SR-9009

SR-9009 ist ein experimenteller REV-ERB-Ligand mit interessanter präklinischer Zielbiologie. In der aktuellen Literaturrecherche wurden jedoch keine kontrollierten Humanstudien, keine belastbare Humandosierung und keine Humanpharmakokinetik identifiziert. Ein Fallbericht über Leberversagen nach Einnahme eines unregulierten Produkts und häufige Fehlkennzeichnungen in einer Marktstichprobe machen Selbstversuche zusätzlich unsicher.

Auch bekannt als: Stenabolic, SR-9009, SR9009

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que es

SR-9009 ist ein synthetischer Ligand, der in präklinischen Arbeiten als Agonist der nukleären Rezeptoren REV-ERB untersucht wurde, die zirkadiane Genregulation mit Stoffwechselprogrammen verbinden. In einer Analyse von 44 Internetprodukten, die als SARMs vermarktet wurden, gehörte SR-9009 zu den gefundenen anderen, nicht zugelassenen Arzneistoffen. Dieses Vermarktungsumfeld ist jedoch keine pharmakologische Einordnung. Eine direkte Prüfung am Androgenrezeptor, die die verbreitete SARM-Einordnung klären könnte, wurde in der aktuellen Literaturrecherche nicht identifiziert.

Eine narrative Übersicht berichtete 2020 für REV-ERB-Liganden noch keine Translation in klinische Studien. Zu den gefundenen, für Menschen relevanten Arbeiten gehören eine Untersuchung des Abbaus in Lebermikrosomen, eine Analyse der Zusammensetzung von Internetprodukten und ein einzelner schwerer Sicherheitsfall. Eine kontrollierte Humanstudie zu Ausdauer, Körperzusammensetzung oder Stoffwechselwirkung wurde nicht identifiziert. Ein Nutzen beim Menschen ist daher nicht gezeigt, aber auch nicht durch einen kontrollierten Nullbefund widerlegt.

como funciona

REV-ERBα und die oxidative Kapazität des Muskels

Bei Mäusen mit muskelspezifischem Rev-ERBα-Mangel waren Mitochondrienmenge, oxidative Funktion und Belastungskapazität vermindert. In isolierten Muskelfasern und Muskelzellen erhöhte eine Überexpression von Rev-ERBα die Mitochondrienzahl und die respiratorische Kapazität. Zusammen zeigen diese Experimente, dass der Rezeptor an der oxidativen Muskelbiologie beteiligt ist.

Genetischer Mangel und Überexpression sind keine Gabe von SR-9009. Sie zeigen Zielbiologie, aber weder eine wirksame Humandosis noch eine ausreichende Exposition im Muskel. Aus diesen Versuchen folgt auch nicht, dass Wirkungen von SR-9009 ausschließlich über REV-ERB entstehen. Trägt die Hypothese, müsste eine definierte Exposition beim Menschen sowohl eine messbare Zielreaktion im Muskel als auch eine verbesserte standardisierte Belastungsleistung erzeugen. Beides wurde bislang nicht gemeinsam geprüft.

Stoffwechselwirkungen im Mausmodell

Bei Mäusen veränderten synthetische REV-ERB-Liganden die Expression metabolischer Gene in Leber, Skelettmuskel und Fettgewebe und erhöhten zugleich den Energieverbrauch. In diätinduziert adipösen Mäusen verringerte ein REV-ERB-Agonist die Fettmasse und verbesserte Dyslipidämie und Hyperglykämie.

Der Abstract nennt für diese Endpunkte keine numerische Effektgröße oder Gruppengröße. Studiendauer sowie endpunktspezifische Dosis und Applikationsroute sind dort ebenfalls nicht angegeben. Ein erhöhter Energieverbrauch bei Mäusen ist weder ein Nachweis für Gewichtsverlust beim Menschen noch ein Ausdauerendpunkt. Verbesserte Glukose- und Lipidwerte im adipösen Mausmodell belegen keinen klinischen Nutzen bei gesunden Sportlern.

