Boldénone

Wirkstoff: Boldenon (Boldenone). Testosteron mit einer zusätzlichen Doppelbindung, entwickelt als Tierarzneimittel und für den Menschen nie zugelassen. Zu Wirkung und Verträglichkeit beim Menschen gibt es keine einzige Untersuchung; im Kaninchenversuch wuchs neben dem Skelettmuskel auch der Herzmuskel.

Auch bekannt als: Equipoise, EQ, Boldenone, Boldenon-Undecylenat, Boldenon

Connaissance La Bible du culturisme

De quoi s'agit-il ?

Boldenon ist Testostérone mit einer zusätzlichen Doppelbindung zwischen C1 und C2. Die Summenformel lautet C₁₉H₂₆O₂, also dieselbe Zahl von Kohlenstoff- und Sauerstoffatomen wie beim Testosteron und zwei Wasserstoffatome weniger. Verabreicht wird es fast ausschließlich als Undecylenat, ein Ester mit einer sehr langen Fettsäure, der über Wochen abgegeben wird.

Der entscheidende Punkt steht am Anfang und wird selten mitgesagt: Boldenon ist ein Tierarzneimittel. Es wurde für Pferde entwickelt und war für den Menschen nie zugelassen. In der Europäischen Union ist seine Gabe an Rinder, ob zur Wachstumsförderung oder zur Behandlung, seit 1981 verboten.

Eine Besonderheit macht den Nachweis schwierig: Boldenon ist beim Rind teilweise körpereigen. Die α-Form gilt in Rinderurin bis zu 2 Nanogramm je Milliliter als unbedenklich, während die anabol wirksame β-Form gar nicht vorkommen darf. Ein Stoff, der in einer Tierart natürlich auftritt, ist analytisch etwas anderes als ein reines Kunstprodukt.

Comment ça marche

Eine Doppelbindung im Ring A

Die Doppelbindung zwischen C1 und C2 verlangsamt den Abbau des Moleküls, ähnlich wie bei Methandienone, das dieselbe Doppelbindung trägt. Zusammen mit dem langen Undecylenat-Ester ergibt das eine sehr lange Abgabedauer; deshalb wird der Stoff selten und in großen Mengen gespritzt.

Wie jedes anabole Steroid wirkt Boldenon über den Récepteur aux androgènes. Warum manche Abkömmlinge im Muskel stärker wirken als an Haut und Prostata, gilt als nicht restlos geklärt; eine Übersichtsarbeit führt es auf eine gewebeabhängige Steuerung der Rezeptormenge zurück, dazu auf den Stoffwechsel innerhalb der Zelle und auf das Zusammenspiel des beladenen Rezeptors mit seinen Ko-Aktivatoren.

Eine veröffentlichte Bindungsmessung von Boldenon am Androgenrezeptor liess sich in der hier durchgesehenen Literatur nicht finden. Ebenso wenig eine Messung, die die verbreitete Angabe stützt, der Stoff aromatisiere mit etwa der halben Rate von Testosteron. Dass er aromatisiert werden kann, folgt aus seinem Ring A, der die dafür nötige Ketogruppe an 3 und die Doppelbindung zwischen C4 und C5 trägt. Um wie viel weniger, ist nicht belegt.

Die Sache mit dem Blutbild

Der auffälligste Ruf dieses Stoffes ist ein besonders starker Anstieg von Hämoglobin und Hämatokrit, oft als eigener, EPO-ähnlicher Effekt beschrieben. Eine Messung, die das für Boldenon zeigt oder es von anderen Androgenen abhebt, liess sich nicht finden. Für die Stoffklasse insgesamt gilt, dass anabole Steroide die Blutbildung und den Hämoglobinwert beeinflussen können, dass sich daraus aber keine bessere Ausdauerleistung ergab. Wer den Stoff wegen des Sauerstofftransports wählt, wählt nach einer Wirkung, deren Nutzen für die Leistung nicht gezeigt ist.

