Vitamin K2

Vitamin K2 umfasst mehrere Menachinone, darunter MK-4 und MK-7. Es verändert Vitamin-K-abhängige Biomarker; ein Schutz vor Frakturen oder Herz-Kreislauf-Ereignissen durch K2 allein ist bisher nicht gesichert.

Auch bekannt als: Menachinon, MK-7, MK-4, Vitamin K2, Menaquinone

Knowledge Bodybuilding Bible

What it is

Vitamin K2 bezeichnet eine Gruppe fettlöslicher Menachinone. MK-4 und MK-7 unterscheiden sich in ihrer Seitenkette und in den gemessenen Serumverläufen nach oraler Einnahme.

How it works

Vitamin-K-abhängige Proteine

Vitamin K wird für die Carboxylierung bestimmter Proteine benötigt. Dazu gehören Osteocalcin im Knochen und Matrix-Gla-Protein im Gefäßgewebe. Der Mechanismus macht eine Wirkung auf Knochen und Verkalkung plausibel.

In einer kontrollierten Studie mit 365 älteren Männern sank unter MK-7 plus Vitamin D der Blutwert des dephosphorylierten, untercarboxylierten Matrix-Gla-Proteins, dp-ucMGP. Die Aortenklappenverkalkung schritt dennoch nicht nachweisbar langsamer fort.

Ein veränderter Proteinmarker zeigt, dass ein Stoffwechselweg angesprochen wurde. Er belegt weder eine Umleitung von Kalzium aus Gefäßen in Knochen noch einen Schutz vor Frakturen oder Herz-Kreislauf-Ereignissen.

MK-4 und MK-7 im Blut

In einer kleinen Untersuchung an fünf gesunden Frauen war MK-7 nach einer einmaligen oralen Gabe von 420 µg bis zu 48 Stunden im Serum nachweisbar; MK-4 war an den untersuchten Messzeitpunkten nicht nachweisbar. Bei täglicher Gabe von jeweils 60 µg über sieben Tage stieg der Serumwert von MK-7, der von MK-4 dagegen nicht. Daraus lassen sich weder feste Halbwertszeiten noch eine Überlegenheit bei klinischen Endpunkten ableiten.

What the studies show

Knochen: In einer randomisierten Studie erhielten 334 gesunde Frauen in den ersten Jahren nach der Menopause zwölf Monate lang täglich 360 µg MK-7 oder Placebo. Unter MK-7 sank untercarboxyliertes Osteocalcin und carboxyliertes Osteocalcin stieg. Die Knochenverlustrate unterschied sich an der Hüfte und den weiteren gemessenen Stellen nicht statistisch nachweisbar. Eine Moderatoranalyse wird im Abstract nicht berichtet.

Eine Übersicht über 36 randomisierte Studien zu verschiedenen Vitamin-K-Formen fand bei postmenopausalen oder osteoporotischen Personen zunächst weniger klinische Frakturen (Odds Ratio 0,72; 95-%-Konfidenzintervall 0,55 bis 0,95). Bei Beschränkung auf Studien mit niedrigem Verzerrungsrisiko war der Befund statistisch unsicher (0,76; 0,58 bis 1,01). Für Wirbelfrakturen zeigte sich kein Unterschied (0,96; 0,83 bis 1,11). Spezifische Moderatoranalysen für Wirbelfrakturen wurden im Abstract nicht berichtet.

Eine K2-spezifische Metaanalyse fand in sechs Frakturstudien insgesamt ebenfalls keinen nachweisbaren Unterschied (relatives Risiko 0,96). Erst nach Ausschluss einer heterogenen Studie ergab sich ein positiver Befund (0,43). Dieser Wechsel macht die Schlussfolgerung von der Studienauswahl abhängig; ein gesicherter Frakturschutz durch MK-7 folgt daraus nicht.

Verkalkung: Bei 365 älteren Männern mit bereits verkalkter Aortenklappe stieg der Klappenverkalkungsscore nach 24 Monaten unter täglich 720 µg MK-7 plus 25 µg Vitamin D um 275 Einheiten und unter Placebo um 292 Einheiten. Der Unterschied war statistisch nicht gesichert. Eine Moderatoranalyse wurde im Abstract nicht berichtet.

In einer anderen randomisierten Studie mit 398 Personen und schwerer bestehender Koronarverkalkung nahm der Koronarkalkscore unter täglich 720 µg Vitamin K2 plus 25 µg Vitamin D3 über 24 Monate um durchschnittlich 196 Einheiten zu, unter Placebo um 248 Einheiten. Die Differenz betrug −52 Einheiten (95-%-Konfidenzintervall −79 bis −24). Der Befund war laut Abstract über die untersuchten Gruppen nach Geschlecht und Ausgangsscore konsistent.

Zunahme des Koronarkalkscores in DANCODE

Darstellung: Zwei Balken auf einer gemeinsamen Achse von 0 bis 300 Agatston-Einheiten für die mittlere Zunahme des Koronarkalkscores über 24 Monate. Daten: Vitamin K2 plus Vitamin D3: 196 Agatston-Einheiten; Placebo: 248 Agatston-Einheiten; Gruppenunterschied: −52 Agatston-Einheiten, 95-%-Konfidenzintervall −79 bis −24. Fundstellen: s7, Abstract, Abschnitt Results, Ergebnis zur Änderung des coronary artery calcium score. Hinweise: 398 Personen mit schwerer bestehender Koronarverkalkung; täglich 720 µg Vitamin K2 plus 25 µg Vitamin D3; gezeigt wird ein Surrogatendpunkt und kein isolierter K2-Effekt.

