Sermorelin
Sermorelin regt die Ausschüttung von Wachstumshormon an. Für Muskelaufbau, Kraft oder Regeneration bei Erwachsenen ist ein Nutzen nicht gezeigt.
Auch bekannt als: GHRH(1-29), Geref, GRF 1-29
De quoi s'agit-il ?
Sermorelin ist GHRH(1-29)-NH₂, ein Peptid aus dem wirksamen Anfangsabschnitt des Wachstumshormon freisetzenden Hormons GHRH. Es soll die Hypophyse zur Ausschüttung körpereigenen Wachstumshormons, kurz GH, anregen. Untersucht wurde es vor allem bei Kindern mit GH-Mangel; daraus lässt sich kein Nutzen für gesunde Erwachsene ableiten.
Comment ça marche
Rezeptor und Hormonausschüttung
In einem Zellversuch band GHRH an einen aus menschlicher Hypophyse geklonten Rezeptor und löste ein cAMP-Signal aus. Ein GHRH-Antagonist blockierte Bindung und Signal. Das belegt einen Rezeptormechanismus, aber keinen Effekt auf Muskelmasse oder Leistung.
Bei 30 gesunden Männern löste intravenös verabreichtes GHRH(1-29)-NH₂ schon bei 0,25 µg/kg eine akute GH-Ausschüttung aus. Die stärkste Antwort der untersuchten Dosen lag bei 1 bis 2 µg/kg; die mittleren GH-Spitzenwerte betrugen dort etwa 90 mU/L. Das Peptid wurde rasch eliminiert, während die GH-Werte ungefähr drei Stunden erhöht blieben.
Abbau und Aufnahmeweg
In einem Plasmaexperiment wurde das Peptid enzymatisch gespalten, unter anderem an den Positionen 2 und 3 sowie beim Fragment GHRH(1-29)-NH₂ zusätzlich an den Positionen 12 und 13. Dieser Versuch bestimmt weder die Halbwertszeit nach subkutaner Injektion noch eine geeignete Dosierhäufigkeit beim Menschen.
In der akuten Studie mit gesunden Männern betrug die intranasale Bioverfügbarkeit nur 3 bis 5 Prozent. Etwa 50 µg/kg intranasal erzeugten eine GH-Antwort ähnlicher Größe wie 1 µg/kg intravenös. Diese Werte erlauben keine Umrechnung auf eine subkutane Dosis.
Die gemessene GH-Antwort ist ein Hormonmarker. Ob wiederholte Sermorelin-Gaben bei Erwachsenen Muskelmasse, Kraft, Regeneration oder Fettverlust verändern, wurde mit diesen Versuchen nicht geprüft. Dafür wären kontrollierte Studien mit genau diesen Endpunkten nötig.
Ce que révèlent les études
In einer randomisierten Studie wurden 60 Kinder mit hypothalamisch bedingtem GH-Mangel sechs Monate lang in drei gleich große Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen erhielten GHRH(1-29)-NH₂ als kontinuierliche Infusion mit 30 oder 60 µg/kg/Tag, die dritte GH mit 0,1 IU/kg/Tag. Die auf ein Jahr bezogene Wachstumsgeschwindigkeit lag bei 9,2 und 9,3 cm/Jahr unter GHRH gegenüber 14,6 cm/Jahr unter GH. Beide GHRH-Gruppen wuchsen signifikant langsamer als die GH-Gruppe; zwischen den beiden GHRH-Dosen gab es keinen signifikanten Unterschied. Eine formale Suche nach weiteren Moderatoren wurde nicht berichtet.
Présentation : Drei Balken auf einer gemeinsamen, bei null beginnenden Achse für die auf ein Jahr bezogene Wachstumsgeschwindigkeit in cm/Jahr; die Behandlungen und Dosierungen unter den Balken nennen. Données : GHRH(1-29)-NH₂ 30 µg/kg/Tag: 9,2 cm/Jahr; GHRH(1-29)-NH₂ 60 µg/kg/Tag: 9,3 cm/Jahr; GH 0,1 IU/kg/Tag: 14,6 cm/Jahr. Sechsmonatige Behandlung, 60 Kinder mit hypothalamisch bedingtem GH-Mangel, je 20 pro Gruppe. Emplacements : s2, PMID 8329830, Abstract, Ergebnis zur mittleren Wachstumsgeschwindigkeit nach sechs Monaten: „Mean height velocities at 6 months were 9.2, 9.3 and 14.6 cm/year“. Remarques : GHRH wurde laut Abstract kontinuierlich infundiert. Die Grafik zeigt pädiatrisches Längenwachstum, keine Wirkung auf Muskelaufbau bei Erwachsenen. Zwischen den GHRH-Dosen bestand kein signifikanter Unterschied.