Ce que révèlent les études

Il n'y a rien pour les humains. Keine kontrollierte Untersuchung, keine Beobachtungsreihe, keine Dosisfindung, keine Messung von Kraft, Muskelmasse oder Nebenwirkungen. Gesucht wurde nach dem Stoffnamen, nach dem Ester und nach Gabe am Menschen; was zurückkommt, ist Veterinärmedizin und Dopinganalytik.

Das ist bei einem Tierarzneimittel keine Überraschung, aber es hat Folgen für alles Weitere in diesem Artikel: Jede Aussage über Wirkstärke, Dosis oder Verträglichkeit beim Menschen ist eine Übertragung.

Was der Tierversuch zeigt

Am nächsten an eine Untersuchung kommt eine Arbeit an zehn erwachsenen Neuseeland-Kaninchen. Die eine Hälfte bekam Olivenöl gespritzt, die andere zweimal 5 mg Boldenon-Undecylenat je Kilogramm Körpergewicht; nach sechs Wochen wurden die Organe untersucht.

Gefunden wurde beides, Wirkung und Schaden. Skelett- und Herzmuskel waren vergrößert. In der Leber waren die Leberzellbälkchen gestört und es fanden sich mehrere Herde mit Vakuolen in den Leberzellen. In der Niere war die Masse der Nierenkörperchen verringert, mit mehreren Schädigungsherden. In den Hoden war die Spermienreifung gestört.

Hier reisst die Kette gleich mehrfach. Es sind fünf behandelte Kaninchen, die Dosis von zweimal 5 mg je Kilogramm ist nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar, und eine histologische Veränderung nach sechs Wochen sagt nichts darüber, ob sie sich zurückbildet. Was der Versuch zeigt, ist, dass dieser Stoff nicht nur den Skelettmuskel vergrößert, sondern auch den Herzmuskel, und dass Leber, Niere und Hoden im selben Zeitraum sichtbare Veränderungen zeigten. Für einen Stoff, der als mild gilt, ist das die falsche Richtung.

Eine naheliegende Verwechslung, geprüft und ausgeräumt

Weil Boldenon aus beta-Sitosterol entstehen kann, einem Pflanzensterol im Tierfutter, lag die Vermutung nahe, dass auch Menschen nach dem Verzehr pflanzensterolangereicherter Lebensmittel messbare Boldenonmengen bilden. Zehn Freiwillige aßen eine Woche lang täglich 25 g angereicherte Margarine, dazu kam als positiver Kontrollfall der Urin einer Patientin mit einer seltenen Sterolstoffwechselstörung. In keiner Probe war Boldenon nachweisbar.

Für den Leser heißt das: Ein positiver Boldenonbefund lässt sich nicht mit der Ernährung erklären. Für die Sache selbst heißt es, dass hier einmal jemand eine plausible Hypothese geprüft und verworfen hat, statt sie weiterzureichen.

Was die Stoffklasse insgesamt leistet, fasst eine Übersichtsarbeit zusammen: kurzfristige Gabe steigert Kraft um etwa 5 bis 20 Prozent des Ausgangswerts und das Körpergewicht um 2 bis 5 kg, ohne dass eine Abnahme der Fettmasse stattzufinden scheint. Wo Boldenon darin liegt, ist nicht bestimmt.