Abbau in der Leber

In menschlichen Lebermikrosomen wurde SR-9009 über CYP3A4, CYP3A5, CYP2C19 und CYP2D6 in 13 Metaboliten umgewandelt, wobei dealkylierte Metaboliten besonders häufig auftraten und anschließend eine Glucuronidierung möglich war. Das beschreibt mögliche Abbauwege unter In-vitro-Bedingungen.

CYP2D6- und CYP2C19-Varianten sowie mehrere zugesetzte Medikamente veränderten das Metabolitenprofil, während zwischen Mikrosomenproben von Frauen und Männern kein signifikanter Unterschied berichtet wurde. Die klinische Größe dieser Unterschiede ist unbekannt.

Ein Mikrosomenversuch misst weder Aufnahme noch Verteilung im Gesamtorganismus. Die Mikrosomenarbeit berichtet keine Humanwerte für Cmax, AUC, Halbwertszeit, absolute orale Bioverfügbarkeit oder Gewebeexposition. Auch die aktuelle Literaturrecherche identifizierte keine Humanpharmakokinetik zu diesen Größen. Vor jeder belastbaren Dosisbehauptung müsste eine Humanstudie den Ausgangsstoff und seine Metaboliten über die Zeit messen und diese Exposition mit einem funktionellen Endpunkt verbinden.

Lo que muestran los estudios

Die gefundenen Wirksamkeitsbefunde liegen vollständig unterhalb der Humanebene. Eine Arbeit untersuchte Stoffwechselreaktionen synthetischer REV-ERB-Liganden in Mäusen, eine zweite verband genetische Rev-ERBα-Veränderungen in Mäusen und Zellen mit mitochondrialer Funktion und Belastungskapazität. Der Abstract der Stoffwechselarbeit gibt für die beschriebenen Endpunkte keine Gruppengrößen, Studiendauer oder numerischen Effektgrößen an. Auch der Abstract der Zielbiologiearbeit nennt keine Gruppengrößen oder numerischen Effektgrößen.

Die narrative Übersicht von 2020 fasste präklinische Wirkungen zusammen, berichtete jedoch keine klinische Translation. Sie nannte weder eine Zahl eingeschlossener Arbeiten noch eine systematische Moderatoranalyse. Deshalb ist nicht bekannt, ob Alter, Trainingszustand, Ausgangsgewicht, Genotyp, Dosis oder Einnahmezeit eine menschliche Wirkung verändern würden. Eine belastbare Respondergruppe lässt sich daraus nicht ableiten.

Das Fehlen einer kontrollierten Humanstudie ist kein Nullbefund gegen SR-9009. Es bedeutet, dass die entscheidende Vorhersage ungeprüft ist. Gemessen wurden Zielbiologie in Mäusen und Zellen, Mausstoffwechsel und mikrosomaler Abbau, nicht VO2max, Kraft, menschliche Körperzusammensetzung oder ein klinischer Stoffwechselnutzen nach einer verifizierten SR-9009-Dosis.

Dosis

  • Keine evidenzbasierte Humandosis: Die Übersicht von 2020 berichtete keine klinische Translation. Die aktuelle Literaturrecherche identifizierte weder eine kontrollierte Dosisfindung noch einen geprüften Dosisbereich für Wirksamkeit und Sicherheit. Eine konkrete Milligrammempfehlung wäre daher geraten.
  • Keine orale Umrechnung: Die Mikrosomenstudie beschreibt Metabolitenbildung, aber nicht, welcher Anteil einer oralen Dosis aufgenommen wird oder welche Konzentration Muskel und andere Gewebe erreicht.
  • Keine Übertragung aus der Maus: Die präklinischen Arbeiten liefern keine validierte orale Humanäquivalenz. Eine Umrechnung allein nach Körpergewicht würde Unterschiede bei Aufnahme, Abbau und Zielgewebe ignorieren.
  • Keine Injektionsempfehlung: Auch für subkutane oder andere parenterale Anwendung wurden keine Humanpharmakokinetik, Dosisfindung oder kontrollierten Sicherheitsdaten identifiziert. Ein anderer Aufnahmeweg löst die unbekannte Toxizität nicht.

