Sélénium

Selen ist ein essenzielles Spurenelement für Redoxregulation und Schilddrüsenhormonstoffwechsel. Ein sportlicher Zusatznutzen ist nicht gezeigt; Referenzzufuhr, Supplementdosis und tolerierbare Gesamtzufuhr müssen klar getrennt werden.

Auch bekannt als: Selenium, Natriumselenit, Selenmethionin

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De quoi s'agit-il ?

Selen ist ein essenzielles Spurenelement. Es wird für die Bildung von Selenoproteinen benötigt, darunter Glutathionperoxidasen, Thioredoxinreduktasen und Dejodinasen. Diese Enzyme verbinden Selen mit der Redoxregulation und dem Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone.

Eine ausreichende Versorgung und eine zusätzliche Einnahme bei bereits ausreichender Versorgung sind unterschiedliche Fragen. Dass ein Enzym Selen benötigt, belegt noch keinen Nutzen eines Selenpräparats für Training oder Gesundheit.

Comment ça marche

Redoxregulation

Glutathionperoxidasen und Thioredoxinreduktasen gehören zu den selenabhängigen Enzymsystemen der Redoxregulation. Damit besteht eine biochemische Grundlage für die Erwartung, dass die Selenversorgung antioxidative Prozesse beeinflussen kann. Bei körperlich aktiven Menschen wurden unter Supplementierung tatsächlich in einigen Studien eine höhere Glutathionperoxidase-Aktivität und niedrigere Lipidhydroperoxidwerte gemessen.

Ein veränderter antioxidativer Marker ist kein Nachweis für mehr Kraft, Muskelwachstum oder schnellere Erholung. Entscheidend wäre, ob sich dieselbe Intervention auch an diesen Endpunkten bemerkbar macht.

Schilddrüsenhormonstoffwechsel

Dejodinasen sind Selenoproteine, die am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beteiligt sind, einschließlich der Umwandlung von T4 zu T3. Die mechanistische Übersicht beschreibt jedoch bei gesunden Menschen unter Selenpräparaten keine eindeutigen Veränderungen des Schilddrüsenhormonprofils. Sie diskutiert den Ausgangsstatus als möglichen Einflussfaktor, belegt dafür aber keinen verlässlichen Schwellenwert.

Aus der Funktion der Dejodinasen folgt deshalb nicht, dass zusätzliches Selen bei gesunden Sportlern T3 steigert oder den Energieumsatz erhöht. Auch die pauschale Vorstellung, eine geringe Selenzufuhr müsse trotz normalem T4 einen hypothyreoten Stoffwechsel verursachen, ist damit nicht klinisch belegt.

Ce que révèlent les études

Sportliche Leistung

Eine systematische Übersicht erfasste sechs randomisierte Studien mit körperlich aktiven Menschen. Untersucht wurden unterschiedliche Belastungsprotokolle und Selenformen. Trotz einzelner Verbesserungen antioxidativer Marker fand die Übersicht keine signifikanten Vorteile für aerobe oder anaerobe Leistung, Testosteron, Kreatinkinase oder die untersuchten trainingsbedingten Anpassungen oxidativer Enzyme und Myosin-Schwerketten.

Eine belastbare Moderatoranalyse nach Selenstatus oder Trainingsart ist im Abstract nicht ausgewiesen. Die Befunde zeigen daher keinen gesicherten Leistungsnutzen, schließen aber nicht jede denkbare Bedingung aus. Für Krafttraining, Hypertrophie und Körperzusammensetzung fehlen belastbare Ergebnisse. Auch mangelversorgte Sportler sind bisher keine nachgewiesene leistungsbezogene Nutzen-Untergruppe. Die offene Vorhersage lautet: Wenn die Korrektur eines Mangels die Leistung verbessert, müsste eine kontrollierte Studie bei dokumentiertem Mangel einen Vorteil an Kraft oder Belastungsleistung zeigen.