Posologie

  • Es gibt keine für den Menschen geprüfte Dosis. Die üblichen 400 bis 600 mg je Woche stammen aus der Szene, die tierärztlichen Dosen aus der Pferdemedizin. Beides ist keine Grundlage.
  • Der lange Ester verzeiht keine schnelle Korrektur. Undecylenat gibt über Wochen ab. Wer nach vier Wochen merkt, dass der Hämatokrit zu hoch ist, hat den Stoff noch wochenlang im Körper. Das ist der wichtigste praktische Unterschied zu kurz veresterten Stoffen.
  • Der Hämatokrit ist der Wert, der die Entscheidung trägt. Er gehört vor die erste Spritze und danach regelmäßig gemessen, gerade weil die Abgabedauer eine späte Korrektur erschwert.
  • Für getestete Sportler ist der Stoff ungeeignet. Die Dopinganalytik hat den Nachweis von Boldenon und seinen Abbauprodukten wegen der Rückstandsproblematik in der Tierhaltung besonders gründlich ausgearbeitet.
  • Une base de testostérone appartient à côté. Der Stoff unterdrückt die eigene Produktion und liefert selbst nur wenig Östradiol. Allein gefahren sind Androgen und Östrogen zugleich niedrig, mit den bekannten Folgen für Gelenke, Libido und Stimmung, siehe Œstrogène.
  • Valeurs initiales avant la première injection. Hématocrite, Blutdruck, Lipidprofil, dazu Kreatinin und Transaminasen. Die letzten beiden stehen hier nicht aus Routine, sondern weil im Tierversuch Leber und Niere betroffen waren.

Effets secondaires

Blutbild und Blutdruck

Que se passe-t-il ? : Androgene regen die Blutbildung an, siehe hématopoïèse. Steigt der Anteil der festen Bestandteile im Blut, fließt es schlechter durch enge Gefäße, und der Blutdruck steigt mit. Für die Stoffklasse nennt eine Übersichtsarbeit erhöhten Blutdruck als eine der maßgeblichen Risikoveränderungen.

De quoi cela dépend-il ? Von Dosis und Dauer, und beim Boldenon zusätzlich von der langen Abgabedauer des Esters. Eine Messung, die den verbreiteten besonders starken Anstieg für diesen Stoff belegt, liess sich nicht finden. Qu'en conclut-on ? Der Wert steigt beschwerdefrei, und wegen des langen Esters lässt er sich nicht kurzfristig senken. Ce qu'on peut faire : Hématocrite regelmäßig messen und nicht auf Beschwerden warten. Steigt er zu weit, sind Dosisreduktion und Absetzen die Maßnahmen, und beide wirken hier verzögert. Ein Aderlass behandelt die Zahl und nicht die Ursache.

coeur

Que se passe-t-il ? : Im Kaninchenversuch war neben dem Skelettmuskel auch der Herzmuskel vergrößert. Eine Verdickung des Herzmuskels ist keine Trainingsanpassung, wenn sie medikamentös erzwungen wird: Das Herz wird steifer und füllt sich schlechter.

De quoi cela dépend-il ? Im Versuch von einer Dosis von zweimal 5 mg je Kilogramm über sechs Wochen bei fünf Tieren. Beim Menschen ist es nicht untersucht. Qu'en conclut-on ? Der Befund ist eine Hypothese für den Menschen und kein Nachweis. Er passt allerdings zu dem, was für die Stoffklasse insgesamt an Herz-Kreislauf-Risiken beschrieben ist, und er trifft einen Stoff, der als mild gilt. Ce qu'on peut faire : Blutdruck regelmäßig messen, und bei Belastungsluftnot, Herzstolpern oder unerklärtem Leistungsknick die Anwendung beenden und kardiologisch abklären lassen, siehe Risques cardiovasculaires liés aux AAS.

Leber und Niere

Que se passe-t-il ? : Boldenon ist nicht an C17 alkyliert und gilt deshalb als leberfreundlich. Im Kaninchenversuch waren die Leberzellbälkchen trotzdem gestört und es fanden sich Vakuolen in den Leberzellen; in der Niere war die Masse der Nierenkörperchen verringert, mit mehreren Schädigungsherden.

De quoi cela dépend-il ? Von Dosis und Dauer. Beim Menschen gibt es keine Daten. Qu'en conclut-on ? Das Fehlen der Alkylierung schützt vor dem Gallestau, den orale Steroide auslösen, und offenbar nicht vor jeder Veränderung. Der Befund stammt aus fünf Kaninchen und trägt keine Zahl für den Menschen. Ce qu'on peut faire : Transaminasen und Kreatinin vor Beginn und im Verlauf messen, und einen erhöhten Kreatininwert bei Trainierenden nicht vorschnell allein der Muskelmasse zuschreiben, siehe rein.

