Salbutamol

Salbutamol ist ein β₂-Agonist zur Behandlung verengter Atemwege. Studien zeigen akute Stoffwechselwirkungen und einzelne Veränderungen der Körperzusammensetzung während des Trainings; ein Nutzen im gezielten Kaloriendefizit ist nicht belegt.

Auch bekannt als: Salbutamol, Albuterol, Ventolin

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What it is

Salbutamol, auch Albuterol genannt, ist ein β₂-Adrenozeptor-Agonist zur Erweiterung verengter Atemwege. β₂-Rezeptoren vermitteln auch Stoffwechselreaktionen. Deshalb wurde Salbutamol auf Veränderungen des Energieverbrauchs und der Körperzusammensetzung untersucht.

How it works

Energieverbrauch

In einer Studie mit acht gesunden Männern erhöhte eine orale Einzeldosis von 8 mg Salbutamol den Grundumsatz. Der Vergleich mit β₁- und β₁/β₂-Blockade sprach dafür, dass dieser akute Effekt über β₂-Rezeptoren vermittelt wurde.

Fettstoffwechsel

Ein höherer Grundumsatz bedeutet nicht automatisch eine höhere Fettoxidation: Nach der oralen Einzeldosis stiegen freie Fettsäuren und Glycerin im Blut nicht signifikant an. Bei neun schlanken Männern nahm während einer intravenösen Salbutamol-Infusion dagegen die gemessene Fettoxidation zu. Wurde die Lipolyse mit Acipimox gehemmt, blieb dieser Anstieg aus.

Die Versuche unterscheiden sich im Aufnahmeweg und in den Messbedingungen. Blutmarker und eine kurzzeitig erhöhte Fettoxidation zeigen für sich genommen keinen Körperfettverlust über Wochen.

Aufnahmeweg

In einer offenen Crossoverstudie mit Männern mit Asthma war die maximale Blutkonzentration nach 8 mg oralem Salbutamol höher als nach 0,8 mg inhalativem Salbutamol. Weil zugleich unterschiedliche Dosen verabreicht wurden, lässt sich der Unterschied nicht allein dem Aufnahmeweg zuschreiben. Die Blutkonzentration misst zudem keine Wirkung im Muskel oder Fettgewebe.

What the studies show

Nach einmalig 8 mg Salbutamol oral stieg bei acht gesunden Männern der Grundumsatz signifikant, freie Fettsäuren und Glycerin stiegen jedoch nicht signifikant. Für den Grundumsatz nennt der Abstract keine numerische Effektgröße. Eine längerfristige Fettabnahme wurde nicht geprüft; auch eine Moderatoranalyse für einen dauerhaften Nutzen fehlt.

Bei neun schlanken Männern erhöhte eine dreistündige intravenöse Infusion den Energieverbrauch um ungefähr 13 Prozent und die Fettoxidation um 19 ± 7 Prozent. Das ist ein akuter Befund unter Infusion, kein Test einer oralen oder inhalativen Anwendung über Wochen.

Eine kontrollierte Trainingsstudie untersuchte 19 Frauen und 21 Männer, die über sechs Wochen vor Trainingseinheiten Salbutamol inhalierten. Nur bei den Frauen war die Fettmasse gegenüber Placebo nach sechs Wochen niedriger, um 0,8 kg. Zugleich war der Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme in beiden Geschlechtern abgeschwächt; bei den Frauen war auch die Quadrizepskraft niedriger. Ein gezieltes Kaloriendefizit wurde nicht untersucht, und eine unabhängige Bestätigung des geschlechtsspezifischen Fettmassenbefunds wurde in der vorliegenden Recherche nicht gefunden.

In einer weiteren kontrollierten Studie trainierten Männer elf Wochen mit täglich 16 mg Salbutamol oral oder Placebo. Von 30 Teilnehmern schlossen 26 die Studie ab. Die fettfreie Masse nahm unter Salbutamol um 1,8 kg mehr zu. Die Zeit bis zur Erschöpfung verbesserte sich in dieser Gruppe nicht, während sie unter Placebo um 7 Prozent zunahm; mehrere Marker der oxidativen Muskelkapazität sanken unter Salbutamol. Eine Studie zu oralem Salbutamol während elf Wochen Krafttraining fand außerdem eine stärkere Zunahme der mittleren Leistung in einem kurzen Radtest und der Fläche von MHCIIa-Muskelfasern. Spitzenleistung und Maximalkraft verbesserten sich nicht stärker als unter Placebo.

Eine Metaanalyse kontrollierter Studien mit gesunden Personen fand für inhalative β₂-Agonisten insgesamt keinen signifikanten Vorteil bei den untersuchten Ausdauer-, Kraft- und Sprintendpunkten. Bei systemischer Gabe waren einzelne Leistungsendpunkte positiv, andere nicht. Die Übersicht umfasst mehrere Wirkstoffe; ihre Ergebnisse sind daher kein einheitlicher Wirkungsnachweis für Salbutamol.