Hashimoto-Thyreoiditis

Eine systematische Übersicht mit insgesamt 35 eigenständigen Studien untersuchte Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis, mit und ohne Schilddrüsenhormon-Ersatz. Die Metaanalyse fand keine signifikanten Veränderungen von fT3, T3, fT4 oder T4. Für diese Hormonendpunkte nennt der Abstract weder die jeweilige Teilnehmerzahl noch eine Moderatoranalyse.

Diese Ergebnisse betreffen eine Schilddrüsenerkrankung und lassen sich nicht als Leistungsversprechen auf gesunde Athleten übertragen. Ebenso bleiben aus den hier verfügbaren Befunden klinische Vorteile hinsichtlich Beschwerden oder Krankheitsprogression ungeklärt.

Allgemeine Prävention

Eine Cochrane-Übersicht fand in ihrer primären Analyse von drei randomisierten Studien mit 19.475 Teilnehmenden keinen Rückgang der allgemeinen Krebsinzidenz: relatives Risiko 1,01, 95%-Konfidenzintervall 0,93 bis 1,10. Ein klarer Einfluss des Ausgangs-Selenstatus auf den Nutzen zeigte sich nicht. Die randomisierten Studien umfassten überwiegend Männer; die Ergebnisse beantworten weder die Behandlung eines Mangels noch die Sportfrage.

Posologie

  • Referenzzufuhr als Orientierung verwenden: Die D-A-CH-Schätzwerte für Erwachsene betragen 70 µg täglich für Männer und 60 µg täglich für Frauen. Sie betreffen die Zufuhr insgesamt und beruhen auf der Herleitung anhand von Selenoprotein P. Sie sind keine zusätzlichen Supplementdosen.
  • Keine Sportdosis aus Studiendosen ableiten: Die Sportübersicht nennt 180 oder 240 µg täglich als Selenmethionin sowie 200 µg täglich als Natriumselenit. Diese Regime begründen mangels nachgewiesenen Leistungsnutzens keine Einnahmeempfehlung.
  • Die Gesamtzufuhr berücksichtigen: Die EFSA legte 2023 für Erwachsene eine tolerierbare Obergrenze von 255 µg täglich aus Nahrung und Supplementen zusammen fest. Dieser Wert ist keine Zieldosis und keine Garantie individueller Risikofreiheit.
  • Bei vermuteter Unterversorgung gezielt vorgehen: Aus den verfügbaren Studien lässt sich keine allgemeine Dosis zur Mangelbehandlung ableiten. Eine Ergänzung sollte sich deshalb an der individuell abgeklärten Versorgungssituation orientieren.

Effets secondaires

Haarausfall und Hautveränderungen

Bei übermäßiger Zufuhr kann Selen unerwünschte Wirkungen verursachen. Für Haarausfall und Dermatitis liefert die hier ausgewertete klinische Evidenz keinen abschließend geklärten molekularen Mechanismus. Die Cochrane-Übersicht berichtet erhöhte Risiken für beide Beschwerden in der größten eingeschlossenen Supplementstudie; absolute Risiken sind im Abstract nicht angegeben.

Die EFSA verwendete Haarausfall als kritischen unerwünschten Endpunkt. Ausgangspunkt ihrer Ableitung war eine Gesamtzufuhr von 330 µg täglich, bei der ein unerwünschter Effekt beobachtet wurde. Daraus leitete sie mit einem Unsicherheitsfaktor die Obergrenze von 255 µg täglich ab. Der Ausgangswert ist keine individuelle Schwelle, unterhalb der Beschwerden ausgeschlossen wären. Praktisch bedeutet das: Selen aus mehreren Präparaten und der Ernährung zusammen betrachten. Bei neu auftretendem Haarausfall oder Hautbeschwerden unter Supplementierung die Einnahme und mögliche andere Ursachen ärztlich prüfen lassen. Eine belegte Gegenmaßnahme, die eine überhöhte Zufuhr sicher kompensiert, liegt hier nicht vor.

