RAD-140
RAD-140 ist ein oral aktiver, nichtsteroidaler selektiver Androgenrezeptor-Modulator mit überwiegend präklinischer Datenlage. Eine kleine onkologische Phase-I-Studie zeigt Veränderungen pharmakodynamischer Marker, die für Androgenrezeptor-Aktivität beim Menschen sprechen, sowie häufige Leberwertveränderungen, belegt aber weder Muskel- noch Kraftzuwachs bei gesunden Menschen.
Auch bekannt als: Testolone, RAD 140, RAD140
que es
RAD-140, auch Testolone genannt, ist ein nichtsteroidaler selektiver Androgenrezeptor-Modulator, kurz SARM. Die grundlegende präklinische Arbeit beschreibt den Stoff als potent und oral bioverfügbar. Untersucht wurden jedoch Tiermodelle der androgenen und anabolen Wirkung, keine Muskel- oder Leistungsendpunkte beim Menschen.
„Selektiv“ bezeichnet das Entwicklungsziel, Wirkungen des Androgenrezeptors zwischen Geweben zu trennen. Die beschriebene Muskel- und Prostata-Selektivität von RAD-140 stammt aus präklinischen Modellen. Eine entsprechende Relation wurde beim Menschen nicht bestätigt, und die Grundlagenarbeit liefert keine belastbare quantitative Humanrelation.
Für die häufig genannte Muskel-zu-Prostata-Relation von 90:1 wurde keine belastbare Quelle gefunden. Aus der Bezeichnung SARM folgt auch nicht, dass RAD-140 ausschließlich im Muskel wirkt oder androgenbedingte Risiken vermeidet.
como funciona
Androgenrezeptor und Gewebeselektivität
Die pharmakologische Zielstruktur von RAD-140 ist der Androgenrezeptor. Die präklinische Entwicklung sollte eine oral aktive Rezeptorwirkung mit unterschiedlichen Folgen in Muskel und Prostata erreichen. Gemessen wurde diese gewünschte Trennung zunächst in Tiermodellen, nicht als klinische Selektivität bei gesunden Menschen.
Pharmakodynamische Marker beim Menschen
In der klinischen Phase-I-Studie sanken die SHBG-Werte bei allen 18 auswertbaren Patientinnen. Der PSA-Wert stieg bei 16 von 20 auswertbaren Patientinnen. Diese Veränderungen sind pharmakodynamische Marker und sprechen dafür, dass RAD-140 beim Menschen in die Androgenrezeptor-Signalgebung eingreift.
SHBG und PSA messen weder Muskelmasse noch Kraft und zeigen nicht, ob sich die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse nach dem Absetzen erholt. Eine Markeränderung darf deshalb nicht als anaboles Ergebnis gelesen werden.
Die offene Vorhersage
Wenn sich die präklinische Gewebeselektivität auf gesunde Menschen übertragen lässt, müsste eine definierte RAD-140-Exposition Muskelmasse oder Kraft stärker verändern als unerwünschte androgenabhängige Endpunkte. Entscheidend wären deshalb direkte Körperzusammensetzungs- und Leistungsmessungen zusammen mit einer Dosis-Wirkungs-Auswertung. Diese Kausalkette wurde bislang nicht untersucht.
Lo que muestran los estudios
Direkte Humandaten
Die direkte Humanuntersuchung war eine offene, unkontrollierte Phase-I-Studie mit 22 stark vorbehandelten postmenopausalen Frauen mit ER-positivem und HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs. Von ihnen waren 21 Tumoren androgenrezeptorpositiv. Sechs Patientinnen erhielten 50 mg, 13 erhielten 100 mg und drei erhielten 150 mg RAD-140 einmal täglich.
Die klinische Nutzenrate nach 24 Wochen betrug 18,2 Prozent, das mediane progressionsfreie Überleben 2,3 Monate. Beides sind onkologische Endpunkte. Muskelmasse, Maximalkraft, sportliche Leistung und Körperzusammensetzung wurden nicht als Wirksamkeitsendpunkte geprüft.
Präklinische Muskelbefunde
Die Grundlagenarbeit charakterisierte RAD-140 in mehreren präklinischen Modellen, darunter kastrierte Ratten. Stichprobengröße, Dauer und eine belastbare quantitative Muskel-zu-Prostata-Relation sind in den vorliegenden Angaben nicht ausgewiesen. Daraus lässt sich weder eine Humanwirkung noch eine Freizeitdosis ableiten.