Die eigene Achse und die Fruchtbarkeit

Que se passe-t-il ? : Un androgène fourni entraîne le Axe HPTA herunter, LH und FSH fallen, die Spermienreifung kommt zum Erliegen. Im Kaninchenversuch war die Spermienreifung entsprechend gestört.

De quoi cela dépend-il ? Von Dosis und Dauer, und bei diesem Stoff besonders von der langen Abgabedauer des Esters: die Unterdrückung endet nicht mit der letzten Spritze. Für die Stoffklasse gilt, dass die Störung noch Monate nach dem Absetzen anhalten kann. Qu'en conclut-on ? Wer eine Erholung nach vier Wochen erwartet, rechnet mit dem falschen Zeitraum. Ce qu'on peut faire : Den Ausstieg vor dem Einstieg planen und die Abgabedauer einrechnen. Für den Wiederanlauf sind HCG et Clomifène die etablierten Mittel, beide verschreibungspflichtig.

Classification

Boldenon ist ein Tierarzneimittel, und das ist keine Nebenbemerkung, sondern die Erklärung für alles, was in diesem Artikel fehlt. Es gibt keine Humanstudie, weil nie jemand eine machen musste: Der Stoff war für Pferde gedacht, und in der Europäischen Union ist er beim Rind seit 1981 verboten. Alles, was über seine Wirkung beim Menschen gesagt wird, stammt aus der Anwendung und nicht aus einer Messung.

Der Ruf als mildes, langsam wirkendes Steroid mit guter Verträglichkeit stützt sich damit auf das Fehlen von Berichten, und das ist bei einem Stoff, der nie ärztlich verordnet wurde, ein schwaches Argument. Der eine verfügbare Tierversuch weist in die andere Richtung: dort wuchs neben dem Skelettmuskel auch das Herz, und Leber, Niere und Hoden zeigten nach sechs Wochen sichtbare Veränderungen.

Zwei verbreitete Zuschreibungen liessen sich nicht belegen: die halbierte Aromatisierungsrate und der besondere Effekt auf das Blutbild. Für die zweite gibt es sogar einen Dämpfer aus der Übersichtsliteratur: Ein Anstieg des Hämoglobins unter anabolen Steroiden ist beschrieben, eine Verbesserung der Ausdauerleistung wurde dabei nicht beobachtet.

Was die Sache entscheiden würde, ist bei diesem Stoff besonders einfach zu benennen und besonders unwahrscheinlich zu bekommen: eine Messung von Hämatokrit, Blutdruck, Blutfetten und Herzultraschall bei Anwendern über zwölf Wochen. Es bräuchte keine Placebogruppe, um die Frage zu klären, ob der Blutbildeffekt tatsächlich größer ist als bei anderen Androgenen. Sie ist seit Jahrzehnten offen, weil sich für einen Stoff ohne Zulassung am Menschen niemand zuständig fühlt.

Sources

  1. Tousson E. Histopathological alterations after a growth promoter boldenone injection in rabbits. Toxicol Ind Health. 2016. PubMed
  2. Chiesa L et al. Pseudoendogenous presence of beta-boldenone sulphate and glucuronide in untreated young bulls from the food chain. Food Addit Contam Part A Chem Anal Control Expo Risk Assess. 2015. PubMed
  3. Ros MM et al. Phytosterol consumption and the anabolic steroid boldenone in humans: a hypothesis piloted. Food Addit Contam. 2007. PubMed
  4. Hartgens F, Kuipers H. Effects of androgenic-anabolic steroids in athletes. Sports Med. 2004. PubMed
  5. Kicman AT. Pharmacology of anabolic steroids. Br J Pharmacol. 2008. PubMed

Cet article a été rédigé à l'aide de systèmes d'intelligence artificielle. En savoir plus