Dutasterid

Dutasterid hemmt zwei Formen der 5α-Reduktase und verbessert bei Männern mit androgenetischem Haarausfall die Haarzahl. Kurze Vergleiche deuten auf einen Vorteil gegenüber Finasterid; sexuelle Nebenwirkungen und die konzentrationsabhängige Halbwertszeit gehören zur Abwägung.

Auch bekannt als: Dutasteride, Avodart, Dutasterid

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What it is

Dutasterid ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der 5α-Reduktase-Hemmer. Es wurde bei Männern mit androgenetischem Haarausfall untersucht. Seine Besonderheit ist die Hemmung der Enzymformen Typ I und Typ II.

How it works

Weniger Dihydrotestosteron

Die 5α-Reduktase wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron, kurz DHT, um. Dutasterid hemmt beide untersuchten Enzymformen und verringert so die Bildung von DHT.

Konzentrationsabhängiger Abbau

In einer Einzeldosisstudie mit 32 gesunden Männern wurde die scheinbare Halbwertszeit von Dutasterid modelliert. Bei hohen Konzentrationen konnte sie mehrere Wochen betragen; nahe einer Konzentration von 0,96 ng/ml sank sie auf ungefähr drei Tage. Eine feste Halbwertszeit für jede Dosis und jeden Zeitpunkt lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Halbwertszeit beschreibt den Konzentrationsverlauf im Blut. Ob ein größerer Einnahmeabstand die Haarwirkung erhält, wurde damit nicht geprüft.

What the studies show

In einer doppelblinden Studie wurden 153 Männer im Alter von 18 bis 49 Jahren mit männlichem Musterhaarausfall sechs Monate lang mit täglich 0,5 mg Dutasterid oder Placebo behandelt. Die mittlere Haarzahl im Zielareal stieg um 12,2 gegenüber 4,7 Haaren je cm²; auch fotografische Bewertungen fielen zugunsten von Dutasterid aus. Der Befund gilt für die untersuchte Population und Laufzeit.

Haarzahl nach sechs Monaten

Darstellung: Zwei Balken auf einer gemeinsamen, bei null beginnenden Achse für die mittlere Zunahme der Haarzahl im Zielareal. Daten: Dutasterid 0,5 mg täglich: +12,2 Haare/cm², ausgewertet bei 70 Männern; Placebo: +4,7 Haare/cm², ausgewertet bei 73 Männern. Behandlungsdauer: sechs Monate; insgesamt 153 Männer randomisiert. Fundstellen: Quellen-ID s2, Eun et al. 2010, Abstract unter Results und Volltext Tabelle II, Zeile „Mo 6-baseline“. Hinweise: Die Balken zeigen Veränderungen gegenüber dem jeweiligen Ausgangswert, keine absoluten Haarzahlen. Keine Kurve und keine Aussage über andere Dosierungen.

Mittlere Veränderung der Haarzahl im Zielareal nach sechs Monaten in einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 153 randomisierten Männern.

Eine Metaanalyse fasste drei direkte Vergleiche mit insgesamt 576 Männern über 24 Wochen zusammen. Dutasterid schnitt bei Haarzahl und fotografischen Bewertungen im Mittel besser ab als Finasterid. Für die Gesamthaarzahl betrug die berichtete mittlere Differenz 28,57 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 18,75 bis 38,39; das Abstract nennt für dieses Maß keine Einheit. Aus den kurzen Vergleichen folgt kein gesicherter Langzeitvorteil.

Haarzahl und Fotos sind klinische Haarendpunkte. Eine stärkere Enzymhemmung allein entscheidet den Vergleich der Haarwirkung nicht. Für seltene Schäden und Ergebnisse über Jahre reichen die kurzen kontrollierten Studien nicht aus.

