Diet

An evidence-based assessment of energy restriction, protein, weight loss rate and resistance training, with clear guidelines for specific dietary rules.

Auch bekannt als: Diätphase (Cut), Cut, Diätphase

Knowledge Bodybuilding Bible

Was eine Diät hier bedeutet

Mit „Diät“ ist hier eine geplante Phase der Energierestriktion gemeint. Ziel ist, das Körpergewicht zu senken und möglichst viel fettfreie Masse zu erhalten. Die verfügbaren Studien prüfen dafür keinen einheitlichen „Cut“, sondern unterschiedliche Stellschrauben: Proteinmenge, Gewichtsverlustrate und den Zusatz von Widerstandstraining. Als Endpunkte erscheinen vor allem Fettmasse, fettfreie Masse und Muskelkraft.

Fettfreie Masse ist ein zusammengesetzter Messwert. Sie entspricht nicht automatisch der kontraktilen Muskelmasse. Ergebnisse zur Körperzusammensetzung sollten deshalb nicht ohne weitere Prüfung als Beweis für erhaltene oder aufgebaute Muskulatur verstanden werden.

Welche Ergebnisse Studien tatsächlich zeigen

Protein in einer kurzen, intensiven Diätstudie

Eine direkte randomisierte Humanstudie untersuchte 40 junge Männer über vier Wochen. Die Teilnehmenden absolvierten Widerstandstraining und hochintensives Intervalltraining an sechs Tagen pro Woche und erhielten etwa 40 Prozent weniger Energie als zur Deckung ihres Bedarfs. Verglichen wurden 2,4 mit 1,2 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag.

Die Gruppe mit 2,4 g Protein steigerte ihre fettfreie Masse um 1,2 ± 1,0 kg, die Vergleichsgruppe um 0,1 ± 1,0 kg. Die Fettmasse sank um 4,8 ± 1,6 gegenüber 3,5 ± 1,4 kg. Das Ergebnis stammt aus einem kurzen, kombinierten Protokoll und bestimmt weder eine optimale Proteinmenge für längere Diäten noch die Wirkung von Protein als isolierte Einzelmaßnahme.

Gewichtsverlustrate bei Eliteathleten

Eine weitere randomisierte Humanstudie untersuchte 24 Eliteathleten, die vier Widerstandstrainings pro Woche absolvierten. Die langsame Gruppe verlor etwa 0,7 Prozent des Körpergewichts pro Woche, die schnelle Gruppe 1,4 Prozent. Die Energiereduktion betrug 19 ± 2 beziehungsweise 30 ± 4 Prozent. Die Intervention dauerte 8,5 ± 2,2 beziehungsweise 5,3 ± 0,9 Wochen.

Beide Gruppen verloren ähnlich viel Körpergewicht, nämlich 5,6 ± 0,8 beziehungsweise 5,5 ± 0,7 Prozent. Die fettfreie Masse stieg in der langsamen Gruppe um 2,1 ± 0,4 Prozent und blieb in der schnellen Gruppe mit −0,2 ± 0,7 Prozent unverändert. Das spricht innerhalb dieses Protokolls für einen Vorteil der langsameren Rate, prüft aber weder die gesamte Spanne von 0,5 bis 1 Prozent noch alle anderen Diätpopulationen.

Was die Meta-Analysen ergänzen

Eine Meta-Analyse und Meta-Regression randomisierter Studien mit mindestens drei Wochen Widerstandstraining fand, dass Energiedefizite Zuwächse fettfreier Masse gegenüber Kontrollen beeinträchtigten. Die Effektgröße (ES) für die fettfreie Masse betrug −0,57 bei p = 0,02. Die Meta-Regression setzte ein Defizit von ungefähr 500 kcal pro Tag mit ausbleibenden Zuwächsen fettfreier Masse in Beziehung. Das ist keine individuell validierte Grenzmarke und kein Beleg dafür, dass bereits vorhandene Muskulatur bei diesem Defizit in entsprechendem Umfang verloren geht.

Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse von 18 Studien mit 22 Vergleichen untersuchte gesunde Erwachsene ab 19 Jahren über mindestens sechs Wochen. Protein oberhalb des Referenzwerts der Proteinzufuhr (RDA) von 0,8 g/kg/Tag schwächte den Verlust fettfreier Masse nach Energierestriktion ab. Der Unterschied betrug dort im Mittel 0,36 kg mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,06 bis 0,67 kg aus 14 Vergleichen. Unter Widerstandstraining lag der Unterschied bei 0,77 kg mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,23 bis 1,31 kg aus drei Vergleichen. Daraus folgt kein optimaler Bereich von 2,0 bis 2,5 g/kg Körpergewicht.

Zwei Stellschrauben, zwei Studien, zwei Einheiten
Proteinmenge und Gewichtsverlustrate, jede in ihrer eigenen Skala
-6 -4 -2 0 2 1,2 g Protein/kg/Tag, fettfreie Masse: 0,1 kg, berichtete Streuung 1 kg +0,1 ± 1,0 2,4 g Protein/kg/Tag, fettfreie Masse: 1,2 kg, berichtete Streuung 1 kg +1,2 ± 1,0 fettfreie Masse 1,2 g Protein/kg/Tag, Fettmasse: -3,5 kg, berichtete Streuung 1,4 kg -3,5 ± 1,4 2,4 g Protein/kg/Tag, Fettmasse: -4,8 kg, berichtete Streuung 1,6 kg -4,8 ± 1,6 Fettmasse Panel A, Proteinzufuhr: Veränderung nach vier Wochen, kg 40 junge Männer, je 20 pro Gruppe, vier Wochen, etwa 40 % Energiedefizit 1,2 g Protein/kg/Tag 2,4 g Protein/kg/Tag -6 -4 -2 0 2 0,7 % Körpergewicht pro Woche, fettfreie Masse: 2,1 Prozent, berichtete Streuung 0,4 Prozent +2,1 ± 0,4 1,4 % Körpergewicht pro Woche, fettfreie Masse: -0,2 Prozent, berichtete Streuung 0,7 Prozent -0,2 ± 0,7 fettfreie Masse 0,7 % Körpergewicht pro Woche, Körpergewicht: -5,6 Prozent, berichtete Streuung 0,8 Prozent -5,6 ± 0,8 1,4 % Körpergewicht pro Woche, Körpergewicht: -5,5 Prozent, berichtete Streuung 0,7 Prozent -5,5 ± 0,7 Body weight Panel B, Gewichtsverlustrate: Veränderung, Prozent 24 Eliteathleten, langsam n=13 und schnell n=11, 8,5 gegen 5,3 Wochen 0,7 % Körpergewicht pro Woche 1,4 % Körpergewicht pro Woche
Panel A misst in Kilogramm an jungen Männern, Panel B in Prozent an Eliteathleten; die Panels stehen deshalb getrennt und sind nicht gegeneinander zu lesen. Beide zeigen denselben Zusammenhang aus zwei Richtungen: Bei fast identischem Gewichtsverlust entscheidet die Ausführung darüber, woher das Gewicht kommt. Der Strich ist die berichtete Streuung, keine Aussage über die Sicherheit des Gruppenunterschieds.

Welche Rolle Widerstandstraining spielt

Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse von 25 randomisierten Studien untersuchte Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 25. Bei einer Diät zur Gewichtsabnahme schützte zusätzliches Widerstandstraining vor dem Verlust fettfreier Masse, erhöhte den Fettmassenverlust und verbesserte die Muskelkraft gegenüber der Diät allein. Die Effektgrößen als standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) betrugen 0,40 für fettfreie Masse, −0,36 für Fettmasse und 2,36 für Muskelkraft. Für die fettfreie Masse wurde die Evidenz als moderat sicher eingestuft.

Diese Ergebnisse sind nur indirekt auf schlanke, trainierte Kraftsportler übertragbar. Die Protein- und Gewichtsverlustratenstudien enthielten selbst Widerstandstraining. Daher lassen sich ihre Ergebnisse nicht vollständig von den jeweiligen Trainingsprogrammen trennen. Ob Trainingsvolumen und Intensität während einer Diät gezielt gehalten oder reduziert werden sollten, ist nicht belastbar untersucht.

Which can be practically deduced

Aus diesen Befunden lässt sich eine vorsichtige Planung ableiten, aber kein universelles Rezept für jede Person.