Für Salbutamol wurde in der vorliegenden Recherche keine kontrollierte Studie in einem gezielten Kaloriendefizit gefunden. Offen bleibt, ob eine Anwendung unter vergleichbarer Ernährung über Wochen Fettmasse senkt oder Muskulatur erhält. Genau diese Endpunkte müsste eine Cutting-Studie messen.

Dosage

  • Akute Stoffwechselmessung: 8 mg oral wurden als Einzeldosis untersucht. Daraus folgt keine geprüfte Tagesdosis für Cutting.
  • Training: Die Untersuchung zur Fettmasse verwendete 0,8 bis 1,6 mg inhalativ an Trainingstagen über sechs Wochen. Der Befund begründet keine Dosisempfehlung für ein Kaloriendefizit.
  • Orale Mehrfachgabe: 16 mg täglich wurden während elf Wochen Krafttraining untersucht. Die Ergebnisse umfassen neben mehr fettfreier Masse auch ungünstige Ausdauer- und Muskelbefunde; eine Dosisfindung für Cutting war das nicht.
  • Zyklen: Ein Schema zur Vermeidung einer β₂-Rezeptor-Downregulation wurde mit den hier belegten Studien nicht geprüft.

Side effects

Kalium und Blutzucker: Nach 8 mg oral sank bei acht gesunden Männern das Serumkalium signifikant; Glukose, Insulin und Laktat stiegen. Die Blockadebedingungen stützen für die Glukose-, Insulin- und Laktatreaktionen eine β₂-Vermittlung. Wie oft daraus klinische Beschwerden entstehen und ab welchem Wert dies bei dieser Anwendung relevant wird, wurde nicht ermittelt. Bei Verdacht auf eine relevante Störung sind Blutwerte ärztlich zu prüfen; aus dem Versuch folgt keine eigenständige Gegenmedikation. In einer weiteren Studie mit gesunden Personen veränderte inhalatives Salbutamol Kalium und Glukose mit steigender Dosis stärker.

Herz und Kreislauf: In derselben Inhalationsstudie veränderten sich Herzfrequenz und QTc dosisabhängig. Die Messungen zeigen akute Kreislaufreaktionen, erlauben aber keine Schätzung schwerer Ereignisse bei längerer Anwendung. Bei medizinischer Anwendung sollten auffällige Beschwerden und eine mögliche Kontrolle ärztlich besprochen werden; eine belegte Gegenmaßnahme für Cutting-Dosen liefert die Studie nicht. In der elf­wöchigen Studie mit 16 mg oral täglich zeigte die Echokardiographie größere Wanddicken unter Salbutamol, während die kardiale MRT keinen Gruppenunterschied bei Struktur oder Funktion fand. Ob sich die echokardiographischen Veränderungen zurückbilden, bleibt anhand dieser Befunde offen. Die Dosis und der Aufnahmeweg sind für die Übertragung dieses Ergebnisses entscheidend; daraus lässt sich keine sichere Cutting-Dosis ableiten.

Trainingsanpassung: Die abgeschwächte Zunahme der maximalen Sauerstoffaufnahme in der Inhalationsstudie und die geringere Quadrizepskraft bei den Frauen sind gemessene Nachteile unter den dortigen Trainingsbedingungen. Ein gesicherter Mechanismus und die Rückbildung nach Absetzen wurden nicht berichtet. Wer Salbutamol medizinisch benötigt und solche Veränderungen bemerkt, sollte die Behandlung ärztlich besprechen; eine geprüfte Gegenmaßnahme für diesen Trainingsbefund fehlt.

Classification

Salbutamol erhöht unter bestimmten akuten Versuchsbedingungen den Energieverbrauch. Eine Trainingsstudie fand weniger Fettmasse bei Frauen, nicht bei Männern; andere Studien zeigen neben einzelnen Vorteilen für fettfreie Masse oder mittlere Sprintleistung auch Nullbefunde und Nachteile bei Leistungsendpunkten. Daraus ergibt sich kein belegter Nutzen für Fettverlust oder Muskelerhalt im gezielten Kaloriendefizit. Ein direkter Vergleich mit Clenbuterol zu Wirkung, Halbwertszeit oder Steuerbarkeit wurde in der vorliegenden Recherche nicht gefunden.

Sources

  1. Wheeldon NM et al. Beta-adrenoceptor subtypes mediating the metabolic effects of BRL 35135 in man. Clin Sci (Lond). 1994. PubMed
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  6. Jessen S et al. β(2)-Adrenergic agonist salbutamol augments hypertrophy in MHCIIa fibers and sprint mean power output but not muscle force during 11 weeks of resistance training in young men. J Appl Physiol (1985). 2021. PubMed
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