Ein späteres Gegenexperiment behandelte junge und adulte weibliche Mäuse zehn Wochen lang mit 5 mg/kg RAD-140. Nach wiederholten exzentrischen Kontraktionen unterschied sich das erzeugte Drehmoment nach zwei bis drei Wochen Erholung nicht zwischen RAD-140 und Placebo, p ≥ 0,135. Alter und Erholungszeit wurden berücksichtigt. Eine Dosismoderation wurde nicht geprüft, und eine Geschlechtsmoderation war mit ausschließlich weiblichen Tieren nicht möglich.
Eine randomisierte, placebokontrollierte RAD-140-Studie mit gesunden Männern, Kraftsportlern oder Freizeitnutzern wurde nicht gefunden. Aus der Grundlagenarbeit und diesem Mausexperiment lässt sich keine einheitliche präklinische Muskelwirkung ableiten. Der Nullbefund bei weiblichen Mäusen beweist keine Wirkungslosigkeit beim Menschen. Er widerspricht aber einer pauschalen Behauptung, RAD-140 verbessere zuverlässig die Kraft.
Dosis
- Für Muskelaufbau oder Leistung: Es gibt keine wissenschaftlich validierte Dosis. Ohne kontrollierte Humanstudie und menschliche Dosis-Wirkungs-Beziehung lässt sich weder eine wirksame noch eine sichere Freizeitdosis angeben.
- In der Humanstudie: Untersucht wurden 50 bis 150 mg oral einmal täglich. Als maximal tolerierte Dosis wurden 100 mg täglich bestimmt. Das ist ein Ergebnis aus einer onkologischen Dosiseskalation, keine Empfehlung für gesunde Nutzer.
- Dosierungsintervall: Die beim Menschen gemessene Halbwertszeit betrug 44,7 Stunden und stützte in dieser Studie die einmal tägliche Gabe. Die Zahl stammt aus stark vorbehandelten Patientinnen unter 50 bis 150 mg und ist keine validierte Pharmakokinetik für niedrigere Freizeitdosen. Die ältere Angabe von 16 bis 20 Stunden wird dadurch nicht gestützt.
- Tierdosen: Die zehnwöchige Mäusestudie verwendete 5 mg/kg. Der Verabreichungsweg wurde in den vorliegenden Angaben nicht berichtet. Eine Umrechnung dieser Dosis in ein Einnahmeschema für Menschen wäre nicht belegt.
Efectos secundarios
Leberwerte und cholestatische Leberschädigung
¿Qué ocurre?: Der genaue Schädigungsmechanismus wurde in den ausgewählten Arbeiten nicht geklärt. In der Phase-I-Studie traten erhöhte AST-Werte bei 59,1 Prozent, erhöhte ALT-Werte bei 45,5 Prozent und erhöhtes Gesamtbilirubin bei 27,3 Prozent der 22 Patientinnen auf. 16 von 22 Patientinnen hatten behandlungsbegleitende Ereignisse des Grades 3 oder 4, überwiegend Laborveränderungen.
De qué depende: Die Häufigkeiten wurden unter 50 bis 150 mg täglich bei schwer vorbehandelten Krebspatientinnen beobachtet. Sie lassen sich nicht quantitativ auf niedrigere Dosen oder gesunde Menschen übertragen. In einem zusätzlichen Fallbericht waren tatsächliche Dosis und Produktzusammensetzung eines als RAD-140 verkauften Supplements nicht unabhängig bestimmt.
Was daraus folgt: Der Fallbericht beschreibt einen 24-jährigen Mann, der nach fünf Wochen Gebrauch eine schwere cholestatische Leberschädigung entwickelte. Das Gesamtbilirubin erreichte 38,5 mg/dL, und eine Leberbiopsie stützte das cholestatische Muster. Nach dem Absetzen normalisierten sich Beschwerden und Leberwerte innerhalb von zwei Monaten. Ein einzelner Fall belegt ein Sicherheitssignal, aber weder dessen Häufigkeit noch eine sichere produktspezifische Kausalität.
Qué puedes hacer: Eine belegte vorbeugende Begleitmaßnahme wurde nicht untersucht. Im Fallbericht folgte die Erholung auf das Absetzen, was keine Garantie für andere Verläufe ist. Auffällige AST-, ALT- oder Bilirubinwerte erfordern eine medizinische Einordnung. Eine bloße Dosisreduktion oder ein zusätzliches Supplement ist keine validierte Behandlung.
Gebrechlichkeit und Anpassung im Tiermodell
¿Qué ocurre?: Bei jungen und adulten weiblichen Mäusen erhöhten zehn Wochen mit 5 mg/kg RAD-140 den Frailty-Status und das modellierte Mortalitätsrisiko, jeweils mit p ≤ 0,042. Der zugrunde liegende Mechanismus wurde nicht bestimmt.