  • Protein: Eine Zufuhr oberhalb des Referenzwerts der Proteinzufuhr war in den ausgewerteten Studien unter Energierestriktion mit weniger Verlust fettfreier Masse verbunden. Die 2,4 g/kg/Tag aus der direkten Studie sind jedoch eine Protokollangabe und kein allgemeines Ziel. Für 2,0 bis 2,5 g/kg Körpergewicht als optimalen Bereich fehlt eine direkte Dosis-Wirkungs-Studie.
  • Gewichtsverlustrate: Bei den untersuchten Eliteathleten war 0,7 Prozent pro Woche mit einem günstigeren Ergebnis der fettfreien Masse verbunden als 1,4 Prozent. Daraus lässt sich kein Zielwert für jede Population und keine allgemeine Spanne von 0,5 bis 1 Prozent ableiten.
  • Energiedefizit: Die ungefähr 500 kcal pro Tag aus der Meta-Regression beschreiben eine statistische Beziehung zu ausbleibenden Zuwächsen fettfreier Masse. Sie sind keine individuelle Schwelle. Auch ein pauschales Defizit von 300 bis 500 kcal ist mit den vorliegenden Daten nicht für alle Personen validiert.
  • Widerstandstraining: Der Zusatz von Widerstandstraining ist in der untersuchten Population mit Übergewicht oder Adipositas mit besserem Erhalt fettfreier Masse und mehr Fettmassenverlust verbunden. Eine konkrete Vorgabe für Trainingsvolumen oder Intensität bei trainierten, schlanken Personen folgt daraus nicht.
  • Anpassungen: Eine feste Anpassung des Defizits nach zwei oder drei Wochen Gewichtsstagnation ist durch direkte Interventionsstudien nicht belegt.

Wo die Grenzen liegen

Die Übertragbarkeit ist eng begrenzt. Die Protein-Studie dauerte vier Wochen und umfasste junge Männer mit sehr hoher Trainingsdichte. Die Studie zur Gewichtsverlustrate hatte nur 24 Eliteathleten und verglich genau 0,7 mit 1,4 Prozent. Die Meta-Analysen umfassten heterogene Erwachsenenpopulationen und unterschiedliche Trainings- und Diätbedingungen. Die Studie zum Widerstandstraining bezog sich auf Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, nicht auf schlanke Kraftsportler.

Die Kombination aus 300 bis 500 kcal Defizit, 0,5 bis 1 Prozent Gewichtsverlust pro Woche und einer trainierten Natural-Bodybuilding-Population wurde nicht direkt kontrolliert untersucht. Ebenso wurde kein optimaler Proteinbereich bezogen auf das Körpergewicht bestimmt.

Für allgemeine Aussagen darüber, dass Cortisol steigt, Testosteron sowie Schilddrüsenhormone sinken, Grundumsatz, Schlaf, Stimmung und Regeneration sich in einer bestimmten Richtung verändern oder Abbruchquoten steigen, fehlen kontrollierte Daten, die eine einheitliche Richtung und Größenordnung tragen. Auch die langfristige Beziehung zwischen akuten Muskelmarkern, fettfreier Masse und tatsächlich erhaltener kontraktiler Muskelmasse bleibt offen.

Nüchtern zusammengefasst sprechen die untersuchten Daten für eine kontextabhängige Bedeutung von höherer Proteinaufnahme, langsamerer Gewichtsverlustrate und Widerstandstraining. Sie belegen aber keine universelle Kalorienzahl, keine optimale Proteinmenge für alle und keine feste Trainings- oder Anpassungsregel.

Sources

  1. Longland TM et al. Higher compared with lower dietary protein during an energy deficit combined with intense exercise promotes greater lean mass gain and fat mass loss: a randomized trial. Am J Clin Nutr. 2016. PubMed
  2. Garthe I et al. Effect of two different weight-loss rates on body composition and strength and power-related performance in elite athletes. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2011. PubMed
  3. Murphy C et al. Energy deficiency impairs resistance training gains in lean mass but not strength: A meta-analysis and meta-regression. Scand J Med Sci Sports. 2022. PubMed
  4. Hudson JL et al. Protein Intake Greater than the RDA Differentially Influences Whole-Body Lean Mass Responses to Purposeful Catabolic and Anabolic Stressors: A Systematic Review and Meta-analysis. Adv Nutr. 2020. PubMed
  5. Binmahfoz A et al. Effect of resistance exercise on body composition, muscle strength and cardiometabolic health during dietary weight loss in people living with overweight or obesity: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open Sport Exerc Med. 2025. PubMed

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