Dosage

  • 0,5 mg täglich: Diese Dosis wurde bei männlichem Musterhaarausfall sechs Monate lang gegen Placebo geprüft und verbesserte die Haarzahl im Zielareal.
  • Größerer Einnahmeabstand: Die konzentrationsabhängige Halbwertszeit belegt keine gleichwertige Haarwirkung bei Einnahme jeden zweiten oder dritten Tag. Ein kontrollierter Vergleich solcher Einnahmepläne liegt in den ausgewerteten Studien nicht vor.

Side effects

Sexuelle Beschwerden

Die Hemmung der DHT-Bildung verändert das Androgenmilieu. Ob bei einer einzelnen Person daraus sexuelle Beschwerden entstehen, lässt sich nicht vorhersagen. In einer randomisierten Studie mit 117 Männern wurden während der doppelblinden Phase unter täglich 0,5 mg Dutasterid bei ungefähr 16 Prozent und unter Placebo bei ungefähr 8 Prozent sexuelle unerwünschte Ereignisse berichtet. Erfasst wurden Beschwerden der Erektion, der Libido und der Ejakulation.

Eine andere Studie mit 153 Männern berichtete nach sechs Monaten keinen wesentlichen Unterschied bei unerwünschten Ereignissen gegenüber Placebo. Die unterschiedlichen Befunde und begrenzten Stichproben erlauben keine präzise Schätzung seltener Beschwerden. Bei neu auftretenden sexuellen Beschwerden sollte die weitere Einnahme ärztlich abgewogen werden; eine geprüfte Gegenmaßnahme ergibt sich aus diesen Studien nicht.

In der Metaanalyse der direkten Vergleiche mit Finasterid waren Unterschiede bei Libidoveränderungen, erektiler Dysfunktion und Ejakulationsstörungen nicht statistisch signifikant. Das beweist keine gleichen Risiken. Eine Analyse, die eine verlässlich stärker gefährdete Untergruppe benennt, wurde im Abstract nicht berichtet.

Beschwerden nach dem Absetzen

In der Studie mit 117 Männern waren die berichteten sexuellen Ereignisse leicht bis mittelschwer und lösten sich während der Behandlung oder danach. Nach der letzten Dosis wurde höchstens 24 Wochen lang nachbeobachtet. Seltene oder länger anhaltende Beschwerden bleiben damit offen. Wegen des konzentrationsabhängigen Abbaus lässt sich nicht für jeden Betroffenen derselbe Zeitraum bis zum Ausscheiden des Wirkstoffs angeben. Eine belegte Methode, die Ausscheidung zu beschleunigen, liegt in den ausgewerteten Arbeiten nicht vor.

Classification

Für Männer mit androgenetischem Haarausfall ist eine Verbesserung der Haarzahl unter täglich 0,5 mg Dutasterid gegenüber Placebo gezeigt. Die kurzen direkten Vergleiche sprechen im Mittel für bessere Haarendpunkte als unter Finasterid, lassen aber individuelle Langzeitvorteile und seltene Risiken offen.

Ob ein größerer Einnahmeabstand die gleiche Haarwirkung bei weniger Beschwerden erzielt, müsste ein kontrollierter Vergleich mit Haarzahl und Nebenwirkungen als Endpunkten prüfen. Die vorliegenden Daten zur Halbwertszeit beantworten diese Frage nicht.

Sources

  1. Eun HC et al. Efficacy, safety, and tolerability of dutasteride 0.5 mg once daily in male patients with male pattern hair loss: a randomized, double-blind, placebo-controlled, phase III study. J Am Acad Dermatol. 2010. PubMed
  2. Zhou Z et al. The efficacy and safety of dutasteride compared with finasteride in treating men with androgenetic alopecia: a systematic review and meta-analysis. Clin Interv Aging. 2019. PubMed
  3. Gisleskog PO et al. The pharmacokinetic modelling of GI198745 (dutasteride), a compound with parallel linear and nonlinear elimination. Br J Clin Pharmacol. 1999. PubMed
  4. Tsai TF et al. Prospective randomized study of sexual function in men taking dutasteride for the treatment of androgenetic alopecia. J Dermatol. 2018. PubMed

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