Efectos secundarios

Die Übersicht von 2020 bezeichnete Sicherheit als offene Entwicklungsfrage und quantifizierte keine menschlichen Nebenwirkungsraten. Die aktuelle Literaturrecherche identifizierte keine kontrollierten Human-Sicherheitsdaten. Deshalb sind weder Häufigkeiten noch Dosisabhängigkeit oder verlässliche Risikogruppen bekannt.

Akute Leberschädigung

Was passiert im Körper? Ein Fallbericht beschreibt einen 17-jährigen Jungen, der nach oraler Einnahme eines unregulierten SR-9009-Produkts Ikterus, Koagulopathie, Hyperbilirubinämie, Aszites und hepatische Enzephalopathie entwickelte. Das akute Leberversagen erforderte eine Transplantation. Der Fallbericht klärt keinen lebertoxischen Mechanismus. Wovon hängt es ab? Dosis und Produktreinheit waren nicht verifiziert. Große virale, autoimmune, metabolische und obstruktive Ursachen wurden untersucht, eine Verunreinigung oder Beimischung blieb aber möglich. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus einem Fall nicht gewinnen. Was folgt daraus? Der Fall ist ein ernstes Sicherheitssignal, aber weder ein Kausalnachweis für reines SR-9009 noch eine Schätzung des allgemeinen Risikos. Ein Laborgrenzwert, unterhalb dessen die Anwendung sicher wäre, ist nicht belegt. Was kann man tun? Eine nachgewiesene Schutzmedikation gibt es nicht. Ein Verzicht vermeidet die beabsichtigte Exposition. Treten nach der Einnahme Gelbsucht, Bewusstseinsveränderungen oder andere Zeichen einer schweren Erkrankung auf, ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.

Unbekannte Wechselwirkungen

Was passiert im Körper? Im menschlichen Lebermikrosomen-Modell beteiligten sich mehrere CYP-Enzyme am Abbau von SR-9009. Wovon hängt es ab? Varianten von CYP2D6 und CYP2C19 sowie mehrere Begleitmedikamente veränderten das Metabolitenprofil in vitro, während kein signifikanter Unterschied zwischen Mikrosomenproben von Frauen und Männern gefunden wurde. Was folgt daraus? Eine veränderte Bildung einzelner Metaboliten ist denkbar, doch es gibt keine klinische Interaktionsgröße und keinen Nachweis, welche Kombination beim Menschen die Exposition oder Toxizität verändert. Was kann man tun? Aus diesen Daten lässt sich weder eine sichere Kombination noch eine Dosisanpassung ableiten. Wer Medikamente einnimmt, kann eine Wechselwirkung nicht allein durch zeitversetzte Einnahme als ausgeschlossen betrachten und sollte eine Exposition ärztlich offenlegen.

Unbekannte tatsächliche Exposition

Was passiert im Körper? Bei einem falsch deklarierten Produkt kann statt der erwarteten Dosis eine andere Menge oder eine zusätzliche Substanz aufgenommen werden. Wovon hängt es ab? In einer Stichprobe von 44 als SARMs vermarkteten Internetprodukten enthielten 17, also 39 Prozent, ein anderes nicht zugelassenes Arzneimittel, darunter SR-9009. Vier Produkte, also 9 Prozent, enthielten keinen nachweisbaren Wirkstoff. Nur 18 Produkte, also 41 Prozent, enthielten die deklarierte Wirkstoffmenge. Elf, also 25 Prozent, enthielten nicht deklarierte Substanzen und bei 26, also 59 Prozent, wich die gefundene Menge von der Kennzeichnung ab. Die Anteile betreffen unterschiedliche Prüfmerkmale und dürfen nicht zu einem Gesamtanteil addiert werden. Was folgt daraus? Anwenderberichte und unerwünschte Ereignisse lassen sich bei unbekannter Zusammensetzung nicht sicher reinem SR-9009 zuordnen. Die Stichprobe war keine repräsentative Untersuchung aller SR-9009-Produkte. Was kann man tun? Eine chemische Chargenanalyse kann die Zusammensetzung prüfen, aber keine sichere Dosis oder gesundheitliche Unbedenklichkeit herstellen. Der Verzicht auf unregulierte Produkte vermeidet dieses zusätzliche Fehlkennzeichnungsrisiko.

