sich nicht.
DHT ist hier ein Biomarker. Seine Senkung zeigt die pharmakologische Wirkung, aber für sich genommen weder neues Haarwachstum noch einen bestimmten Effekt bei einer anderen Dosis.
Ce que révèlent les études
In zwei klinischen Studien wurde 1 mg Finasterid täglich bei insgesamt 1553 Männern mit androgenetischem Haarausfall untersucht. Die Haarzahl und weitere Haarendpunkte verbesserten sich gegenüber Placebo. Zwei Dosisfindungsstudien an Männern mit mäßigem Haarausfall am Oberkopf fanden eine Wirkung auf Haarendpunkte ab 0,2 mg täglich. Bei 0,01 mg waren die Ergebnisse Placebo ähnlich; 1 mg und 5 mg erzielten ähnliche Ergebnisse und waren wirksamer als die niedrigeren Dosen. Das Abstract nennt dafür keine numerischen Effektgrößen.
Bei Männern mit mittelgradigen bis schweren Harnbeschwerden und vergrößerter Prostata verglich eine randomisierte Studie 5 mg Finasterid täglich über vier Jahre mit Placebo. Von 3040 randomisierten Männern lagen für 2760 vollständige Ergebnisdaten vor. Eine Operation benötigten 5 % unter Finasterid gegenüber 10 % unter Placebo; akuter Harnverhalt trat bei 3 % gegenüber 7 % auf.
Présentation : Zwei Gruppen nebeneinander, Operation und akuter Harnverhalt. Je Gruppe zwei Balken für Finasterid und Placebo auf einer gemeinsamen Prozentachse mit Nullpunkt. Données : Operation: Finasterid 5 %, Placebo 10 %. Akuter Harnverhalt: Finasterid 3 %, Placebo 7 %. Beobachtungsdauer vier Jahre; 3040 Männer randomisiert, vollständige Ergebnisdaten für 2760. Emplacements : Quelle s10, Evidenzmatrix, Zeile zu BPH, Felder sample, duration und effectSize; PubMed-Abstract, Results, für akuten Harnverhalt 99 Männer unter Placebo und 42 unter Finasterid. Remarques : Ereignisanteile zeigen die klinischen Endpunkte dieser BPH-Population. Keine Übertragung auf Haarwirkung oder Anwender anaboler Steroide.
Für Haarschutz während Bodybuilding oder supraphysiologischer Androgenanwendung enthält das Evidenzpaket keine kontrollierte Humanstudie. Ob die DHT-Senkung dort zu weniger Haarausfall führt, müsste an Haarendpunkten unter diesen Bedingungen geprüft werden.
Posologie
- Androgenetischer Haarausfall: In den klinischen Studien wurden 1 mg täglich geprüft. Die Dosisfindung zeigte keinen zusätzlichen Haarvorteil von 5 mg gegenüber 1 mg.
- Symptomatische Prostatavergrößerung: Die vierjährige Studie mit klinischen Endpunkten verwendete 5 mg täglich. Dieses Ergebnis gilt für Männer mit Harnbeschwerden und vergrößerter Prostata.
- Haarschutz bei Androgenzyklen: Eine durch klinische Endpunkte belegte Dosis lässt sich aus den ausgewählten Studien nicht ableiten.
Effets secondaires
Sexuelle Beschwerden
Die Hemmung der DHT-Bildung ist ein plausibler Zusammenhang mit sexuellen Beschwerden; welcher Mechanismus eine einzelne Beschwerde verursacht, wurde in den ausgewählten Studien nicht geklärt. Eine Metaanalyse von zwölf Studien mit insgesamt 3927 Männern mit androgenetischem Haarausfall fand unter täglicher oraler Einnahme häufiger erektile Dysfunktion als unter Placebo: relatives Risiko 2,22, 95-%-Konfidenzintervall 1,03 bis 4,78. Die berechnete Number Needed to Harm betrug 82,1; das Abstract nennt keine absolute Ereignisrate für diesen Endpunkt.