Mittlere Zunahme des Koronarkalkscores in einer randomisierten Studie mit 398 Personen über 24 Monate. Die Intervention kombinierte K2 und D3.

Die Studien prüften unterschiedliche Orte der Verkalkung bei Menschen mit bereits bestehender Erkrankung. Beide gaben K2 zusammen mit Vitamin D. Ob K2 allein bei Gesunden Verkalkung oder Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindert, bleibt offen. Dafür wären Studien mit getrennten K2- und D3-Gruppen und klinischen Endpunkten nötig.

Dosage

  • Für Fraktur- oder Gefäßschutz: Aus diesen Studien lässt sich keine wirksame allgemeine K2-Dosis ableiten. Die untersuchten Endpunkte und Populationen erlauben keine Empfehlung zur Vorbeugung bei Gesunden.
  • Zusammen mit Vitamin D3: Eine feste Schwelle der D3-Einnahme, ab der K2 erforderlich wäre, wurde nicht geprüft. Die in den Gefäßstudien eingesetzten 720 µg K2 täglich sind Studiendosen bei bestehender Verkalkung, keine Dosisfindung für den Alltag.
  • Wahl zwischen MK-4 und MK-7: MK-7 war in einer kleinen Serumstudie länger nachweisbar. Ein Serumwert legt jedoch weder die nötige Dosis noch einen Vorteil bei Frakturen fest.

Side effects

Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten: Zusätzliche MK-7-Zufuhr kann die gerinnungshemmende Wirkung eines Vitamin-K-Antagonisten abschwächen. In einer Untersuchung an gesunden Freiwilligen unter Acenocoumarol sank die International Normalized Ratio (INR) bei täglich 45 µg MK-7 im Gruppenmittel; schon bei 10 µg täglich wurde bei einem Teil der Teilnehmenden eine klinisch relevante INR-Senkung beurteilt. Die Übertragbarkeit auf langfristig behandelte Patienten ist begrenzt. Eine gesunkene INR kann auf unzureichende Gerinnungshemmung hinweisen; thrombotische Ereignisse wurden in dieser Untersuchung nicht als Endpunkt belegt. Wer einen Vitamin-K-Antagonisten einnimmt, sollte MK-7-Präparate meiden und Änderungen der Vitamin-K-Zufuhr mit der behandelnden Praxis abstimmen, damit die INR kontrolliert und die Behandlung bei Bedarf angepasst werden kann.

Andere unerwünschte Wirkungen: In einer Metaanalyse unterschieden sich berichtete unerwünschte Reaktionen insgesamt nicht statistisch nachweisbar zwischen K2 und Kontrolle. Das liefert keine verlässliche Risikoschätzung für seltene Ereignisse, hohe Langzeitdosen oder jede Vorerkrankung. Eine belegte Gegenmaßnahme gegen ein weiteres spezifisches Risiko lässt sich daraus nicht ableiten.

Classification

Die Carboxylierung Vitamin-K-abhängiger Proteine ist ein nachvollziehbarer Mechanismus. Bei Knochenendpunkten ist ein Nutzen von K2 nicht robust gezeigt. Bei schwerer Koronarverkalkung fiel ein Surrogatwert unter K2 plus D3 günstiger aus, während eine Studie zur Aortenklappe keinen entsprechenden Vorteil fand.

Die Behauptung, hoch dosiertes D3 verursache ohne K2 Gefäßverkalkung und K2 verhindere dies, wurde durch diese Studien nicht direkt geprüft. Eine verpflichtende Kombination oder eine Dosierung nach einer bestimmten D3-Menge ist damit nicht begründet.

Sources

  1. Sato T et al. Comparison of menaquinone-4 and menaquinone-7 bioavailability in healthy women. Nutr J. 2012. PubMed
  2. Schurgers LJ et al. Vitamin K-dependent carboxylation of matrix Gla-protein: a crucial switch to control ectopic mineralization. Trends Mol Med. 2013. PubMed
  3. Diederichsen ACP et al. Vitamin K2 and D in Patients With Aortic Valve Calcification: A Randomized Double-Blinded Clinical Trial. Circulation. 2022. PubMed
  4. Emaus N et al. Vitamin K2 supplementation does not influence bone loss in early menopausal women: a randomised double-blind placebo-controlled trial. Osteoporos Int. 2010. PubMed
  5. Mott A et al. Effect of vitamin K on bone mineral density and fractures in adults: an updated systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Osteoporos Int. 2019. PubMed
  6. Ma ML et al. Efficacy of vitamin K2 in the prevention and treatment of postmenopausal osteoporosis: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Front Public Health. 2022. PubMed
  7. Hasific S et al. Vitamin K(2) and D(3) Supplementation in Patients With Severe Coronary Artery Calcification: The DANCODE Trial. Circulation. 2026. PubMed
  8. Theuwissen E et al. Effect of low-dose supplements of menaquinone-7 (vitamin K2 ) on the stability of oral anticoagulant treatment: dose-response relationship in healthy volunteers. J Thromb Haemost. 2013. PubMed

This article was created using AI systems. Find out more