Diabète de type 2

Wie zusätzliches Selen das Diabetesrisiko beeinflussen könnte, lässt sich aus den ausgewerteten klinischen Daten mechanistisch nicht klären. Eine Metaanalyse von fünf randomisierten Studien fand bei 200 µg Selen täglich gegenüber Placebo einen kleinen relativen Risikoanstieg: RR 1,11, 95%-Konfidenzintervall 1,01 bis 1,22. Das entspricht einem relativen Anstieg um 11 %, nicht um elf Prozentpunkte. Absolute Risiken und eine gemeinsame Studiendauer sind im Abstract nicht angegeben.

Die untersuchte Supplementdosis erlaubt keine Dosis-Risiko-Kurve und keine individuelle Risikoprognose. Die zusätzlich ausgewerteten Beobachtungsstudien fanden ebenfalls Zusammenhänge zwischen höherer Selenexposition und Diabetes, können aber für sich keine Kausalität zeigen.

Ohne geklärten Bedarf spricht dieser Befund gegen eine routinemäßige hoch dosierte Ergänzung. Ein spezieller Laborgrenzwert oder eine Begleitmaßnahme, mit der sich das mögliche Zusatzrisiko zuverlässig ausschließen ließe, ist in diesen Daten nicht belegt.

Signal bei hohem Ausgangsstatus

Die Cochrane-Übersicht beschreibt außerdem ein Signal für mehr hochgradigen Prostatakrebs unter Supplementierung bei Teilnehmern mit dem höchsten Ausgangs-Selenstatus. Ein ursächlicher Mechanismus, ein allgemein verwendbarer Statusgrenzwert und absolute Risiken lassen sich aus dem Abstract nicht ableiten. Der Befund gilt deshalb nicht pauschal für jede Dosis oder jeden Mann, stützt aber die Zurückhaltung gegenüber zusätzlichem Selen bei bereits hoher Versorgung. Eine belegte Begleitmaßnahme zur Verhinderung dieses möglichen Risikos ist hier nicht dokumentiert.

Classification

Selen erfüllt notwendige biochemische Aufgaben. Für gesunde Kraftsportler ergibt sich daraus jedoch kein belegter Vorteil einer zusätzlichen Einnahme für Leistung, Muskelaufbau oder Schilddrüsenhormone. Die vorhandenen Sportstudien trennen antioxidative Marker und praktische Ergebnisse deutlich: Veränderungen bei den Markern gingen nicht mit nachgewiesenen Leistungsvorteilen einher.

Eine gezielte Ergänzung bei abgeklärter Unterversorgung ist eine andere Entscheidung als die vorsorgliche Einnahme für Training oder allgemeine Prävention. Offen bleiben vor allem der Leistungsnutzen bei tatsächlich mangelversorgten Sportlern und eine dafür wirksame Dosis. Bis diese Fragen beantwortet sind, ist eine ausreichende Versorgung das sinnvolle Ziel, nicht ein möglichst hoher Selenwert.

Sources

  1. Schomburg L. Selenium, selenoproteins and the thyroid gland: interactions in health and disease. Nat Rev Endocrinol. 2011. PubMed
  2. Fernández-Lázaro D et al. The Role of Selenium Mineral Trace Element in Exercise: Antioxidant Defense System, Muscle Performance, Hormone Response, and Athletic Performance. A Systematic Review. Nutrients. 2020. PubMed
  3. Huwiler VV et al. Selenium Supplementation in Patients with Hashimoto Thyroiditis: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials. Thyroid. 2024. PubMed
  4. Kipp AP et al. Revised reference values for selenium intake. J Trace Elem Med Biol. 2015. PubMed
  5. Turck D et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for selenium. EFSA J. 2023. PubMed
  6. Vinceti M et al. Selenium for preventing cancer. Cochrane Database Syst Rev. 2018. PubMed
  7. Vinceti M et al. Selenium exposure and the risk of type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Eur J Epidemiol. 2018. PubMed

Cet article a été rédigé à l'aide de systèmes d'intelligence artificielle. En savoir plus