Die Dosen unterschieden sich zwischen den Studien. Für sexuelle Beschwerden insgesamt war der Unterschied statistisch nicht eindeutig: relatives Risiko 1,39, 95-%-Konfidenzintervall 0,99 bis 1,95. Auch Behandlungsabbrüche wegen sexueller Nebenwirkungen unterschieden sich nicht klar von Placebo. Die Übersicht prüfte Heterogenität, berichtet im Abstract aber keine gezielte Analyse individueller Risikofaktoren oder einer Dosisabhängigkeit. Wer neue Beschwerden bemerkt, sollte Zeitpunkt und Verlauf festhalten und mit der behandelnden Fachperson besprechen, ob die Einnahme fortgesetzt wird. Eine belegte Gegenmaßnahme für diese Beschwerden geht aus den ausgewählten Quellen nicht hervor.
Beschwerden nach dem Absetzen
In einer Fallserie wurden 71 Männer befragt, die bereits wegen nach dem Absetzen anhaltender sexueller Beschwerden ausgewählt worden waren. Die mittlere berichtete Dauer bis zum Interview betrug 40 Monate. Das Abstract nennt weder Dosis noch Aufnahmeweg. Die Fallserie kann deshalb eine Abhängigkeit von diesen Faktoren nicht klären; die Auswahl erlaubt weder eine Häufigkeit unter allen Anwendern noch einen kausalen Nachweis für die Beschwerden. Bei anhaltenden Symptomen ist eine individuelle medizinische Abklärung sinnvoll; eine durch diese Fallserie belegte Behandlung lässt sich nicht angeben.
In einer Nachbeobachtung des Prostate Cancer Prevention Trial waren 22 mögliche Diagnosen im Zusammenhang mit anhaltenden Beschwerden in Medicare-Abrechnungsdaten nach früherer Finasterideinnahme nicht signifikant häufiger als nach Placebo. Abrechnungsdiagnosen sind jedoch keine systematische Erhebung der berichteten Symptome.
Prospektive kontrollierte Daten mit anhaltenden sexuellen oder kognitiven Beschwerden als vorab festgelegtem Endpunkt fehlen im ausgewählten Evidenzpaket. Der Befund zu Abrechnungsdiagnosen und ein unauffälliger Durchschnitt bei Behandlungsabbrüchen beantworten die Frage nach Beschwerden einzelner Personen nach dem Absetzen nicht.
Classification
Für Männer mit androgenetischem Haarausfall zeigen kontrollierte Studien einen Nutzen von Finasterid; die höchste geprüfte Dosis brachte in der Dosisfindung keinen erkennbaren zusätzlichen Haarvorteil. Bei symptomatischer Prostatavergrößerung sind auch klinische Vorteile für 5 mg täglich gezeigt. Wer Finasterid zum Haarschutz während eines Androgenzyklus erwägt, kann sich dagegen nur auf einen plausiblen Mechanismus stützen. Der entscheidende Haarendpunkt wurde für diese Situation in den ausgewählten Quellen nicht geprüft.
Sources
- Kaufman KD et al. Finasteride in the treatment of men with androgenetic alopecia. Finasteride Male Pattern Hair Loss Study Group. J Am Acad Dermatol. 1998. PubMed
- Mella JM et al. Efficacy and safety of finasteride therapy for androgenetic alopecia: a systematic review. Arch Dermatol. 2010. PubMed
- Roberts JL et al. Clinical dose ranging studies with finasteride, a type 2 5alpha-reductase inhibitor, in men with male pattern hair loss. J Am Acad Dermatol. 1999. PubMed
- Dallob AL et al. The effect of finasteride, a 5 alpha-reductase inhibitor, on scalp skin testosterone and dihydrotestosterone concentrations in patients with male pattern baldness. J Clin Endocrinol Metab. 1994. PubMed
- McConnell JD et al. The effect of finasteride on the risk of acute urinary retention and the need for surgical treatment among men with benign prostatic hyperplasia. Finasteride Long-Term Efficacy and Safety Study Group. N Engl J Med. 1998. PubMed
- Irwig MS et al. Persistent sexual side effects of finasteride for male pattern hair loss. J Sex Med. 2011. PubMed
- Till C et al. No Evidence of Post-Finasteride Syndrome in 267,983 Person-Years Follow-up in the Prostate Cancer Prevention Trial. Urology. 2026. PubMed
Cet article a été rédigé à l'aide de systèmes d'intelligence artificielle. En savoir plus