Wie oft Etikett und Inhalt auseinanderlagen
44 als SARM vermarktete Internetprodukte, chemische Analyse
anderes nicht zugelassenes Arzneimittel 39 Prozent anderes nicht zugelassenes Arzneimittel: 17 17 Menge wich vom Etikett ab 59 Prozent Menge wich vom Etikett ab: 26 26 Menge wie deklariert 41 Prozent Menge wie deklariert: 18 18 nicht deklarierte Substanz 25 Prozent nicht deklarierte Substanz: 11 11 kein Wirkstoff nachweisbar 9 Prozent kein Wirkstoff nachweisbar: 4 4 0 11 22 33 44 Produkte von 44 untersuchten
Die chemische Analyse von 44 als SARM vermarkteten Internetprodukten zeigte häufige Abweichungen zwischen Kennzeichnung und gemessenem Inhalt. Die Kategorien schliessen einander nicht aus und dürfen nicht addiert werden. Die Stichprobe beschreibt die Produktqualität einer ganzen Klasse und weder Wirksamkeit noch Nebenwirkungsraten des reinen Stoffes.

Clasificación

Für Ausdauer, Fettverlust, Körperzusammensetzung oder Stoffwechselgesundheit wurde in der aktuellen Literaturrecherche kein kontrollierter Humanversuch identifiziert. Das trägt die Aussage „nicht gezeigt“, nicht die stärkere Aussage „wirkt nicht“. Ebenso fehlt eine geprüfte Bedingung, unter der SR-9009 bei einer bestimmten Untergruppe verlässlich wirken könnte.

Wissenschaftlich interessant ist die REV-ERB-Zielbiologie: Maus- und Gewebeexperimente verbinden den Rezeptor mit Stoffwechselprogrammen sowie mitochondrialer Funktion und Belastungskapazität. Die Kausalkette reißt jedoch vor dem praktischen Humanendpunkt. Unbekannt sind erreichbare Exposition, wirksame Dosis, Dosis-Wirkungs-Verlauf, Langzeitsicherheit und die eindeutige Zielvermittlung von SR-9009.

Eine entscheidende Studie müsste ein chemisch verifiziertes Präparat, eine definierte Dosis und Applikationsroute, wiederholte Messungen von Ausgangsstoff und Metaboliten sowie einen kontrollierten funktionellen Endpunkt kombinieren. Für die Ausdauer wären standardisierte Belastungsleistung und VO2max zu messen, ergänzt um Sicherheitsparameter und vorab festgelegte Moderatoranalysen. Erst dann ließe sich zwischen fehlender Exposition, fehlender Wirkung und einer echten Untergruppe unterscheiden.

Bis dahin bleibt SR-9009 präklinisch interessant, klinisch unbewiesen und praktisch besonders unsicher. Der plausible Mechanismus sagt voraus, dass eine Wirkung möglich sein könnte. Er sagt nicht, dass eine reale Dosis beim Menschen wirkt oder sicher ist.

Fuentes

  1. Solt LA et al. Regulation of circadian behaviour and metabolism by synthetic REV-ERB agonists. Nature. 2012. PubMed
  2. Woldt E et al. Rev-erb-α modulates skeletal muscle oxidative capacity by regulating mitochondrial biogenesis and autophagy. Nat Med. 2013. PubMed
  3. Mazzarino M et al. A further insight into the metabolic profile of the nuclear receptor Rev-erb agonist, SR9009. Drug Test Anal. 2018. PubMed
  4. Wang S et al. Targeting REV-ERBα for therapeutic purposes: promises and challenges. Theranostics. 2020. PubMed
  5. Van Wagoner RM et al. Chemical Composition and Labeling of Substances Marketed as Selective Androgen Receptor Modulators and Sold via the Internet. JAMA. 2017. PubMed
  6. Shams Bin Shaheen S et al. Acute Liver Failure in an Adolescent Following Use of the Synthetic REV-ERB Agonist SR9009. Case Reports Hepatol. 2026. PubMed

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