Dermorfina
Dermorphin ist ein stark an μ-Opioidrezeptoren bindendes Peptid. Eine kontrollierte Humanstudie untersuchte seine postoperative Schmerzwirkung; ein Nutzen für Muskelaufbau oder sportliche Leistung ist nicht gezeigt.
que es
Dermorphin ist ein Opioidpeptid. In Bindungsversuchen an Membranpräparaten aus Rattenhirn und Meerschweinchengewebe zeigte es eine hohe Affinität zu μ-Opioidrezeptorstellen. Die Untersuchungen zur Anwendung beim Menschen betreffen vor allem postoperative Schmerzen und kurzfristige Hormonreaktionen.
como funciona
Opioidrezeptoren und Schmerz
In den Bindungsversuchen lag der Ki-Wert für μ-Rezeptorstellen bei 0,7 nM, gegenüber 62 nM für δ- und über 5000 nM für χ-Stellen. Diese Werte beschreiben die Bindung im untersuchten Tiergewebe, keine wirksame Konzentration beim Menschen. Dass Naloxon als Opioidantagonist die untersuchten Hormonreaktionen beim Menschen unterdrückte oder abschwächte, stützt eine opioidvermittelte Wirkung.
Rezeptorbindung sagt eine mögliche Wirkung voraus. Aus den Bindungswerten lassen sich weder eine Humandosis noch Sicherheit oder ein Effekt auf Muskeln ableiten.
Akute Hormonreaktionen
Bei elf Freiwilligen erhöhte eine intravenöse Dermorphininfusion den Prolaktinspiegel; Naloxon unterdrückte diese Reaktion. Bei neun gesunden Männern stieg nach einer solchen Infusion das Wachstumshormon im Plasma; Naloxon schwächte den Anstieg ab. Beide Arbeiten maßen kurzfristige Hormonwerte, keine Veränderungen von Muskelmasse oder Kraft.
Offen bleibt, ob die akuten Hormonreaktionen überhaupt einen längerfristigen Trainingseffekt vorhersagen. Dafür müssten kontrollierte Studien Muskelmasse oder Kraft nach wiederholter Anwendung messen.
Lo que muestran los estudios
In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 150 Patientinnen und Patienten nach elektiven Operationen betrug die mittlere Analgesiedauer nach 20 µg intrathekalem Dermorphin 43,41 ± 1,64 Stunden. Nach 500 µg intrathekalem Morphin waren es 34,45 ± 2,35 Stunden, nach 30 mg intramuskulärem Pentazocin 10,79 ± 2,23 Stunden. Das Abstract berichtet eine signifikant längere Analgesie mit Dermorphin. Der Vergleich mit Pentazocin umfasst zugleich einen anderen Applikationsweg; Gruppengrößen und die Bedeutung der ±-Angaben sind im Evidenzpaket nicht geklärt.
Darstellung: Drei waagerechte Balken auf einer gemeinsamen Achse ab null, Einheit Stunden. Daten: Dermorphin 20 µg intrathekal: 43,41 ± 1,64 h; Morphin 500 µg intrathekal: 34,45 ± 2,35 h; Pentazocin 30 mg intramuskulär: 10,79 ± 2,23 h. Insgesamt 150 Patientinnen und Patienten; Gruppengrößen und Art des Streuungsmaßes im Abstract nicht angegeben. Fundstellen: Quelle s1, Abstract, Ergebnisse zur mittleren Analgesiedauer. Hinweise: Dosis und Aufnahmeweg direkt an jedem Balken nennen. Der Vergleich mit Pentazocin umfasst einen anderen Aufnahmeweg; keine Gleichwertigkeit der Dosen oder allgemeine Dosis-Wirkungs-Kurve suggerieren.
Im selben Versuch unterschieden sich Harnverhalt, Erbrechen und Kopfschmerzen zwischen den drei Gruppen nicht signifikant. Ereignisraten und Analysen möglicher Moderatoren sind im Abstract nicht angegeben. Der Nullbefund belegt daher weder gleiche noch umfassende Sicherheit.
Die präklinischen Ergebnisse hängen vom Versuchsaufbau ab: Bei Ratten zeigte Dermorphin nach intraperitonealer Gabe Wirkung im Writhing- und Tail-clamp-Test, im Grid-shock-Test dagegen keine analgetische Wirkung. Die Studie variierte Schmerztests und Dosen, berichtete aber keine Analyse individueller Reaktionen.
Eine Pharmakokinetikstudie an zehn Pferden berichtete Halbwertszeiten von 0,76 ± 0,22 Stunden nach intravenöser und 0,68 ± 0,24 Stunden nach intramuskulärer Gabe. Bei drei Pferden lag die intramuskuläre Bioverfügbarkeit zwischen 47 und 100 Prozent. Diese Tierwerte liefern keine menschliche Halbwertszeit oder Dosis.