De qué depende: Die adaptive Kapazität sank bei jungen Tieren, p = 0,040, nicht jedoch bei adulten Tieren, p = 0,688. Das Alter veränderte somit einen Teil der Antwort. Untersucht wurden nur weibliche Mäuse und nur eine Dosis.
Was daraus folgt: Das Experiment ist ein Warnsignal gegen eine pauschale Sicherheitsannahme. Das modellierte Mortalitätsrisiko bei Mäusen ist jedoch keine Schätzung der Sterblichkeit bei Menschen.
Qué puedes hacer: Aus diesem Modell lässt sich weder ein menschlicher Grenzwert noch eine Gegenmaßnahme ableiten. Eine rechnerische Dosisumrechnung würde die fehlende Humanprüfung nicht ersetzen.
Endokrine Folgen und PCT
¿Qué ocurre?: Beim Menschen sind ein sinkendes SHBG und ein steigendes PSA als pharmakodynamische Veränderungen dokumentiert, die für Androgenrezeptor-Aktivität sprechen. Testosteron, LH, FSH, Fertilität und die Erholung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse waren keine berichteten Endpunkte.
De qué depende: Die Marker wurden unter 50 bis 150 mg täglich bei postmenopausalen Krebspatientinnen gemessen. Daten zu gesunden Männern, üblichen Freizeitdosen und dem Verlauf nach dem Absetzen fehlen.
Was daraus folgt: Eine relevante RAD-140-spezifische HPTA-Suppression ist mit diesen Daten weder belegt noch ausgeschlossen. Aus SHBG oder PSA allein lässt sich keine Erholungsdauer ableiten.
Qué puedes hacer: Für eine Post-Cycle-Therapie nach RAD-140 wurde keine validierte Strategie gefunden. Weder eine feste Zykluslänge noch der vorbeugende Einsatz weiterer Wirkstoffe ist durch die ausgewählten Studien gedeckt.
Langfristige unabhängige Humandaten zu Fertilität, Herz-Kreislauf-Endpunkten, Lipiden, Arzneimittelinteraktionen und Erholung nach dem Absetzen fehlen. Diese Lücken sind keine Entwarnung, erlauben aber auch keine seriösen Häufigkeitsangaben.
Clasificación
Die Grundlagenarbeit beschreibt einen nachvollziehbaren Androgenrezeptor-Mechanismus und präklinische Aktivität, erlaubt aber kein Gesamturteil über die Wirksamkeit in unterschiedlichen Modellen. Ein separates zehnwöchiges Experiment an weiblichen Mäusen fand keinen Kraftvorteil nach exzentrischem Training.
Beim Menschen sind bislang vor allem Pharmakokinetik, pharmakodynamische Marker und Sicherheitssignale aus einer kleinen onkologischen Studie dokumentiert. Hinzu kommt ein Fall schwerer cholestatischer Leberschädigung nach einem als RAD-140 vermarkteten Supplement. Für gesunde Kraftsportler ist damit kein günstiges Verhältnis aus belegtem Nutzen und quantifizierbarem Risiko gezeigt.
Eine entscheidende Studie müsste RAD-140 randomisiert und placebokontrolliert bei gesunden, trainierenden Erwachsenen prüfen. Erforderlich wären analytisch bestätigte Dosen, direkte Messungen von Muskelmasse und Kraft, Leberwerte, Lipide und Sexualhormone sowie eine Nachbeobachtung nach dem Absetzen. Einzeldaten müssten zeigen, ob Alter, Geschlecht, Ausgangswerte oder Dosis reproduzierbare Respondergruppen trennen.
„Nicht gezeigt“ bedeutet nicht, dass RAD-140 sicher wirkungslos ist. Es bedeutet, dass der plausible Mechanismus noch nicht bis zu einem kontrollierten menschlichen Muskel- oder Leistungsendpunkt verfolgt wurde. Solange diese Prüfung fehlt, bleiben konkrete Aufbauversprechen und Dosierschemata unbelegt.
Fuentes
- Miller CP et al. Design, Synthesis, and Preclinical Characterization of the Selective Androgen Receptor Modulator (SARM) RAD140. ACS Med Chem Lett. 2011. PubMed
- LoRusso P et al. A First-in-Human Phase 1 Study of a Novel Selective Androgen Receptor Modulator (SARM), RAD140, in ER+/HER2- Metastatic Breast Cancer. Clin Breast Cancer. 2022. PubMed
- Brown AM et al. RAD140 (Testolone) negatively impacts skeletal muscle adaptation, frailty status and mortality risk in female mice. Clin Exp Pharmacol Physiol. 2023. PubMed
- Leung K et al. RAD-140 Drug-Induced Liver Injury. Ochsner J. 2022. PubMed
Este artículo se ha elaborado utilizando sistemas de inteligencia artificial. Más información al respecto