In derselben Studie stieg der IGF-I-Wert unter GHRH anfangs an und fiel später auf Werte ähnlich denen vor der Behandlung zurück. Ein dauerhaft erhöhter Wert wurde damit nicht gezeigt. Der zeitweilige Anstieg widerlegt aber die Zusicherung, Sermorelin könne keinen IGF-I-Anstieg auslösen. Der Abstract beziffert keine Unterschiede im IGF-I-Verlauf zwischen den beiden Dosen; eine formale Moderatoranalyse wird nicht berichtet.
Der Vergleich betrifft Kinder mit GH-Mangel und ihr Längenwachstum. Die kontinuierliche Infusion entspricht nicht einer täglichen subkutanen Injektion. Eine kontrollierte Erwachsenenstudie mit Kraft, Körperzusammensetzung, Regeneration oder Fettverlust als Endpunkt liegt im ausgewerteten Evidenzpaket nicht vor.
Posologie
- Kinder mit GH-Mangel: Die Vergleichsstudie prüfte 30 und 60 µg/kg/Tag als kontinuierliche Infusion. Die höhere Dosis brachte beim gemessenen Wachstum keinen signifikanten Vorteil. Das ist keine Dosieranleitung für Erwachsene oder für subkutane Injektionen.
- Erwachsene im Kraftsport: Für eine wirksame subkutane Dosis, einen Einnahmezeitpunkt und eine Behandlungsdauer fehlen kontrollierte Daten mit relevanten Endpunkten. Aus der akuten intravenösen GH-Antwort lässt sich dafür kein Schema ableiten.
- Andere Aufnahmewege: Die geringe intranasale Bioverfügbarkeit spricht gegen eine einfache Übertragung intravenöser Dosen auf ein Nasalpräparat.
Effets secondaires
Rötung und Beschwerden an der Injektionsstelle: Eine Übersicht zur Anwendung bei Kindern nennt vorübergehende Gesichtsrötung und Schmerzen an der Injektionsstelle als die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse. Ihr genauer Mechanismus, ihre Häufigkeit und eine Dosisabhängigkeit werden dort nicht beziffert. Anhaltende oder belastende Beschwerden sollten medizinisch beurteilt werden; eine belegte Gegenmaßnahme lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten.
Antikörper: In der sechsmonatigen Kinderstudie wurden bei fast allen mit GHRH behandelten Kindern Antikörper gegen GHRH festgestellt. Ihre klinischen Folgen und ihre Bedeutung bei wiederholter Anwendung durch Erwachsene sind damit nicht geklärt. Bei nachlassender Wirkung oder einer vermuteten Reaktion gehört die weitere Anwendung ärztlich überprüft; eine belegte Vorbeugung nennt die Studie nicht.
IGF-I-Verlauf: Der anfängliche Anstieg mit späterem Rückgang in der Kinderstudie zeigt, dass IGF-I auf die Behandlung reagieren kann. Daraus folgt weder ein dauerhaftes Überschussrisiko noch die Sicherheit, dass ein Überschuss bei Erwachsenen ausgeschlossen ist. Für die Langzeitanwendung fehlen kontrollierte Erwachsenendaten zu IGF-I und Glukosestoffwechsel; ein belastbarer Schwellenwert oder eine spezifische Gegenmaßnahme lässt sich aus den ausgewählten Quellen nicht festlegen.
Classification
Sermorelin kann akut GH freisetzen. Im direkten Vergleich bei Kindern mit hypothalamisch bedingtem GH-Mangel war das Wachstum unter den geprüften GHRH-Dosen geringer als unter GH. Für Muskelaufbau, Kraft und Regeneration bei Erwachsenen ist ein Nutzen nicht gezeigt.
Ob ein bestimmter Ausgangsmangel oder ein anderes Dosierschema die Antwort bei Erwachsenen verändert, bleibt offen. Die Kinderstudie verglich zwei Dosen, berichtete aber keine formale Moderatoranalyse. Entscheidend wäre eine kontrollierte Erwachsenenstudie, die neben GH und IGF-I auch Kraft, Körperzusammensetzung und unerwünschte Ereignisse über längere Zeit misst.
Sources
- Chen RG et al. A comparative study of growth hormone (GH) and GH-releasing hormone(1-29)-NH2 for stimulation of growth in children with GH deficiency. Acta Paediatr Suppl. 1993. PubMed
- Wilton P et al. Pharmacokinetics of growth hormone-releasing hormone(1-29)-NH2 and stimulation of growth hormone secretion in healthy subjects after intravenous or intranasal administration. Acta Paediatr Suppl. 1993. PubMed
- Prakash A et al. Sermorelin: a review of its use in the diagnosis and treatment of children with idiopathic growth hormone deficiency. BioDrugs. 1999. PubMed
- Gaylinn BD et al. Molecular cloning and expression of a human anterior pituitary receptor for growth hormone-releasing hormone. Mol Endocrinol. 1993. PubMed
- Frohman LA et al. Dipeptidylpeptidase IV and trypsin-like enzymatic degradation of human growth hormone-releasing hormone in plasma. J Clin Invest. 1989. PubMed
Cet article a été rédigé à l'aide de systèmes d'intelligence artificielle. En savoir plus