Die gezielte Recherche fand keine kontrollierte Humanstudie zu Muskelmasse, Kraft, Körperzusammensetzung oder sportlicher Leistung und keine spätere klinische Replikation des postoperativen Versuchs. Das ist eine Evidenzlücke, kein Nachweis fehlender Wirkung.
Dosis
- Postoperative Forschung: Untersucht wurden 20 µg intrathekal unter klinischen Bedingungen. Dieser Einzelversuch begründet keine allgemeine Dosierungsempfehlung.
- Hormonstudien: Die intravenöse Infusion betrug 5,5 µg/kg/min über 30 Minuten. Die gemessenen Hormonanstiege begründen keine Anwendung für Muskelaufbau oder Leistung.
- Sportliche Anwendung: Eine wirksame oder sichere Dosis ist nicht belegt. Auch die Pharmakokinetik bei Pferden lässt sich dafür nicht als Dosierungshilfe verwenden.
Efectos secundarios
Akute Beschwerden: Harnverhalt, Erbrechen und Kopfschmerzen wurden in der postoperativen Humanstudie erfasst. Das Abstract klärt den Mechanismus dieser Beschwerden nicht. Für die Ereignisse wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungen berichtet; ohne Ereignisraten sind Häufigkeit und Dosisbezug nicht bestimmbar. Wer solche Beschwerden nach einer Behandlung entwickelt, sollte sie klinisch abklären lassen. Eine dermorphinspezifische Gegenmaßnahme lässt sich aus der Studie nicht ableiten.
Atmung und Kreislauf: Die opioidvermittelte Wirkung gibt Anlass, diese Funktionen zu beachten. Bei wachen Ratten führte die zentrale Gabe von 1 nM trotz erhöhter Atemfrequenz zu Hypoxie, Azidose und Hyperkapnie; bei 50 nM wurde die Atemfrequenz unterdrückt. Naloxon kehrte die untersuchten Wirkungen um. Diese Dosen und Befunde beschreiben eine Injektion ins Rattenhirn, keine Risikoschwelle beim Menschen. Eine beeinträchtigte Atmung erfordert umgehend medizinische Versorgung; eine sichere Dermorphindosis lässt sich daraus nicht festlegen.
Bewegungsstarre, Toleranz und Abhängigkeit: Nach zentraler Gabe trat bei Mäusen bei höheren, nicht bezifferten Dosen Katalepsie auf. Bei Ratten nahm unter fortlaufender zentraler Infusion die Dauer von Analgesie, Katalepsie und Rigidität dosisabhängig innerhalb von höchstens 48 Stunden ab. Nach drei Tagen löste Naloxon Entzugssymptome aus. Häufigkeit und Schwellen beim Menschen wurden damit nicht bestimmt. Für eine wiederholte Anwendung gibt es aus diesen Daten keine belegte sichere Vorgehensweise.
Clasificación
Dermorphin zeigte in einer kontrollierten Humanstudie eine länger anhaltende postoperative Analgesie als die untersuchten Vergleichsbehandlungen. Für eine allgemeine klinische Überlegenheit fehlt eine Replikation. Die akuten Prolaktin- und Wachstumshormonanstiege sind messbare Reaktionen, aber kein Beleg für einen anabolen Nutzen.
Für Muskelaufbau oder sportliche Leistung lässt sich Dermorphin derzeit nicht begründet einsetzen: Ein entsprechender Humanendpunkt wurde in den gefundenen kontrollierten Studien nicht geprüft. Die Befunde zu Atmung, Toleranz und Entzug im Tiermodell begrenzen zugleich Behauptungen, das Peptid sei risikofrei; sie erlauben keine Schätzung dieser Risiken beim Menschen.
Fuentes
- Basso N et al. Intrathecal dermorphine in postoperative analgesia. Peptides. 1985. PubMed
- Degli Uberti EC et al. Prolactin-releasing activity of dermorphin, a new synthetic potent opiate-like peptide, in normal human subjects. J Clin Endocrinol Metab. 1983. PubMed
- degli Uberti EC et al. Stimulatory effect of dermorphin, a new synthetic potent opiate-like peptide, on human growth hormone secretion. Neuroendocrinology. 1983. PubMed
- Amiche M et al. Characterisation and visualisation of 3Hdermorphin binding to mu opioid receptors in the rat brain. Combined high selectivity and affinity in a natural peptide agonist for the morphine (mu) receptor. Eur J Biochem. 1990. PubMed
- Guzevatykh LS et al. Analgesic activity of dermorphin and its proline analogs. Eksp Klin Farmakol. 2005. PubMed
- Robinson MA et al. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of dermorphin in the horse. J Vet Pharmacol Ther. 2015. PubMed
- Feuerstein G et al. Central autonomic effects of dermorphin in conscious rats. J Pharmacol Exp Ther. 1983. PubMed
- Broccardo M et al. Tolerance and physical dependence induced by dermorphin in rats. Eur J Pharmacol. 1985. PubMed
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